Hardys Bikerwelt
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Tagebuch meiner Motorradtour quer durch Schottland und Irland - 2018

Am Dienstag, den 12.06.2018 starte ich gemeinsam mit meinem Mitfahrer Reinhard zu meiner Motorradtour quer durch Schottland und Irland.

Im Verlauf meiner Tour werde ich aktuell meine Erlebnisse des jeweiligen Tages festhalten.
 

Ich freue mich, dass Ihr mich begleitet und dabei natürlich insbesondere auch auf

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Tagebuch zur Motorradtour 2018 durch Schottland und Irland
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Dienstag, 12. Juni 2018 Pfungstadt zur Fähre Rotterdam - Kingston upon Hall

 

Heute startete ich meine Jahrestour mit der Fahrt zur Fähre. Unterwegs traf ich mich in Dinslaken mit meinem Mitfahrer Reinhard. Gemeinsam werden wir sicherlich die schöne Zeit in Schottland und Irland "erfahren" und genießen.

Die Strecke bis zur Fähre in Rotterdam (543 km) war mit Staus gepickt, aber Motorradfahrer finden halt (fast) immer einen Weg da hindurch zu kommen. An der Fähre angekommen, konnten wir auch sofort auffahren – sehr angenehm. So hatten wir noch fast 3 Stunden im Hafen, um zu duschen, zu Abend zu essen und ein oder zwei Bier zu trinken……

 

 

Mittwoch, 13. Juni 2018 Kingston upon Hall bis Jedburgh – 391 Km

 

Nach einem guten Frühstück auf der Fähre ging es Richtung Tan Hill im Yorkshire Dales Nationalpark. Zunächst mussten wir uns auch hier durch die Staus in Hall winden, um Richtung Norden fahren zu können. Von der A1 in Bedale abgebogen, geht es in die Berge des Nationalparks. Zunächst durchfahren wir ein riesiges Panzerübungsgebiet der Streitkräfte, um schließlich zum Tan Hill zu gelangen – dort ist der höchst gelegenste Pub von England zu besuchen. Nach einem englischen Tee, den wir im Pub vom einem etwas griesgrämigen „Hüttenwirt“ serviert bekommen, geht es weiter nach Gretna Green. Reinhard schaut sich die „Schmiede“ mit den dortigen „Heiratseinrichtungen“ an und ich „bewache“ freiwillig die beiden Motorräder. Nach einer Pause geht es entlang der Schottisch/Englischen Grenze nach Jedburgh, wo wir uns in einem Hotel eingebucht haben. Heute Abend wird dann erst einmal ein gutes Steak gegessen!!!

Morgen geht es weiter in Richtung Edinburgh.

 

 

Donnerstag, 14. Juni 2018 Jedburgh bis Edinburgh – 201 Km

 

In Jedburgh gestartet, fuhren wir zunächst Richtung Norden – zur Dryburgh Abbey, eine Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert, die im Mittelalter dreimal zerstört wurde und jetzt als Ruine zu besichtigen ist. In den Ruinen liegt auch Sir Walter Scott an der Schleife des Flusses Tweed begraben.

Die komplette Nacht hat es geregnet und ein Sturm in Orkanstärke fegt immer noch über das Land. Bäume sind entwurzelt und viele Äste liegen unterwegs auf der Straße – man muss heftig aufpassen, dass man nicht in einen großen Ast oder gar umgestürzten Baum fährt. Auf dem weiteren Weg, für ein kurzes Stück wieder Richtung Westen, um dann endgültig nach Norden, Richtung Edinburgh, kommen wir am Grey Mare's Tail Wasserfall vorbei. Wenn denn die Sonne scheinen würde und der Sturm nicht wäre, hätten wir glatt angehalten. So sind wir ohne Halten weitergefahren und stoppen lieber für eine heiße Schokolade im nächsten Ort.

Frisch gestärkt geht es nun Richtung Norden. Wir besuchen noch die Rosslyn Chapel südlich vor Edinburgh und schauen diese uns außen an. Die Kapelle wurde 1446 erbaut und besitzt eine tolle Architektur.

Im Hotel in Edinburgh angekommen, machen wir uns frisch und gehen auch gleich ins Stadtzentrum. Hier habe ich dann später das bisher größte Steak meines Lebens gegessen – ich habe echt nicht alles geschafft!!!

 

 

Freitag, 15. Juni 2018 Edinburgh – 0 Km

 

Wir haben früh „fürstlich“ gefrühstückt und sind gleich darauf zu unserer Stadtbesichtigung „per Schusters Rappen“ aufgebrochen. Hat man ein so gutes traditionelles englisches Frühstück, benötigt man absolut kein Mittagessen am Tag.

 

Wir besichtigten zunächst das Edinburgh-Castle. So einen Menschenauflauf hatte ich zuletzt während eines Einsatzes zu einer Großdemo erlebt. Wir reihten uns in die Schlange ein und die Menschenmasse zog uns mit sich sich in die Burg hinein. Nach Entrichten von 15 Pfund (als „Senior“ hat man in GB mehr Vorteile und Preisnachlässe, als in Deutschland) wurden wir weiter in die Burg hinein „geschoben“. Auf der riesigen Esplanade vor der Burg wurden bereits wieder die Tribünen für das demnächst stattfindende Military Tattoo aufgebaut.

Das Castle liegt hoch über der Stadt auf einem Berg vulkanischen Ursprungs. Die Burg an sich lässt sich im Ursprung nicht datieren, wurde aber immer wieder ausgebaut und war der Sitz der Schottischen Könige. Wir konnten uns in der Burg vieles anschauen - bis auf die Kronjuwelen. Vor dem Palast, in dem die Krone aufbewahrt wird, hatte sich eine so große Besucherschlange gebildet, in die wir uns besten Willens nicht einreihen wollten. Es hätte Stunden gedauert, um in das Gebäude zu gelangen! Wir wollten heute ja noch mehr anschauen!!!

Nach dem recht ausgiebigen Besuch des Castles wanderten wir auf der Royal Mile quer durch die Stadt bis hinunter zum Palace of Holyroodhouse, dem Scottish Parliament und zur Queen’s Gallery.
Das
Palace of Holyroodhouse ist immer noch die offizielle Residenz der britischen Königin, wenn diese denn in Schottland weilt. Da der Eintrittspreis zu diesem Palast dermaßen hoch war (nur ganze lumpige 23 Pfund), erfolgte unsere Besichtigung lediglich von außen. Die Inflation der Eintrittspreise, wie sie derzeit in Schottland vorherrscht, wird von uns nicht unterstützt!!!!

Vom Ende der Royal Mile ging es für uns wieder den Berg hinauf zum Calton Hill mit seinem Nelson Monument und einem absolut tollen Ausblick über die Stadt. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause mitten in der Innenstadt marschierten wir wieder zurück zu unserem Hotel.

 

 

Samstag, 16. Juni 2018 Edinburgh – 0 Km

 

Nah dem Frühstück brachen wir wieder zu Fuß Richtung Innenstadt und weiter bis zum Ende der Royal Mile auf. Vorbei am Scottish Parliament wanderten wir Richtung Arthur´s Seat, dem Gipfel eines Berges, der direkt neben dem Palace of Holyroodhouse liegt und eine der schönsten Aussichten über Edinburgh mit Firth of Forth und Hafen bietet. Regen setzt ein und wir sind froh, dass wir unsere Regenjacken mitgenommen haben.

An der Abbruchkante des Vulkangesteins stoppen wir und nutzen nun den Rundweg auf der Seite zur Stadt – ein toller Blick, wenn auch im Regen. Über einen rutschigen Weg geht es wieder steil hinunter zur Stadt.

 

Nach einem heißen Getränk – das hat echt gutgetan! - geht es wieder in die Innenstadt zur Princess Street, wo wir den Bus zur Stadtrundfahrt besteigen.

 

Wir beschließen, die National Gallery of Scotland zu besuchen und sind zunächst sehr überrascht, dass hier freier Eintritt besteht, obwohl sie mit ihren exquisiten Sammlungen europäischer Malerei von der Renaissance bis zum Post-Impressionismus zu den bedeutenden europäischen Kunstmuseen in Europa gehört.

Etwas platt vom vielen Laufen und Besichtigen marschieren wir wieder zu unserem Hotel und ruhen etwas aus.

Heute Abend findet dann unser „Abschiedsessen“ von Edinburgh statt, morgen geht es dann mit den Motorrädern über den Firth of Forth Richtung Norden in die Highlands. Dann wollen wir zelten.

 

Mal schauen wie das Wetter ist!!??

 

 

Sonntag, 17. Juni 2018 Edinburgh bis Tarland - 230 Km

 

Nach dem Frühstück entstand Aufbruchsstimmung. Gestern Abend hatten wir noch sehr vorzügliches Essen bei einem Inder gegessen – lecker!

Die Motorräder werden wieder beladen und wir starten bei bedecktem Wetter. Die Fahrt führt uns über die Firth of Forth Bridge, wo wir leider nicht für ein Foto anhalten können. Vier Aschaffenburger überholen uns – ebenfalls mit Motorrad.

Die Fahrt führt uns aus dem Ballungsgebiet von Edinburgh in die Highlands.

Ich hatte einen Stopp am Schloss Balmoral zur Besichtigung eingeplant. Als wir dort aber ankommen und auf die Eintrittspreise schauen, vergeht uns die Lust. Ganze 11,50 BP wollen die für das Anschauen für den Park und lediglich einem Ballsaal in den Gebäuden – das ist schlichtweg Wucher. Auch ein britisches Motorradpärchen beschwert sich vehement. Auch wir fahren nach kurzem Stopp ohne „Besichtigung“ weiter zu unserem Campingplatz in Tarland. Wir beide übernachten für ganze 11,50 BP – der Eintrittspreis für die Schlossbesichtigung!!

Dieser Platz ist sehr sauber und zu empfehlen! Das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Leider haben wir kein Internet und so muss das Tagebuch warten.

 

 

 

Montag, 18. Juni 2018 Tarland bis Charlestown of Aberlour - 257 Km

 

Schon sehr früh – so gegen 07.00 Uhr – begannen wir unsere Sachen zu packen. Ich bin ein wenig frustriert: Reinhard hat ein Wurfzelt und ist daher um Welten beim Auf- und Abbau schneller.

Die Nacht hatte uns sehr starken Regen und einen heftigen Sturm beschert, den aber beide Zelte mit ihren Insassen gut überstanden. Ich frühstücke noch kurz und Reinhard beschäftigt sich anderwärtig – er isst erst später! Los geht’s!

Zunächst muss erstmal eine Tankstelle gesucht werden, da die Tanke in Tarland (Garmin weist darauf hin!) nicht mehr existent ist. Wir ändern die Tour leicht ab und finden eine gut versteckt in Ballater, wo wir auch gleich noch eine heiße Schokolade trinken.

Jetzt geht es über Ministraßen (von „einspurig“ kann hier nicht mehr gesprochen werden!) Richtung Nordosten zur Nordseeküste. Die Briten, die uns entgegenkommen sind immer sehr höflich und stoppen in den Passingplaces, um uns vorbei zu lassen – Danke!

Wunderschöne alte Fischerdörfer und Buchten befinden sich im Bereich Fraserburgh bis Cullen. Hier fahren wir an der Küste entlang und freuen uns über das Wetter, das zwischen Sonnenschein und Wolken wechselt – es sind sogar mal 20 Grad!!!!!!

 

Bevor wir auf den Campingplatz fahren, wir eingekauft – heut gibt es Würstchen, Krautsalat und, und und ….

 

Hier in Charlestown of Aberlour nicht weit vom Campingplatz befinden sich einige sehr gute Destillierien. Morgen werden wir mal eine besuchen!

Leider scheint es immer noch kein WLAN zu geben, so wird das Tagebuch jetzt über Handy eingestellt.

 

 

Dienstag, 19. Juni 2018 Charlestown of Aberlour - 0 Km

 

Heute haben wir richtig gut und lange ausgeschlafen. In der Nacht war es allerdings auch wieder sehr windig und kalt – wir verzogen uns bereits um 20 Uhr in den Schlafsack. Angenehm!!! Nach einem sehr ausgiebigen selbstgemachten Frühstück und dem erforderlichen Waschen einiger Klamotten, ging es dann gegen 11 Uhr zu Fuß Richtung Destillerie in Charlestown of Aberlour, wo wir nach knapp 3 Kilometern ankamen. Leider waren alle Besichtigungstermine des Tages bereits ausgebucht und selbst Reinhards Beteuerungen, wir seien ja extra deswegen von Deutschland angereist, blieben ohne Erfolg.

JAAA, aber da gibt es doch einen Nachbarort – so knappe 9 Kilometer entfernt. Da gibt es Destillerien, die laufend Führungen und Vertestungen anbieten – so die nette Dame an der Rezeption. Machen wir doch: zu Fuß über den Berg nach Dufftown zur Glenfiddich.

Wir marschierten quer durch die Highlands auf einsamen Wald- und Wiesenwegen nach Dufftown und wurden in der Destille sehr freundlich empfangen. „Klar, Ihr könnt hier in 15 Minuten Euch einer Führung anschließen!“ So die nette Empfangsdame. Ums kurz zu machen: die Führung war sehr gut und die anschließende Vertestung führte dazu, dass wir lieber wieder mit dem Taxi zum Campingplatz fuhren.

Der Abend wird wohl mit einem guten Essen – Spagetti und Pastete – enden.

 

 

Mittwoch, 20. Juni 2018 Charlestown of Aberlour bis Lairg – 317 Km

 

Fast die gesamte Nacht hat es geregnet und morgens hört es nicht auf. Schon gegen 06 Uhr versuche ich im Zelt alles soweit zu richten, dass ich alles nur noch in die Rolle oder die Koffer am Motorrad verpacken muss. Reinhard hat mit seinem Wurfzelt da weniger bis gar keine Probleme.

Wir frühstücken trotz des Regens noch gut – es gibt Rühreier! Dabei sitzen wir unter dem Tarp von Reinhard, dass uns bisher schon einige Male aus der Patsche – dem Regen, geholfen hat.

Im Nieselregen die Sachen noch schnell einpacken – das Zelt ist patschnass!!!

Wir fahren an der Aberlour Distillery vorbei Richtung Inverness. Da wollen wir zunächst aber mal nicht hin. Wir fahren auf Single Road Tracks, die unseren Feldwegen gleichen, quer zum Glen Kyllach über die Berge zum Loch Ness. Auf engsten Fahrspuren geht es teils in Serpentinen zunächst die Berge hinauf und dann zur Behausung von NESSIE, dem legendären Ungeheuer von Loch Ness, wieder hinunter. Entlang des Lochs dann über Fort Augustus Richtung Inverness.

Die Mittagpause bei einem Glas heißer Schokolade genießen wir unterwegs wieder in der Sonne.

Hinter Inverness, bei Tain, besuchen wir einen reich verzierten Piktenstein. Im 4. Jahrhundert v. C. wanderten die Pikten von Irland nach Schottland ein und bildeten dann dort 4 Königreiche, die dann erst sehr spät christianisiert wurden. Die Steine befinden sich immer im Sichtweit zur See – hier der Nordsee.

Nun geht es entlang des Falls of Shine zu unserem Campingplatz nördlich von Lairg. Der Platz ist eher eine Wiese mit Teich. Lediglich ein englisches Pärchen mit Wohnwagen befindet sich als Gast zudem noch auf dem Platz. Einsam, aber unsere Gastgeber sind sehr freundlich. Trotz geringem Komfort kann man sich hier sehr wohl fühlen. Wir bauen unsere Zelte direkt neben dem Weiher auf. Die berühmten kleinen Plagegeister sind wegen der kalten Witterung noch nicht geschlüpft und so können wir uns auch ohne Mückenschutz bewegen. Zum Abendessen gibt es Linsensuppe mit Wurst.

Nach dem Essen geht’s in den Aufenthaltsraum, da draußen ein scharfer Wind bläst und die Temperaturen erheblich nach unten drückt. Wir lesen und laden unsere elektrischen Gerätschaften wieder auf. Der Akku meiner Fotokamera scheint heute endgültig den Geist aufgegeben zu haben – ich kann den zwar laden, aber nach einigen wenigen Fotos ist er wieder entladen. Ist wohl defekt! Jetzt muss ich mit dem Handy fotografieren und ggf. auch filmen – wäre schade!

 

Reinhard ist eben mal vor dem Aufenthaltsraum gegangen und ich höre draußen intensive Gespräche zwischen ihm und anderen Gästen. Er kommt wieder rein und sagt, „wir müssen die Pfanne nochmal aufsetzen! Ich habe Fisch bekommen und den müssen wir unbedingt noch essen.“ Er hat von Nachbarn einiges an Fisch bekommen. Reinhard macht die Pfanne klar und nochmal geht’s ans Essen – delikat! Ich, normaler weise Fischverschmäher, finde das Essen wunderbar und lange ebenfalls zu. So sind unsere Bäuche sehr gut gefüllt und wir gehen wieder zum Relaxen über.

 

 

Donnerstag, 21. Juni 2018,  Lairg bis Scourie– 248 Km

 

Die Sonne scheint mir ins Gesicht und mein Blick auf die Armbanduhr sagt mir, dass es gerademal 06 Uhr ist - ich bin ausgeschlafen und erholt. Ich winde mich aus dem Schlafsack und begebe mich zum Duschen. Um diese Uhrzeit ist auf dem Platz noch niemand unterwegs. Als ich zurückkomme, streckt Reinhard auch schon seinen Kopf aus dem Zelt.

Langsam wird alles wieder verpackt und in Koffer und Rolle eingeräumt. Reinhard ist ja wie bereits beschrieben wesentlich schneller und steht bereits am Kocher für das Frühstück. Der Wind hat immer noch nicht abgenommen und so sind die Temperaturen auch mal wieder absolut im Keller. Ein heißer Kaffee oder Tee tut da schon gut! Ab und an tröpfelt es auch. Die Witterung hat noch nicht umgeschlagen!

Wir starten und es geht weiter Richtung Norden.

Die A 871 ist als absoluter Singletrack „ausgebaut“ und sehr, sehr einsam. Außer vielen Schafen, die auch auf der Straße stehen oder liegen – langsam Fahren ist da angesagt - sieht man nur noch Wildtiere. Kaninchen und den abseits der Straßen liegende Hirsche kann man ebenfalls bewundern. Ab und an schreckt ein entgegenkommendes Fahrzeug auf und man muss sich einigen, wer denn im Passing Place wartet. Die Straßen sind soweit in einem guten Zustand. Aufpassen muss man nur, im Begegnungsverkehr nicht von der Teerdecke abzufahren. Die Seitenstreifen gehen direkt ins Moor über. Da kommt man selbst mit dem Motorrad dann nicht mehr raus!

Ab und an kann man sehen, dass Torf abgebaut wurde, sonst gibt es nur „Landschaft pur“. Kurz vor der Nordküste halten wir an, um einen Tee zu trinken. Nun geht es wieder Richtung Westen. Wir fahren an der Smoo Cave, einer Küstenhöhle und kommen auch schon bald zu unserem Campingplatz in Scourie. Jetzt wird noch getankt und eingekauft – es soll wieder ein gutes Abendessen geben!

Auf dem Campingplatz angekommen, bauen wir unser Zelt mit Blick auf das Meer auf – eine tolle Aussicht!

Abends gibt es aus „Reinhards Küche“ Kurzgebratenes – wieder mal sehr schmackhaft!

 

 

Freitag, 22. Juni 2018,  Scourie – 0 Km

 

Gegen 08 Uhr klettern wir aus unseren Zelten. Gestern Abend wurde es wieder windig und damit doch recht kalt, sodass wir dann recht früh in die Schlafsäcke krochen. Auch heute Morgen ist es bedeckt und es nieselt einmal kurz, hört jedoch nach einigen Minuten wieder auf.

Wir hatten uns für den heutigen Tag vorgenommen mal zu waschen, die Motorräder zu überprüfen, einen Akku für meine Canon zu bestellen und danach zu wandern. Soweit klappte auch alles, bis auf das Ordern meines Akkus. Wir wollten ihn auf den Campingplatz nach Skye (Portree) senden lassen, um ihn dann dort zu übernehmen. Passende Akkus gab es wie Sand am Meer, jedoch KEINE Firma wollte diesen dann „auf die Inseln“ senden – dies war absolut ausgeschlossen!! Auch der hiesige Campingplatzinhaber bestätigte mir, dass dies wohl so in UK üblich sei. Auch hier hätten sie diese Schwierigkeiten, obwohl wir ja noch auf Festland seien. Die Logistik ist da wohl noch nicht so recht entwickelt.

 

Noch am Spätvormittag kommt die Sonne etwas raus und wir starten zu einer Küstenwanderung in Richtung Süden. Die Wanderung wird schon fast zu einer kleinen Bergtour, da wir uns teilweise wie in den Alpen bewegen mussten. Der angedeutete Pfad war sehr schmal und wir mussten öfter auch die Hände zum Vorwärtskommen nutzen. Die Aussichten waren phänomenal!  

In den Buchten war sehr viel Strandgut angeschwemmt worden – Dreck der Wohlstandsgesellschaft – auch hier abseits im Norden Schottlands.

Nachdem der Pfad sich nach einigen Kilometern im Nichts aufgelöst hatte, gingen wir quer in die Berge hinauf, um wieder zur Straße nach Scourie zu kommen.

 

Heute Abend gibt es dann gebratene Würstchen – wieder aus „Reinhards Küche“.

 

 

Samstag, 23. Juni 2018,  Scourie bis Gairloch – 210 Km

 

Heute gibt es nur ein kleines Frühstück und wir starten, ohne dass die Zelte nochmals nass wurden.

Über die A 894 fahren wir grobe Richtung Süden. Die Straße ist gut ausgebaut und wir kommen schnell vorwärts. Nach knapp einem Viertel der Strecke kommen wir zum Ardweck Castle, einer alten verfallenen Burgruine, die jedoch jetzt noch ihren Charme in der kargen Landschaft ausstrahlt. Hier wenden wir und biegen dann Richtung Lochinver ab. Nun kommen wir wieder auf Single Track Roads, die sehr steil und kurvig sind. Die Straße, Wee Mad Road genannt, führt direkt an der Küste entlang – wunderschön!!!! Wenn es nicht schon wieder nieseln würde. Die Fahrbahn ist so eng, dass wir heftig aufpassen müssen, da hier auch kein Motorrad an einem Pkw oder auch anderem entgegenkommenden Motorrad vorbei kommt.

Auf der A 835 eingebogen, haben wir wieder zwei Fahrspuren und wir geben Gas. Mittags halten wir in Ullapool, einem kleinen Küstenstädtchen, das auch eine Fährverbindung zur Isle of Lewis hat, und essen eine leckere Suppe. Hier gibt es leider auch kein Fotogeschäft, in dem ich einen Akku für meine Kamera besorgen könnte.

Weiter geht es über die A 832 bis nach Gairloch, in dessen Nähe unser Campingplatz für die nächsten 2 Übernachtungen, liegt.

Abends gibt es für jeden von uns ein riesiges Steak - sehr gut zubereitet von meinem Mitfahrer. Ich werde echt verwöhnt!!!

Das Wetter soll ab morgen ja besser und wärmer werden.

 

Sonntag, 24. Juni 2018,  Gairloch – 0 Km    - Ruhetag

 

Nach langem Schlafen und gemütlich Frühstücken laufen wir so knapp 11 Kilometer vom Campingplatz nach Gairloch und zurück. Wir begeben uns dort in ein Cafe und relaxen ein Stück. Zurück geht es wieder auf dem gleichen Trail, der einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Bucht bietet. Abends gehen wir im Restaurant des Campingplatzes „altschottisch“ Essen. Mein Gott, das waren Mengen!! Total überfuttert gehen – ich war zumindest „rappel voll gefr…..“ – wir unseren Zelten, um in den Schlafsack zu fallen. Zuvor gab es natürlich den –mittlerweile traditionellen – Abend- und Schlafsack-Whisky.

 

Montag, 25. Juni 2018,  Gairloch bis Portree auf Skye – 240 Km

 

Heute war es bisher der schönste Tag in Punkto Tour und auch Wetter. Gegen 08.30 Uhr brachen wir auf dem Platz bei Gairloch auf, um eine der bisher schönsten Touren zu unternehmen.

Wir fahren die A 892 und biegen auf die A 896 nach rechts ab. Die Fahrt führt über Balgy, entlang der Küste Richtung des kleinen Dörfchen Applecross – immer auf Single Track Roads und sehr, sehr eng. Die Landschaft ist wunderschön und die Sonne scheint.

Als wir in Applecross ankommen, treffen wir auf eine große Gruppe anderer Motorradfahrer, die sich bereits dort in einem Bistro befinden. Wir begeben uns auch dort hin, da der Applecross Inn erst ab 12 Uhr Essen anbietet. In diesem Inn soll es hervorragendes Essen geben – naja, dann gehen wir halt zu den anderen in den Bisto. Das zweite Frühstück, das wir bekommen, ist ebenfalls sehr lecker. Und so stärken wir uns für die nächste Etappe – die Passdurchfahrt über den Creag Gorm landläufig als Applecross-Pass bekannt.

Wir beide haben echt schon viele Pässe gefahren, aber dieser ist der phänomenalste der Pässe. Die Fahrbahn ist im besten Fall so um die drei Meter breit und rechts wie links extreme Absätze. Man muss höllisch aufpassen, dass man nicht vollbeladen in Berg- oder Talfahrt vor einem einheimischen Fahrzeug steht. Heute schaue ich doppelt so aufmerksam bis zum nächsten Passing Place, ob die Fahrbahn auch wirklich frei ist – hier gibt es absolut kein Rangieren oder Ausweichen! Die Abfahrt erinnerte mich etwas an die Abfahrt im Stilfser Joch, die Fahrbahn hier ist halt nur wesentlich schmaler. Geschafft!!!

Wir halten für ein Foto noch am Eilean Donan Castle. Dieses liegt auf einer kleinen Insel mitten im Loch Alsh. Die Burg ist gut erhalten und kann besichtigt werden, was wir uns jedoch sparen. Weiter geht es zur Brücke zur Isle of Skye und über die A87 nach Portree, wo wir drei Nächte bleiben wollen. Wir wollen uns die Isle of Skye auf einer Rundfahrt anschauen und eventuell etwas wandern. Momentan scheint das gute Wetter ja zu halten.

 

 

Dienstag, 26. Juni 2018,  Portree auf Skye – 94 Km

 

Zum Frühstücken laufen wir nach Portree. Wir schauen uns den Hafen und die kleine Stadt an. Hoch über dem Hafen sitzen wir in einem Café und schauen über die, im Sonnenschein liegende, schöne Bucht. Ein Bummel durch die Stadt schließt sich an.

Am frühen Nachmittag starten wir für eine kleine Rundfahrt über den nordwestlichen Teil der Insel. Dabei fahren wir am „Old Man of Storr“, einer steilen Felsformation auf der Landseite. Was muss hier in der Hochsaison nur los sein, wenn jetzt schon die Fahrzeuge fast einen halben Kilometer entlang der Straße geparkt sind, um Richtung Felsen zu wandern!!?? Weiter geht es vorbei an den Mealy Falls und nach Uig, wo wir über eine Ministraße quer zurückfahren. Hierbei kommen wir auch an The Quiraing, einem berühmten Fotospot vorbei.

Zurück nach Portree, einkaufen und Essen.

Morgen wollen wir wandern!

 

 

Mittwoch, 27. Juni 2018,  Portree auf Skye – wenige Km

 

The „Old Man of Storr“ lockt uns heute und wir fahren mit dem Motorrad dort hin, um dann aus den dicken Motorradklamotten zu springen.

In Wandersachen lässt sich der heftige Sonnenschein schon wesentlich „besser ertragen“. NUR NICHT MECKERN!!! Wir sind froh, dass solch ein Wetter uns eingeholt hat und wir auch wandern können.

Vor uns haben schon wieder viele andere den Parkplatz belegt, aber für zwei Motorräder bekommt man (fast) immer Platz. Wir starten auf ungefähr 100 Höhenmetern und marschieren den Wanderweg bis auf 504 Höhenmeter. Die Felsnase ist nicht zu erklimmen, so klettern wir weiter über den Needel Rock zu einem Gipfel, der in meinen Karten keinen Namen hat. Dieser hat die Höhe des „Old Man of Storr“ und wir können hinüberschauen. Ich mache viele Fotos, da mich die tolle, klare Aussicht fasziniert!

 

Hier oben weht eine leichte Brise und man muss höllisch aufpassen, dass man sich nicht Gesicht und Arme verbrennt.

Runter geht es fast wie von selbst – nur aufpassen muss man, da der Weg doch sehr steil ist.

Etwas ausgepumpt klettern wir wieder in unsere Motorradsachen und fahren zu Campingplatz, wo wir den Tag mit Relaxen und einem guten Essen ausklingen lassen.

Morgen früh starten wir Richtung Fort Williams, wo wir eventuell auch 3 Nächte bleiben wollen. Auch hier ist etwas Wandern angesagt.

 

Wir haben schon überlegt, unsere Tour abzuändern, um zudem noch die Insel ISLAY zu besuchen. Dort wird von uns beiden jeweils der Lieblingswhiskey produziert. Eventuell können wir uns das ja mal anschauen. Mehr wird erstmal nicht verraten!

 

 

Donnerstag, 28. Juni 2018,  Portree bis Fort William - 150 Km

 

Wir waren schon sehr früh wach, die Zelte auch dem Platz standen sehr eng und so hörte jeder das Schnarchen seiner Nachbarn und ein Berliner war besonders intensiv „unterwegs“.

Aufstehen, waschen Kaffee machen. Ich bin gut durchgeschwitzt, als alles auf dem Motorrad verstaut ist – die Sonne scheint schon sehr intensiv – besser als Regen!!!!

Wir fahren nach Portree und dann die A 87 in östlicher Richtung. Einige Kilometer vor der Brücke zum Festland biegen wir rechts auf die A 851, Richtung dem kleinen Fährhafen Amadale ab. Wir kommen genau richtig an, um mehr oder weniger die letzten Überfahrtkarten für die Fähre um 10.40 Uhr zu bekommen. In Großbritannien werden die meisten Fähren wohl vorgebucht und so sind diese eventuell schon voll, wenn man am Fährhafen ankommt. Es folgt eine tolle Überfahrt.

 

Im anderen Fährhafen, Mallaig, geht es weiter über die A 830 Richtung Fort William. Wir kommen am Glenfinnan Monument vorbei. Hier erst einmal eine Fotopause eingelegt. Da Monument erinnert an den Aufstand der Jakobiter 1745. Die Gedenkstätte mit der Statue eines Highlanders wurde 1815 errichtet.

 

Als wir in Fort William ankommen ist es noch recht früh am Nachmittag, kommt uns aber gerade recht. Wir sind gut durchgeschwitzt und holen uns erstmal ein eiskaltes Bier!!!! Dann erst werden die Zelte aufgebaut. Das muss sein. 3 Nächte sind wir hier und werden morgen und übermorgen wandern.

 

Hier in Schottland haben wir jetzt schon sehr oft festgestellt, dass es so gut wie fast kein mobiles Internet gibt – dafür wird an jeder Ecke ein „schweinteures“ WLAN angeboten, welches wir aus Prinzip nicht ordern. Sonstige WLAN-Verbindungen gibt es nur in guten Lokalen. Es scheint so, dass sich die Internetanbieter gut abgesprochen haben. Heute funktioniert das Hochladen über Handy mal wieder nicht, als kommt der Eintrag in den nächsten Tagen ins Web.

 

 

Freitag, 29. Juni 2018, Fort William - 0 Km

 

Heute wanderten wir um das Tal, in dem der Campingplatz liegt. Zunächst ging es auf einem schmalen Trampelpfad linksseitig den Fluss Nevis hinauf. Der Pfad wird bei anhaltendem Feuchtwetter nicht zu laufen sein, da auch wir – jetzt ist es schon einige Zeit trocken – durch viele morastige Stellen waten mussten und über Bachzuläufe klettern. Der Weg hatte schon etwas von „Bergtour“. Entlang des Flusses war es trotz 27 Grad zum Großteil angenehm kühl.

An der letzten Brücke über den Fluss (eine einspurige Erschließungsstraße führt noch zum Endparkplatz, bevor die Straßenbefestigung abrupt endet) wechselten wir die Seite und liefen nun über einen Forstweg auf halber Höhe des Tales wieder zurück zu unseren Zelten.

Ein kaltes Bier hatten wir uns gegen Nachmittag bei Rückkehr verdient und relaxten nun bis zum Abendessen, das wir im Navis Restaurant nebenan einnehmen werden.

 

Leider klappt das mit dem Internet noch immer nicht. Weder WLAN (kostenpflichtig) noch mobile Daten haben einen genügenden Durchsatz. So können die Einträge auch erst in den nächsten Tagen gelesen werden.

 

 

Samstag, 30. Juni 2018, Fort William - 0 Km

 

Nach einer unruhigen Nacht auf dem Campingplatz fuhren wir auf einer Single Track Road einige Kilometer im Tal des Glen Navis bis zum Deadend hinauf. Auf einem kleinen Parkplatz, der bereits total überfüllt war, stellten wir unsere Motorräder ab und wanderten anschließend auf einem Alpin-Pfad weiter das Tal, das nun in ein Hochtal überging, hinauf. Der Flusslauf war von Wasserfällen gespickt und die gesamte Zeit begleitete uns das Rauschen.

In der Mitte des Hochtals befindet sich immer noch die Hochseil-Brücke (3 Stahlseile gespannt), die ich von 1976 kenne. Zwischenzeitlich zwar mit neuem Sockel und vermutlich neuem Stahlseil versehen, leistet sie immer noch ihren Dienst. Nach ihrer Überquerung – echt schön wackelig!! – kommen wir zu einem riesigen Wasserfall. Dort wird pausiert und anschließend die Strecke wieder zurückgelaufen.

Bei mir kommen immer wieder Erinnerungen zu meinem letzten Besuch dieses Hochtals auf. Schön, dass ich das noch einmal sehen konnte.

Morgen früh geht es weiter – nach einer längeren Strecke noch auf dem Festland, nach Islay – die Insel „unser beider Whiskeyproduzenten“.

 

 

Sonntag, 01. Juli 2018, Fort William bis Bowmore auf Islay  - 190 Km

 

Wir sind schon sehr früh auf den Beinen, da seit 05 Uhr immer wieder Autotüren geschlagen werden oder Leute sich unterhalten, obwohl immer noch „Nachtruhe“ gilt – muss man wohl mit leben! Ich werde dies für gerade diesen Platz in den dess Bewertungen festhalten.

Wir schauen uns zunächst die Destille von Fort William von außen an – Ben Nevis.  Heute ist Sonntag und man hat geschlossen! Der Whisky gestern Abend war sehr gut, der Hersteller uns aber völlig unbekannt.

Die Fahrt geht von Fort William über die A 82 Richtung Süden, dann über die A 85 nach Osten – bis zum Kilchurn Castle, eine wunderschöne alte, verfallene Festung. Nach einem Foto geht es weiter nach Inveraray, wo wir auch auf ein Eis anhalten. Bei schönsten Sonnenschein fahren wir dem Loch Fyne entlang. Über die A 83 geht es bis zum Fährhafen Kennacraig. Einen Ort können wir hier nicht entdecken, der einen solchen Namen trägt, aber der Fähranleger mitten in der Landschaft nennt sich wohl so.

Wir kommen gerade richtig, da die 13 Uhr-Fähre ablegen will. Wir haben zwar die 15 Uhr-Fähre gebucht, werden aber sofort auf diese Fähre gewunken, da hier noch Platz ist. Das kommt uns gerade recht!

Nach einer sehr schönen und ruhigen 2stündigen Überfahrt kommen wir aus Islay an. Der erste Weg führt uns zu Reinhards Distellerie Caol Ila, die kurz nach der Anlegestelle einsam am Meer gelegen ist. Hier gibt es zwar Führungen, aber wir haben keine Unterkunft in der Nähe. Die nächste Distellerie, die wir über eine 7 Kilometer lange kleine, schmale Straße anfahren, heißt Bunnahabhain und ist uns beiden nicht bekannt – sie liegt noch einsamer in der Landschaft! Auch hier in der Nähe gibt es keine Unterkunft!

Wir fahren, nachdem wir unterwegs mehrmals wegen einer Übernachtung vergeblich nachgefragt hatten, nach Bowmore. Auch gibt es keine Möglichkeit. Wir möchten aber hier bleiben. Ich begebe mich zur Polizeistation und frage dort zwei Kolleginnen, die intensive Telefonate folgen ließen. Nach einiger Zeit haben wir mit einem male genau dort ein tolles Zimmer(B&B), wo wir schon vergeblich gefragt hatten. Ist schon komisch!

 

ABER:

Nochmals herzlichen Dank an Euch liebe Kolleginnen aus Schottland!!! Solltet Ihr dieses lesen.

 

So können wir unsere Sachen und die Motorräder über 2 Nächte unterbringen und morgen ohne großen Aufwand die Distille Bowmore besichtigen. Wild Zelten wäre zwar eine Option gewesen, aber auch da hätten wir ein Taxi bemühen müssen, da wir ja nicht mitten im Ort zelten können. Unterwegs wird es dazu sicher noch genügend Möglichkeiten geben.

 

 

 

Montag, 02. Juli 2018, Bowmore auf Islay  - 70 Km

 

Nach einem mehr als reichhaltigem Frühstück melden wir uns bei Bowmore zur Werksbesichtigung an. Derzeit steht der Betrieb und es ist zwar nicht die Produktion zu besichtigen, aber die Erklärungen und Verkostung werden schon genügend sein.

Wir fahren noch (fast) den Rest der Destillerien ab und schauen uns zumindest die Museen und Shops an:

Am späten Nachmittag schaffen wir es gerade noch so zur Besichtigung der Bowmore Destillerie. Diese Besichtigung und auch Verkostung war sehr gut, obwohl die Destille momentan renoviert und überholt wird – der Betrieb steht momentan!

Zu Fuß (!!!!!) geht es zu unserem B&B zurück - Gerald besonders für Dich!!!!!

Wir hatten einen wunderschönen Tag, was das Wetter angeht und auch die Besichtigungen waren sehr ansprechend. Im Hafen von Bowmore gehen wir zum Abendessen!

Morgen geht es wieder auf das Festland – nach Stirling!

 

 

Dienstag, 03. Juli 2018, Bowmore bis Stirling  - 211 Km

 

Wir verabschieden uns von unserer B&B-Mutti, die die zwei Tage unseres Aufenthaltes ein echt tolles und umfangreiches Frühstück gezaubert hat und fahren zum südlichen Fährhafen auf Islay, nach Port Ellen. Um 09:45 Uhr geht von dort unsere Fähre wieder zum Festland und wir können nochmal über 2 Stunden eine sonnige Überfahrt genießen.

Angekommen, fahren wir die A 83 wieder nach Norden, bis Inverary. Von dort weiter über die A 82 Richtung Glasgow – der Verkehr wir immer dichter und zum Schluss quälen wir uns in einer riesigen Schlange vorwärts, bis wir endlich nach Osten in Richtung Stirling abbiegen können. Hier können wir wieder frei fahren und kommen so gegen 15:30 Uhr auf unserem Campingplatz hinter dem Wallace Monument an. Wir bleiben nur für eine Nacht, da wir morgen zwei Nächte im Galloway Nationalpark campen und wandern wollen.

 

Heute Abend machen wir mal wieder selbst unser Abendessen – es gibt Spaghetti!

 

 

Mittwoch, 04. Juli 2018, Stirling bis Glentrool Village - 232 Km

 

Nachdem gestern mein Foto Akku komplett ausgestiegen ist und ich überhaupt nichts mehr mit der Kamera anstellen kann, schlug Reinhard vor, mitten in Glasgow nach einem neuen Akku zu suchen. Im Internet hatten wir bereits ein Geschäft ausgemacht, das mit Elektronik und Kameras handeln sollte. Also auf ins Chaos!!!!!!

Reinhard fuhr vor und wir hatten an sich bis fast in die Mitte von Glasgow wenig Probleme. Doch dann ging´s los! Das Geschäft hatte geschlossen – warum auch immer. Neu suchen. Hier ist die Verbindung über mobile Daten doch recht gut. Jetzt noch mehr ins Innere von Glasgow, ins Bankenviertel, wo Canon eine Servicewerkstatt unterhält. Ja, auch die hatten keine Ersatzteile, gaben uns aber den entscheidenden Tipp: ungefähr 700 Meter weiter gibt es ein Fotogeschäft, das müsste so einen Akku haben. Nichts wie hin – mitten in den Fußgängerbereich!! Wir parken unsere Motorräder – keiner mault! Und gehen zu der besagten Hausnummer. Ich hätte das so nie gefunden – UND bekamen den Akku! So, jetzt wieder raus aus dieser Stadt, viele Straßen sind hier so steil wie die in San Francisco und vor allem mit Ampeln bestückt, so dass man „Anfahren am Berg üben kann“.

Raus geht es ein Stück über den Motorway, um aus dem Ballungsbereich zu kommen und dann anschließend nur noch auf kleinen Sträßchen Richtung Südwesten – Richtung Galloway Forrestpark.

Wunderschöne sanfte Landschaften folgen und man fühlt sich sofort heimisch. Im Park geht es über eine Single Track Road zu unserem Campingplatz im „NOWHERE“. Hier sagen sich Fuchs und Hase noch „Gute Nacht!“. Die Britische Armee hat Teile des Parks zu einem Übungsgebiet gemacht – so einsam!

ABER, der Campingplatz ist okay und in 4 – 500 Metern gibt es einen Inn, den wir schon getestet haben.

Morgen werden wir mal wieder wandern!

 

 

Donnerstag, 05. Juli 2018, Glentrool Campside - 0 Km

 

Lange ausschlafen. Nach dem Frühstück machten wir dann eine knapp 12 Kilometer lange Rundwanderung, entlang  den Waters of Minnoch and Trool.

Im Gegensatz zu allen bisherigen Wanderungen war hier der Wanderweg sehr gut bezeichnet und auch gepflegt. Wir liefen ab dem Campingplatz zunächst zum Glentrool Village, das aus nur wenigen Häuschen besteht, bogen nach Osten Richtung Loch Trool ab, um dann entlang der beiden Flüsse, Trool und Minnoch, wieder bis zum Campingplatz zu gelangen.

Eine schöne Wanderung durch uralte Baumbestände in einer intensiven Moor- und Urwaldlandschaft.

Nachmittags relaxen!

Leider können wir unser erstes Event in Irland von hier aus nicht mehr buchen – die geplante Wanderung entlang der Hochfelsen von Gobbins, ist schon jetzt total ausgebucht. Wir werden aber trotzdem mal im Besucherzentrum vorbeifahren, vielleicht lässt sich da ja noch was regeln!!? Zunächst müssen wir aber erstmal zur Fähre und 2 Stunden nach Irland (Larne) übersetzen.

 

 

Freitag, 06. Juli 2018, Glentrool Campside - 0 Km

 

Wisst Ihr, was „midges“ sind – spätestens seit heute früh wissen und spüren wir es.

Der frühe Morgen fing bei mir um 05 Uhr an, als „unsere Entenmutter“, im Teich nebenan, wohl nach einem oder mehreren ihrer Kinder suchte und das Gequake sich über längere Zeit hinzog. Ich hatte leider keine Ohrenstöpsel eingesteckt und war nach der Einlage echt „fit“ für den Tag. Da wir eh um 08 Uhr spätestens weg sein wollten, schälte ich mich aus meinem Schlafsack – dabei möglichst wenig Geräusche verursachen!!! Der Reißverschluss meines Zeltes ist sehr leise und ich kann mich in Shorts und T-Shirt aus dem Zelt winden. Mein Gott, vor mir und um mich herum ist plötzlich eine schwarze Wolke – mitches! Ich renne zum Sanitärgebäude. Dort dusche ich in aller Ruhe und es ist fast 06 Uhr, als ich wieder zum Zelt zurückrenne und darin verschwinden will. In diesem Moment erscheint Reinhards Kopf in seinem Zelteingang und sofort wird auch er überfallen.

Wir entschließen uns, sofort ohne Frühstück die Zelte abzubauen und einzupacken. Ich ziehe mir noch meine Gesichtsmaske und einen Hut über und Reinhard verschwindet wieder im Zelt, um voll in Motorradmontur wieder zu erscheinen – er setzt sich zudem noch seinen Helm auf und baut sein Zelt ab.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind wir – trotz Einsprühens – total verstochen und werfen unsere Sachen auf die Motorräder, um sogleich zu starten.

ENDLICH – keine Mücken mehr! Während der Fahrt juckt es an allen unmöglichen Stellen, man kann halt nur nicht an den besagten Stellen kratzen!

Wir fahren aus dem Naturschutzgebiet nach New Stewart, einem kleinen Städtchen, und biegen dort Richtung Stranraer ab. Kurz davor geht eine Straße zum Fährhafen in Cairnryan. Angekommen, holen wir unsere Fährtickets ab und werden, nachdem wir durchsucht wurden – JA, Ihr habt richtig gehört!!!! – in den Fährbereich eingelassen. Ich muss noch meinen linken Koffer öffnen und auspacken. Man hat Angst vor Anschlägen! Anderen Fahrzeugführern geht es genauso! Ich unterhalte mich einige Zeit mit einem gebürtigen Italiener, der jetzt in Schottland wohnt. Dieser bestätigt mir, dass die Angst vor Anschlägen in Großbritannien wohl immer intensiver wird. Er ist auch mit dem Motorrad zu seinem Freund in Dublin unterwegs.

Die Fähre bringt uns mit einer zweistündigen Fahrzeit nach Larne in Nordirland. Von dort fahren wir zum Besucherzentrum von Gobbins. Bei Gobbins handelt es sich um einen Klippenwanderweg, der 1902 als Besucherattraktion eröffnet wurde. Natürlich sind alle Wege und Brücken über die Klippen hinweg schon längst mit Unterstützung der EU erneuert worden.

Wir haben Glück – trotz Versuchs im Internet zu buchen, klappte es ja nicht – können wir an einer Führung um 16 Uhr teilnehmen. Nun hatten wir viel Zeit, uns umzuziehen, die Wanderschuhe zu schnüren und eine mückenfreie Luft zu genießen!

Die Führung wurde mit der Vermittlung von (zu) viel Hintergrundwissen durchgeführt. Kaum waren wir einigen Hundert Meter gelaufen (geklettert), wurde uns schon wieder Neues erzählt. Das war uns einfach zu viel. Wären wir den Weg allein gelaufen – was nicht erlaubt ist – hätten wir das Ganze toll gefunden. Aber so, ich weiß nicht.

Mittags hatten wir schon eine Übernachtung mit Bed & Breakfast gebucht, da wir ja recht spät von unserer Wanderung zurückkommen. Wir haben kurz hinter Larne ein komplettes Haus an der Steilküste für uns. Wir sind die einzigen Gäste, die Wirtin ist sehr nett.

Morgen geht es an der Ost- und Nordküste entlang, dem Giants Causeway.   

 

 

Samstag, 07. Juli 2018, Glentrool Campside bis Foyleside Caravanpak 228 Km

 

Die „midges“ haben uns heute nicht verfolgt, da wir in einem großen Bungalow über dem Meer übernachtet haben und hier soll es auch keine geben! Der Mann unserer Hauswirtin erzählte uns, dass in Schottland überall ab heute die Stufe 5 von 5 bezüglich der midges ausgerufen worden sei. Gut, dass wir jetzt da weg sind. Es ist durch die Wärme jetzt in den Highlands ein riesiges Mückenproblem entstanden.

 

Nach einer sehr ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück geht es heute an der Ostküste auf dem Giants Coastleway Richtung Norden. Wir fahren auf der A2 und folgen der Küstenlinie bis zum Aussichtspunkt auf die Seilhängebrücke von Portaneevy, die jedes Jahr erneuert wird und einst hauptsächlich für die heimischen Fischer zum Lachsfang dienen sollte, jetzt tummelt sich hier „die Welt“ mit Bustransfers. Wir schauen uns das kurz an und fahren gleich weiter, auch am Giants Causeway, einer Basaltsäulensammlung in der Brandung sind wir nicht interessiert, da auch hier nur über einen sehr überteuerten Parkplatz plus kostenpflichtiger Führung diese Natur bestaunt werden kann. Nicht mit uns!!

 

Wir fahren weiter zur Bushmills Destillerie und schauen uns dort – ohne Führung – die Gebäude und den Shop an. Für unseren täglichen Abendwhiskey hat Reinhard dabei auch gesorgt. Weiter geht es nach Londonderry oder Derry. Wir besichtigen die Friedensbrücke, die Stadtmauer, die noch 1,5 Kilometer rund um die Altstadt herum führt. Die Innenstadt ansich ist ebenfalls sehenswert.

Vor dem Campingplatz wird noch für ein fülliges Abendessen gesorgt und auch anschließend gekocht und gegessen. „I am full up!“

 

 

Sonntag, 08. Juli 2018, Foyleside bis Crocknamurleog, 236 Km

 

Abends haben wir noch sehr lange vor dem Zelt gesessen – hier gibt es nicht die Massen an Mücken. So ist der Morgen etwas verschwiegener, da wir immer noch müde sind.

Wir fahren Richtung Westen. Über sehr kleine Straßen geht es zur Küste, an den nördlichsten Punkt in Irland am „Wild Atlantic Way“ – Malin Head. Hier stehen die Reste eines Wachturms. Banba’s Tower wurde 1805 von der britischen Admiralität errichtet und war bis 1909 in Benutzung. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von den Irish Defence Forces als Aussichtsturm verwendet. Die riesigen Lettern EIRE zeigten während des Krieges den gegnerischen Flugzeugen, dass hier neutrales Gebiet überflogen wurde.

Auch Marconi hatte hier zuvor seinen "Telegraphen-Turm", um über den Ozean nach Amerika zu funken.

Wir drehen wieder Richtung Süden und fahren weiter bis auf die Klippen von Dunree, auf denen auch die Festung gleichen Namens gebaut ist. Heute beherbergen die Bunkeranlagen ein Militärmuseum. Die Festung überwachte das Lough Swilly, eine große Bucht.

Wir fahren komplett um diese riesige Bucht herum und kommen fast gegenüber zum Fanad Head Leuchtturm. Hier ist das gesamte Gelände abgesperrt und man will wieder Parkgebühren und einen Eintritt kassieren. Wir steigen einfach über einen Zaun und haben den gleichen tollen Ausblick über das Meer.

Nun geht es zum vorgeplanten Campingplatz, der knapp 30 Kilometer weiter in den Dünen liegt. Dieser ist total ausgebucht und selbst für unsere beiden kleinen Zelte sei kein Platz mehr. Wir fahren enttäuscht weiter. Nach einigen Kilometern halten wir an, um im Handy nach einem Ausweichplatz zu suchen. Kurz darauf hält ein einheimischer Kradfahrer an und fragt, ob er helfen könne. Ja, klar! Er fährt vor und bringt uns auf dem nächsten Caravanplatz in Crocknamurleog unter. Er spricht mit dem Besitzer und wir können über Nacht bleiben. Es ist zwar kein schöner Platz und wir müssen unsere Zelte direkt an der Einfahrt aufbauen, aber was solls!!

Heute Abend gibt es Hühnchen mit Reis, das dann so gut duftet, dass wir sogar von anderen Besuchern angesprochen werden.

Morgen geht’s dann zu einem Platz weiter, auf dem wir dann mindestens zwei Nächte bleiben wollen.

 

 

Montag, 09. Juli 2018, Crocknamurleog bis Tramore Beach Camping - 236 Km

 

Die letzte Nacht war nicht so sehr mit erholsamen Schlaf bestückt. Bis spät in die Nacht unterhielten sich die Familien, die unmittelbar neben uns sehr nah gezeltet hatten, lauthals und waren auch nicht zur Ruhe zu bewegen. Die Gäste, die aus dem Ort zurückkamen, waren ebenfalls nicht gerade leise. Soziales Empfinden geht nicht nur in Deutschland verloren, dies scheint überall der Fall zu sein. Bis 02 Uhr zog sich der Lärm hin und es war nicht an Schlaf zu denken. Eingreifen konnten wir nicht, da ja fast alle Gäste sich so verhielten. ABER wartet mal!!!!!!

 

Morgens nach 05.30 Uhr wurde ich wach und kroch aus dem Zelt, es regnete leicht! Ich musste über eine öffentliche Straße, um zu den Sanitärgebäuden zu gelangen, auf unserer Seite der Straße existieren keine Einrichtungen. Als ich mich gewaschen hatte – dies fand auf der Toilette statt, die Wasch- und Duschräume waren noch verriegelt – kam ich so gegen 06 Uhr wieder zum Zelt und stellte fest, dass Reinhard auch schon wach war. Wir bedankten uns für den Abend, indem wir die Zelte pp. abbauten und nicht unbedingt auf geräuschloses Arbeiten achteten. Ich trank noch schnell ein Kaffee und dann wurden die Motorräder angelassen – die müssen ja etwas warmlaufen!!!!

 

So früh waren wir noch nicht gestartet – vor 07:30 Uhr! Das war der schlechteste Campingplatz, den wir bisher hatten!! Nie wieder!

 

Wir haben heute zwar nur 150 Kilometer, aber dann auf kleinsten Straßen (Feldwegen), direkt an der Küstenlinie entlang. Doch zuvor finden wir unterwegs noch ein Hotelrestaurant, das Frühstück anbietet. Wir nehmen uns die Zeit und genießen das Essen in aller Ruhe. Weiter geht es zum Brinlack Aussichtspunkt. Von dort zum Crohay Head mit seinen Felsformationen. Kleinste Wege, zwei Räderspuren und mitten mit Gras bewachsen, Hügel hoch und Hügel runter und engen Serpentinen und Kurven, auf Gegenverkehr muss höllisch aufgepasst werden. Über weite Distanzen verständigt man sich mit Lichthupe, wer wartet und die anderen vorbeilässt.

Unterhalb von Portnoo finden wir unseren Campingplatz in den Dünen und bauen unsere Zelte auf.

 

 

Dienstag, 10. Juli 2018, Crocknamurleog bis B&B Carns in Aclare – 252 Km

 

An sich könnte ich auf gestern verweisen: kaum haben wir unsere Zelte auf dem relativ kleinen Platz zwischen den Dünen aufgebaut, erscheinen an die 8 Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern bei ihren 5 Zelten. Wir stellen – ohne auch groß nachdenken zu müssen – fest, dass sie meinen den gesamten Platz in Beschlag nehmen zu können bzw. machen es auch mit Fußball- und Brettballspielen. Für die Eltern scheint es normal zu sein, dass der Ball an andere Zelte geschossen wird oder dass das Sanitärgebäude als „Tor“ herhalten muss. Wir hoffen noch, dass sich der Krach abends dann legen wird. Weit gefehlt – die Eltern ziehen sich zum Fernsehen in einem großen Zelt zurück und die Kinder toben über den Platz.

Gegen 23 Uhr ist es mir genug und ich schäle mich nochmal aus dem Schlafsack, in dem ich echt nicht einschlafen kann. Höflich, aber mit Nachdruck verweise ich auf die späte Stunde und das Spielen mit dem Ball wir mehr oder weniger eingestellt. Mir wird noch der besagte „Finger“ gezeigt und die Lieben „Kleinen“ beschweren sich noch lauthals bei ihren Eltern, die jedoch dann doch nicht wagen, mich anzusprechen. Nun wird bis gegen 24 Uhr zwar nicht mehr so oft Ballgespielt, sich aber lauthals unterhalten. Haben wir es hier auf den Campingplätzen nur noch mit Sozialfällen zu tun – ich hoffe mal nicht!

Alle anderen Übernachtungsgäste lagen gegen 23 Uhr auch bereits in ihren Zelten und hielten Ruhe, wagten jedoch – aus welchem Grund auch immer – nicht einzuschreiten.

 

Gegen 07 Uhr war für uns dann die Nacht, die nach Mitternacht ruhig verlief, rum. Wir bauten unsere Zelte ab und starteten, ohne auch nur groß zu frühstücken. Dabei waren halt die Motorräder etwas lauter und die „lieben Kinderlein mit ihren Eltern“ bestimmt wach.

 

Der erste Teil der Weiterfahrt verlief über das Kilclooney Moor und dem Glengesh Pass zum Bunglass Point, einem tollen Aussichtspunkt über dem Meer. Leider war es bewölkt und leicht am Nieseln. Bei Sonnenschein wäre es eine Wucht gewesen!!

Weiter geht es immer an der Küst entlang bis Ballina, dort entscheiden wir uns, uns in ein Ferienhaus in Aclare mit Bed & Breakfast für 3 Nächte einzumieten – insgesamt kaum teurer, als auf dem Campingplatz!! Von hier aus wollen wir noch eine Rundfahrt unternehmen und etwas wandern. U N D  natürlich gut und ruhig schlafen!!!!!

 

 

Mittwoch, 11. Juli 2018, Aclare Rundfahrt Wild Atlantic Way – 212 Km

 

Sehr gut geschlafen und fast noch besser gefrühstückt, fahren wir gegen 10 Uhr für eine Rundfahrt im hiesigen Bereich des Wild Atlantic Way ab. Unser Weg führt ins zunächst noch im leichten Nieselregen über Ballina zum Downpatrick Head, einer Steilküste mit Landzunge. Leider hängen die Wolken immer noch sehr tief, als wir dort ankommen, so wird halt nur ein Foto gemacht.

Weiter geht es auf dem Wild Atlantic Way über die Ceide Fields Richtung Süden. In meinem Reiseführer finde ich:

“Auf den ersten Blick ist hier nichts Außergewöhnliches zu sehen. Das Besondere ist aber, dass sich hier unter einer natürlichen Torfschicht eine regelrechte Steinzeitlandschaft erhalten hat, die mindestens 5.000 Jahre alt ist: Felder mit Steinwällen, Dorfgrundmauern, Behausungen und Hünengräbern. Nach jahrelanger systematischer Freilegung bietet sich hier dem Besucher eines der interessantesten und größten Freilichtmuseen steinzeitlicher Frühkultur. Der moderne oktogonale Museumsbau aus Stahl und Beton ist mit seinem bepflanzten Glasdach schon von Weitem zu sehen.“

Soweit, so schlecht! Wir sehen zwar die Glaskuppel, doch drinnen befinden sich lediglich einige wenige Ausstellungsstücke und der Rundgang durch die Freilegungen ist gesperrt. Dafür will man jetzt 5 Euro Eintritt haben. Wir schütteln den Kopf und gehen – wie der ein oder andere auch.

Weiter geht die Fahrt über Newport zurück in unsere Unterkunft.

 

Abends fahren wir mit den Motorrädern noch zu einem Restaurant im Nachbarort. Nach dem Abendessen geht es für ein bis zwei Glas Guinness in den Pub „unseres“ Dorfes. Dort können wir zusammen mit den dort anwesenden Dorfbewohnern das Halbfinale zwischen England und Kroatien „durchleiden“. Es ist schon interessant, dass die Iren für die Engländer votieren.

War wohl nichts: die Kroaten haben echt besser gespielt und gerecht gewonnen!!

 

 

Donnerstag, 12. Juli 2018, Aclare – kleine Wanderung

 

Heute bummeln wir einfach mal vor uns hin. Wir lesen eine Zeitlang und Nachmittags wandern wir im Umfeld des Dorfes und danach wird wieder relaxt.

Morgen früh werden wir uns von unserer netten Vermieterin verabschieden und zum nächsten Abschnitt auf unserem „Wild Atlantic Way“ fahren, einem einsamen (hoffentlich!!) Caravan- und Campingplatz.

 

 

Freitag, 13. Juli 2018, Aclare bis Renvyle – 188 Km

 

Nach einem ordentlichen Frühstück wurden wir von unserer Wirtin herzlichst verabschiedet und fuhren Richtung Westen, um wieder an die Küste und damit an den „Wild Atlantic Way“ zu kommen.

In New Port, wo wir gestern bereits waren, bogen wir Richtung Süden, nach Westport ab. Von hier ging es zu White Sands, einem riesigen Sandstrand. Auf dem weiteren Weg Richtung Süden passierten wir die AAsleagh Falls, die allerdings so mickrig waren, dass wir nicht mal anhielten. In Killary Habour tankten nochmal auf, da ab dann ein echt einsamer Abschnitt beginnt. Doch, zuvor fanden wir unseren Campingplatz (Renvyle Beach Caravan), der sehr schön in die Landschaft eingefügt ist und bis zum Meer reicht. Genau da haben wir jetzt unsere Zelte aufgeschlagen und werden bis morgen bleiben. Das Wasser im Atlantik ist mir hier noch zu kalt. Mal sehen, was die nächsten Tage an Temperaturen bringen!!??

Heute Abend haben wir uns wieder mal ein gutes Steak gegönnt. Man lebt doch nur einmal!!

 

 

Samstag, 14. Juli 2018, Renvyle bis Galway – 198 Km

 

Schon sehr früh, so gegen 05 Uhr, war ich wach und kroch dann kurz vor 06 Uhr zum Waschen aus dem Zelt. Als ich nach 15 Minuten wieder leise zum Zelt komme, steckt Reinhard seinen Kopf aus seinem Eingang und fragt, ob wir denn „jetzt schon“ los wollten. Ich verneine, meine aber, da es nieselt, dass ich mein Zelt abbauen werde und in die Küche marschieren möchte, um dort einen Kaffee zu trinken. Er solle sich ruhig Zeit lassen. Der Campingplatz ist zwar einfach, bietet aber eine kleine Küche, in der man auch gut sitzen kann.

Nach einer halben Stunde erscheint Reinhard, aber mit seinem komplett gepackten Motorrad. Nach einer kurzen Unterhaltung fahren wir doch sehr früh vom Campingplatz. Mittlerweile regnet es stärker.

Der Weg führt uns zunächst – und wir haben Glück, etwas scheint auch die Sonne – über die Sky Road, hoch oben auf den Bergen an der Küste entlang. Uns bietet sich trotz des Wetters ein schöner Ausblick- der Regen setzt kurz aus. Als wir jedoch weiterfahren beginnt es aufs Neue zu regnen und der Regen begleitet uns ab da den gesamten Tag. Wir lassen einiges geplante Spots aus, frühstücken dafür nochmal unterwegs und fahren zum Platz in Galway Salthill. Hier wollen wir 2 Tage bleiben und bauen im Nieselregen unsere Zelte auf. Meines ist so nass, dass ich den Innenraum erstmal auswischen muss.

In einer kurzen Regenpause laufen wir in die Altstadt von Galway – so knapp 5 Km. Hier herrscht ein riesiges Menschengetümmel- später wissen wir auch warum – 2 Festivals finden momentan in der Stadt statt. Die Altstadt ist nicht so groß, dafür aber schön. Viele Kneipen reihen sich hier aneinander. Meist auf Tourismus ausgelegt.

Nach einem tollen Abendessen genießen wir zum Schluss noch einige Gläser Drambuie und fallen müde in unsere Schlafsäcke. Es regnet und regnet und ………

 

 

Sonntag, 15. Juli 2018, bei Galway – 42 Km

 

Wir schlafen lange aus – es regnet immer noch! Am späten Vormittag lockern die Wolken etwas auf und man kann aus dem nassen Zelt kriechen. Heute hat Reinhard etwas Besonderes vor, der möchte unbedingt Austern essen und in das weltbekannte Austernrestaurant „Morans Oyster Cottage“ (südlich von Galway) einkehren. Geplant, gemacht. Wir fahren einfach mal ohne Vorbestellung hin. Als wir vor dem Restaurant stehen, wissen wir, dass es gut besucht sein muss – alles ist zugeparkt! Einfach mal versuchen – wir gehen rein. Man glaubt es kaum – wir bekommen sogar einen Tisch. UND dann…… Zunächst mal eine Ladung Austern als Vorspeise, der Hummer dann darauf als Hauptgericht und so weiter …… . Ich hab mich nicht zu den Austern überzeugen lassen, dafür gibt es bei mir ein tolles Lachsfilet. Es schmeckt einfach sagenhaft und das Essen in dem uralten Restaurant ist ein wahres Erlebnis.

Auf der Rückfahrt hat uns der Regen erstmal wieder. 

 

 

Montag, 16. Juli 2018, Galway bis Cam Green Acre am Shannon– 203 Km

 

Wir fahren gegen 09 Uhr quer durch Galway Richtung Süden und stellen fest, dass auch hier eine unsinnige Verkehrsplanung vorherrscht – könnte die Partnerstadt von Darmstadt sein!! Man hat die sehr breite Ausfallstraße auf eine Fahrspur je Richtungsfahrbahn reduziert und dafür eine breite Busspur durchgängig installiert. Das Ergebnis ist ein Dauerstau, den wir bereits gestern erleben konnten.

Wir fahren im wieder aufkommenden Regen am Dunguaire Castle vorbei. Eigentlich wollte ich ein Foto machen, hab bei dem Wetter jedoch absolut keine Lust dazu. Danach fahren wir Aillwee Cave, eine urzeitliche Höhle an. Öffnungszeit ab 11 Uhr. Das ist noch lange hin und wir fahren weiter. Als wir dann The Burren -  eine Kalksteinwüste direkt am Meer durchfahren, reißt die Wolkendecke ein Stück auf und bietet uns einen schönen Blick zurück nach Galway.

 

Kurz bevor wir zu dem Cliff of Moher kamen, durchfuhren wir eine sehr enge Single Track Road und mussten in einem Steilstück unmittelbar in einer Kehre rechts in eine weitere sehr enge Straße, fast aus dem Stand, abbiegen. Mein Hinterrad rutschte beim Beschleunigen in einem Rollsplitthaufen weg, der Vorschub fehlte für einen kurzen Moment mitten im Abbiegen. Man sollte es kaum glauben, aufgrund des Ladungsgewichtes kippte es nach rechts weg, war auch nicht mehr zu halten. Loslassen!! Schon fiel das schwere Stück mit Krachen mitten im Abbiegebereich auf die rechte Seite. So eine Schei….!! Aber, was solls!?

Reinhard war vor mir gefahren, hatte jedoch nach einer Weile umgedreht, da ich nicht hinterher kam. Zwischenzeitlich hatte ich die Gepäckrolle und den linken Koffer abgebaut. Jetzt, als Reinhard ankam, lösten wir auch den rechten Koffer, um das Motorrad leichter wieder aufrichten zu können. Geschafft!

Der rechte Alukoffer war verzogen, der rechte Handschutz gebrochen und an der rechten Seite im Schutzbügel und auch in der Verkleidung sind einige Kratzer – sonst ist nicht passiert. Ich konnte gut abrollen und habe auch alles soweit gut überstanden.

Erstmal die Kräder aus dem Fahrbereich schieben und dann meins wieder soweit fahrtüchtig machen – Panzertape ist da ja Spitze!!!

 

Das Mittagessen in Kilkee, einem schönen kleinen Städtchen am Meer haben wir uns ja verdient. Das Essen war sehr lecker: Tintenfisch und Irish Stew! Weiter geht’s!

Ach ja, das Cliff of Moher haben wir uns nicht angesehen: Fast tausend Menschen, entsprechende Busse, Pkw und Kräder waren zu sehen. Die Menschen drängten sich an den Absperrungen, wir einfach keine Lust mehr! Hinzu kommt: wieder wurde heftig kassiert – erst fürs Parken, dann für den „Eintritt in die Natur“. Neeeeee!

Den Loop Head haben wir uns von außen angesehen – auch hier wird Eintritt verlangt!

Auf dem Campingplatz kommen wir mit einem Regenschauer an.

 

 

Dienstag, 17. Juli 2018, Um die Mündung des Shannon bis Tralee – 253 Km

 

Morgens gegen 06 Uhr hat es nochmal kurz geregnet, doch dann weht nur noch ein starker Wind. Gegen 07.30 Uhr schauen wir aus dem Zelt und beginnen langsam einzupacken. Es wird noch kurz ein Tee bzw. ein Kaffee getrunken und dann starten wir.

Die heutige Route führt uns einmal um die Mündung des Shannon herum. Dabei durchfahren wir die Stadt Limmerick. Auf der gegenüberliegenden Seite in der Bucht geht wieder Richtung Westen, vorbei an den Bromore Cliffs. Kurz zuvor hat es wieder einmal angefangen zu regnen und die Wolken hängen so tief, dass wir von der Steilküste schlichtweg nichts sehen – kennen wir doch!

Im kurzen Regenschauer geht es wieder Richtung Süden, bis nach Tralee, unserem Übernachtungsstandort. Der Platz hier ist großzügig angelegt und sehr sauber.

Nach Zeltaufbau und Duschen geht es in die Stadt – sehr schön! Wir laufen entlang des Rosewalk, einem Spazierweg, der über einen großen Rosengarten in die Stadt hinein führt. Die Innenstadt ist sehenswert mit ihren vielen alten Geschäften und Pubs. Zum Abendessen begeben wir uns in einen solchen Pub. Allein die Stimmung in den Gasträumen ist erlebenswert.

Nach dem Essen geht es zurück zum Campingplatz – „wieder ein neuer Tag im Paradies!

 

 

Mittwoch, 18. Juli 2018, Tralee bis Wave Crest Caravan Park – 218 Km

 

Nach einem leichten Nieselregen bauen wir die Zelte ab und trinken noch einen Kaffee. Danach verlassen wir Tralee und fahren Richtung Westen, wo nach einer guten Stunde Fahrtzeit dann der Conor Pass dann auftaucht. Wir fahren auf einer engen, kurvigen Straße über eine Anhöhe – so um die 650 Meter hoch – hier wird das als Pass eingestuft und viele Iren halten an, um diese Anhöhe zu besichtigen und Fotos zu machen.

Wir fahren weiter über den „Wild Atlantic Way“ an der Küstenlinie entlang. Es klart auf und die Sonne kommt sogar heraus. Irgendwann treffen wir auf die Straße „Ring of Kerry“, die ringförmig an der Küste entlang weiterführt. Mal fahren wir fast in Wasserhöhe und mal geht es hoch hinaus in die Berge. Es folgen viele schöne Aussichtspunkte, die aber zumeist von den vielen Touristen –insbesondere mit Wohnmobilen – zugeparkt sind. Nachmittags kommen wir auf unserem Campingplatz an und entscheiden uns, hier 3 Nächte zu bleiben.

 

Donnerstag und Freitag, 19./20. Juli 2018, Wave Crest Caravan Park Ruhetage

 

Stimmt eigentlich nicht ganz. Am Donnerstag ließen wir es langsam angehen, wuschen und schauten nach den Motorrädern. Der gesamte Tag lag im Sonnenschein und so konnte die Wäsche auch sehr schnell trocknen.

Am späten Nachmittag liefen wir zum Nachbardorf Caherdaniel, um dort den Pub Blind Piper zu besuchen. Dort aßen wir dann auch sehr früh und liefen noch einige Kilometer bis zur Derrynane Beach und zurück – ich wollte den Fluss in dessen Delta nicht barfuß überqueren.

Der Freitag begann mit Regenschauern und wir schliefen lang. Gegen 11 Uhr rafften wir uns zu einer kleinen Tour zum Gap of Dunloe. Es war zwar immer noch bedeckt, nieselte zwar ab und an, aber die Tour war ein Erlebnis. Das Gap of Dunloe ist eine 10 Kilometer lange Straße durch das Gebirge – landschaftlich sehr schön gelegen! Trotz des Wetters waren viele Menschen unterwegs. Die einen ließen sich mit einer Pferdekutsche fahren, die anderen wanderten die Strecke. Nur wenige Fahrzeuge waren auf der sehr engen Single Track Road unterwegs. Über den Ballaghsheen Pass führte uns die Route von insgesamt 180 Kilometern wieder zum Campingplatz.

 

Samstag, 21. Juli 2018, Wave Crest bis Blarney Camping bei Cork – 219 Km

 

Nach einer stürmischen Nacht brachen wir gegen 08.30 Uhr auf und fuhren den „Ring of Kerry“ Richtung Süden. Die Sonne schien und wir „zockelten“ vor uns hin. Die Straße war zunächst noch im Ring recht gut ausgebaut, aber im weiteren Verlauf fanden sich immer mehr Bodenwellen und abgebrochene Fahrbahnränder. Irgendwie ist wohl oft nicht genug Schotter unter dem Belag und so entstehen halt auch extreme Wellen oder der Fahrbahnrand bricht ab.

Kurz vor Cork wird die Straße dann besser und wir können recht gut bis zum neuen Campingplatz fahren. Auch hier wollen wir 3 Nächte bleiben, bevor wir dann direkt zur Fähre nach Rossläre fahren. Falls das Wetter irgendwie passt, werden wir hier im Bereich noch 2 Tagestouren fahren.

 

 

Sonntag, 22. Juli 2018, Um Cork herum – 150 Km

 

Wir hatten sehr ruhig schlafen können – auf dem Platz nahm jeder Rücksicht auf den anderen – und brachen nach dem späten Frühstück nach Cork auf. Wir besichtigten die Innenstadt vom Motorrad aus und fanden auch ein Fotogeschäft, das vermutlich Nikon-Akkus haben wird – leider hatte es geschlossen (Sonntag, Reiinhards Akku hat auch den Geist aufgegeben!).

Wir sahen die Grand Parade, eine breite Straße im Zentrum und den überdachten, alten English Market, fuhren dann am Lee, dem Fluss entlang. Eigentlich wollten wir auf Spike Island, eine alte Gefängnisinsel. Leider waren alle Boote bis zum folgenden Tag komplett ausgebucht und wir standen „dumm“ da. Naja, muss ja auch nicht sein! Wir haben doch noch einen Hotspot; den Inn, in dem Teile des Films Mobby Dick gedreht wurden. In knapp 50 Kilometer Entfernung fanden wir das Haus und genehmigten uns eine Cola. Arg viel kann man dort mit Mobby Dick nicht in Verbindung bringen, es hängen einige wenige Bilder aus dem Film an der Wand – das war´s.

Den Tag schlossen wir mit einem Abendessen im Restaurant neben dem Campingplatz ab.

 

 

Montag, 23. Juli 2018, Tagestour nach Cork und Cashel – 239 Km

 

Gegen 10 Uhr starteten wir zunächst Richtung Rock of Cashel. Cashel. Als Hauptstadt der Könige von Munster war Cashel das politische und religiöse Zentrum der Region.

Mein Reiseführer sagt: Im 4. oder 5. Jh. entstand an dieser Stelle ein Steinfort. Die Legende sagt, dass der hl. Patrick am Cashel Rock ein Kleeblatt gepflückt und damit die Dreifaltigkeit erklärt habe. Dies gilt als die Geburtsstunde des irischen Emblems. Hochkönig Brian Boru wurde im Jahre 977 auf dem Rock of Cashel gekrönt.

Heute sieht man immer noch eine uralte Festung über dem Ort Cashel. Auch hier ist alles auf Tourismus eingestellt und wir schauen uns die Festung nur von außen an. Jemand sagte mir: „die Dinger sehen doch immer alle gleich aus!“

Wir entschließen uns, nochmal nach Cork zu fahren. Gesagt, getan. Als wir in Cork ankommen sind viele Straßen der Innenstadt gesperrt und in eine Fußgängerzone verwandelt worden. Reinhard würde natürlich gerne einen neuen Akku holen, aber auch dieses Geschäft schein unerreichbar. Nicht für uns, wir fahren mit beiden Krädern mitten durch die Innenstadt – in die Fußgängerzone und niemand meckert! In einer kleinen Nebenstraße, nahe des Fotoladens, parken wir und er kann einen neuen Akku kaufen.

Jetzt wird noch der English Market besichtigt. Dieser ist eine größere Kleinmarkthalle und besteht bereits seit 230 Jahren. Hier gibt es alles an Lebensmitteln zu kaufen, was das Herz oder Auge begehrt. Reinhard holt sich 20 Austern und öffnet und isst diese später auf dem Campingplatz mit Hochgenuss.

 

 

 

Dienstag, 24. Juli 2018, Cork bis Rossläre/Fähre – 207 Km

 

Nach einem langen Ausschlafen und einem guten Frühstück starteten wir Richtung Fähre. An sich eine einfache Tour, einfach nur die N25 der Küstenlinie entlang.

Wir kamen bereits gegen 15 Uhr am Fährhafen an und überlegten, ob wir doch noch vor der Einschiffung irgendwohin in der Umgebung fahren sollten. Die Dame am Checkinn der STENA-LINE teilte uns - nach Einsicht in unsere Unterlagen - mit, dass wir bereits kurz nach 16 Uhr in die Bereitstellung fahren sollten und kurz danach auch schon auf die Fähre fahren könnten.

Tja, wer hat da wen nicht so ganz verstanden – wir fuhren gegen 16 Uhr auf den riesigen Wartebereich für mehrere Fähren. Eine der Fähren fuhr gegen 18 Uhr nach Fischgard (Wales), eine zweite kurz danach auf irgendeine Insel. Wir warteten und warteten – wie viele andere Reisende auch – man hatte es sich ganz schlicht einfach gemacht. Indem man den gesamten Pulk an Fahrzeugen einfahren lässt, kann man Personal bündeln und spart eine Menge Arbeit.

Wir saßen in der Hitze – Reinhard mit Regenschirm als Sonnenschutz - und warteten bis so gegen 20 Uhr. Erst danach konnten wir auf die Fähre.

 

Eigentlich könnte ich jetzt den Tag abschließen – NEEEEEEEEEEEEEEE weit gefehlt!!!

Ich hatte eine Zweibett Außenkabine gebucht. Als wir in der Cafeteria des Schiffes saßen, konnten wir bereits die Geräusche des Schiffdiesels im Leerlauf akustisch wie auch physisch durch starke Vibrationen wahrnehmen. Doch als die Fähre dann abgelegt hatte und losfuhr, vibrierte fast alles, was mit diesem Schiff verbunden war. Reinhard wie ich sind schon viele Fähren gefahren, haben bisher jedoch so etwas noch nie erlebt! Das Schlafen gestaltete sich sehr schwierig – Auch in der Kabine war laut ein Rattern und Klappern von Gegenständen durch die Vibrationen zu vernehmen. Nach sehr langer Zeit dämmerte ich dann in den unruhigen Schlaf, in dem ich mich auf der Matratze zusammenrollte, um so den Vibrationen des Motors oder was auch immer zu entgehen, Reinhard fand keinen Schlaf. Ich kann mir nur denken, dass die Fähre schon sehr alt ist und noch keine Dämpfer wie auf anderen Linien üblich, eingebaut wurden. Das Essen war nicht unbedingt gut und die Sauberkeit in den Schiffsräumen trieb uns nicht zu Begeisterungstürmen. Morgens schliefen noch viele Reisende, die wohl nicht in den „Ruhesesseln“, die als Unterbringung mindestens gebucht werden mussten, „ruhen“ wollten. Ich kam mir vor wie auf einer Griechenlandfähre, überfüllt mit vielen Menschen, die sich auf der Flucht befinden – halt mit Sack und Pack!!!!

Knapp eine Stunde vor der Ankunft der Fähre in Cherbourg wurden wir nach „unserem erholsamen Schlaf“ dann ultimativ aufgefordert, die Kabine zu verlassen – Es wurde vor dem Einlaufen bereits die Bettwäsche wieder gewechsel!

 

Solch ein „Fährerlebnis“ werde ich mir bei den nächsten Überfahrten ersparen –

NIE wieder STENA-LINE!!!

 

 

Mittwoch, 25. Juli 2018, Cherbourg Fähre bis Négreville – 25 Km

 

Wir waren um 16 Uhr in Cherbourg eingelaufen und freuten uns während der Fahrt zur vorgebuchten Unterkunft bereits auf unser Essen und einen guten Wein. In der Unterkunft „im Nirgendwo“ (größeres Umland von Cherbourg) gab dann entgegen der Beschreibung weder ein Abendessen noch etwas zu trinken. Wir wurden lapidar auf Restaurants in der weiteren Umgebung verwiesen.

Ich wollte an sich nicht immer wieder „meckern“, aber auch die Beschreibung der Unterkunft traf absolut nicht zu, es gab für 3 Zimmer lediglich eine Gemeinschaftstoilette und ein Gemeinschaftsbad!

Das Frühstück war ebenfalls nicht genießbar: die hartgekochten Eier waren im Innern bereits dunkel angelaufen (vor mehreren Tagen gekocht), das Croissant war nicht mehr essbar und das wohl bereits mehrfach aufgebackene Weißbrot sehr zäh.

 

So kann man auch Geld machen!!! Meine abgegebene Bewertung wird in

Bokking.com zur Unterkunft Les Perroquets nachlesbar sein.

 

 

Donnerstag, 26. Juli 2018, Négreville bis Soissons  – 428 Km

 

Nach dem "tollen" Frühstück fuhren wir in der Tageshitze dann auf die N 13, eine mehrspurige Nationalstraße, um doch später auf kleinere Straßen ausweichen zu müssen, da die Nationalstraße Richtung Paris mautpflichtig wird. Wir umfuhren Paris im weiten Bogen und mussten intensiv die Maßnahmen zur französischen Verkehrsberuhigung in Ortsdurchfahrten kennen lernen – sehr, sehr viele Dreißigerzonen auf Durchgangsstraßen, Fahrbahnwellen und -versetzungen pp.. Da kann einem wirklich der Spaß am Fahren vergehen – die Maßnahmen haben zumindest bei mir nachhaltig gewirkt!

Abends gingen Reinhard und ich zu einem „Abschiedsessen“ in die Stadt, da mein Mitfahrer sehr früh am nächsten Morgen aufbrechen wollte. Der Abend wurde nicht lang und die Nacht war dann sehr warm – 25 Grad morgens gegen vier Uhr im Zelt!

 

 

Freitag, 27. Juli 2018, Soissons  bis Pfungstadt – 512 Km

 

Früh am Morgen brach dann Reinhard Richtung Ruhrgebiet auf, ich schlief noch eine Stunde, folgte ihm dann nach. Ich hatte mir eine mautfreie Strecke auf Autobahnen und Schnellstraßen (bin ja noch lernfähig!!) ausgesucht und fuhr über Belgien und Luxemburg Richtung Heimat.

 

Ohne große Probleme, aber kaputt kam ich dann in Pfungstadt an.

 

 

 

 

Ein herzliches Dankeschön an die virtuellen Mitfahrer/innen meiner/unserer diesjährigen Tour durch Schottland und Irland.

Über die Begleitung, Kommentare und Anregungen über Gästebuch, Mail oder auch auf Facebook habe ich mich sehr gefreut.

 

 

 

Für nächstes Jahr haben Reinhard und ich bereits ein sehr interessantes Ziel ausgewählt - Weiteres wird jedoch noch nicht verraten!

 

 

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