Hardys Bikerwelt
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Nordkap 2020

Tagebuch zur Motorradtour 2020 zum Nordkap
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Tagebuch Nordkap 2020.pdf
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Tagebuch zur Nordkap-Fahrt in Coronazeiten

 

 

 


Dienstag, 25.08.2020 - Auf dem Weg zur dänischen Grenze


Reinhard war von Dinslaken aus auf dem Weg und ich hatte zuvor meinen Bruder in Hannover besucht. Beide befuhren wir nun die A 7 - ohne voneinander zu wissen. So knapp 60 Kilometer vor unserem Übernachtungsziel in WANDERUP sah ich wie Reinhold auf der A 7 vorbei fuhr als ich auf einem Parkplatz stand. Ich startet und wir trafen uns unterwegs. 
Die Übernachtung gestaltete sich sehr angenehm – ein gutes Abendessen, ein ebenso gutes Frühstück und eine sehr ruhige Übernachtung in einem Familienzimmer.

 


Mittwoch, 26.08.2020 – Über die dänische Grenze, nach Hirtshals


Die Überraschung kam am Morgen: es regnete in Strömen!
Unsere Autobahnfahrt über 400 Kilometer fanden im Wasser statt. Es regnete fast ohne Unterlass! Wir schafften es soweit gut bis zur Unterkunft und konnten abends dann noch gut in einem Strandrestaurant essen gehen. Andere Restaurants hatten dort wegen Corona geschlossen. Reinhard hatte seine ActionCam während des Regens am Motorad gelassen, was ihr den Rest – die Feuchte gab – sie lief nicht mehr. In KRISTIANSAND soll eine neue besorgt werden.

 


Donnerstag, 27.08.2020 – Die Fähre nach Kristiansand


Das Wetter hatte sich gebessert – Sonnenschein! - und wir fuhren nach einem langen Ausschlafen zum Fährhafen, wo wir ohne Probleme ausreisen konnten. Zuvor hatten uns viele Besorgte aus Deutschland darauf hingewiesen, dass Norwegen bereits wieder eine Quarantänepflicht eingeführt habe. Das war jedoch nicht der Fall! Schön für uns! Wir konnten nach einem tollen Büfett auf der Fähre in Kristiansand ohne Kontrollen an Land gehen. 
In Kristiansand holt sich Reinhard eine neue ActionCam und wir trinken in der -stadt einen Cappucino, bevor wir Richtung Campingplatz aufbrechen. Von dort noch knapp 50 Kilometer und wir waren auf dem ersten Campingplatz in Norwegen.

 

 

Freitag, 28.08.2020 – Von Kilefjorden bis Rolldal/bzw. Hildal


Wir hatten uns eine Hütte gemietet, aber trotzdem habe ich im Schlafsack gefroren. Für meine Begriffe war es doch recht kalt -ich hatte einen 300gr-Daunenschlafsack und Reinhard hatte 600gr. Ein doch recht erheblicher Unterscheid! Morgens beschlossen wir dann, doch zunächst nur noch in Hütten zu übernachten – die Temperatur lag unter 10 Grad. So wollte ich nicht unterwegs sein! Im nächsten Supermarkt wurde dann ein Kunstfaserschlafsack für mich gekauft und musste zum gesamten „Gerümpel“ hinzugepackt werden. Hat aber auch geklappt!
Auf der Fahrt hatten wir dann so zwischen 07 bis 12 Grad, hierbei fuhren wir auch über eine Hochebene, die Berge lagen noch oder schon wieder im Schnee. Gegen Spätnachmittag stieg das Thermometer dann doch noch mal kurz auf 17 Grad! Mal leichte Regenschauer, mal etwas Sonnenschein. Ein Wetter wie im April!
Unseren eigentlich geplanten Campingplatz in Rolldal nahmen wir nicht wahr, da kein Platzverwalter sich nach Klingeln meldete und ich mich dann erinnerte, dass es mir vor vielen Jahren ebenso ging: ich hatte gewartet, bis dieser dann gegen 18 Uhr erschien und mir damals erklärte, dass alle Hütten bereits reserviert wären! Damals hatte ich dann Anfang Juli beim Übernachten eine Eisschicht auf den Zelt und ich verkroch mich bis zum Morgengauen im dortigen Aufenthaltsraum. 
Heute fuhren wir weiter und übernachten jetzt in einer Hütte in HILDAL mit wunderbarem Blick auf den riesigen Wasserfall VIDFOSS gegenüber. Zum Essen gibt’s gebratenen Lachs – einfach nur toll! Ich werde meinen neuen Schlafsack ausprobieren oder auch gleich zwei ineinandergezogen. Die sollten dann eigentlich mehr als warm halten.

 

 

Samstag, 29.08.2020 – Von Hildal bis zum Sognfjord


Habe sehr gut und auch lang geschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück aus den Resten von gestern Abend starteten wir Richtung Sogndal. Es war noch recht frisch. Wir hatten viele Tunnel zu durchfahren und in AURLAND „kletterten“ wir dann hoch über den Fjord zum Aussichtspunkt STEGASTEIN über die historische 5627 BJÖRGAVEGEN, die als enge, einspurige Straße ausgebaut ist. Man sollte es kaum glauben, selbst hier fuhren viele Camper durch und behinderten alle anderen Verkehrsteilnehmer. Dieses Sträßchen führt weiter über die, teils immer noch oder schon wieder schneebedeckte Hochebene bis zum LAERDALSFJORDEN. Unten drunter führt Europas längster Tunnel, der LAERDALSTUNNELEN, durch. Zum Schluss noch eine kleine Fährfahrt über den LAERDALSFJORDEN und wir sind nach erneuter kurzer Tunnelfahrt in Sogndal.
Das Wetter spielte mit und wir hatten den schönsten Sonnenschein, konnten in SOGNDAL wieder eine schöne Hütte mieten. Abends gab es dann mal wieder eine Regeneinlage und so ist es doch gut, dass wir die Hüttenübernachtung gewählt haben.

 


Sonntag, 30.08.2020 – Vom Sognfjord bis Geiranger


Habe nicht so gut geschlafen, die Erkältung ist in Form einer Magenverstimmung in Verbindung mit Kopfschmerzen zurück und so musste ich einige Male aufstehen. Morgens war ich total zerschlagen, als es hell wurde. Einen Kaffee und eine Scheibe Brot gönnte ich mir noch, Reinhard hat mal wieder überhaupt nicht gegessen – könnte ich nicht!
Heute fahren wir zunächst Richtung Ornes, müssen da als erstes mit einer kleinen Fähre üersetzen. Die meisten Mitfahrer wollen Die dortige Stabkirche besichtigen, wir aber fahren östlich des SOGNEFJORDEN auf einer Schalspurstraße Richtung Norden. Hinter SKJOLDEN schrauben wir uns den Berg hinauf. Es geht bis auf knapp 1800 Meter, die dies dann mit nur noch 3 Grad quittieren. Immer wieder müssen wir an Schafen, die die Restwärme des Asphalts ausnutzen, vorbei. Die 55 ist eine tolle Landschaftsstraße mit unmittelbarem Zugriff auf kleinere Schneefelder und Sicht auf andere, jedoch majestätisch wirkende in der Ferne. Dieser Schnee wird wohl nie tauen. 
Talwärts fahrend treffen wir in LOM auf die E 15 und folgen dieser Richtung BISMO. Zuvor halten wir im Sonnenschein an, um etwas zu relaxen. Was sehe ich denn da?!! Da gibt es Sportunterwäsche mit Merinowolle!!!  Ich schlage unter dem Grinsen des Verkäufers, der mir nach meiner Erklärung, dass ich „saumässig“ frieren würde auch noch 25% Nachlass darauf gewährt, sofort zu. Angezogen und wohlfühlen!
Auf der sehr gut ausgebauten E 15 fahren wir dann entlang des BREIDALSVATNET, bis wir dann nach rechts auf die 63 Richtung GEIRANGER abbiegen. Der DALSNIBBA ist ein Aussichtspunkt, der mit knapp 1500m Höhe spektakuläre Blicke Richtung des GEIRANGERFJORDS bieten soll. Wir aber erlebten Schneeregen bei knapp 2 Grad und NULL Sicht – und das für 200 Kronen pro Nase! Das ist echt ungerecht! Eine fette Wolke hatte alles eingehüllt. 
In GEIRANGER wurde für das Abendessen eingekauft und einen Hütte am südwestlichen Hang gemietet. Meinem Magen geht es wieder etwas besser. Hunger habe ich auf jeden Fall!

 

 

Montag, 31.08.2020 – Vom Geirangerfjord nach Kvanne


Wir haben gut und lange geschlafen und nach einem kleinen Frühstück für mich starteten wir kurz vor 09 Uhr. Wir mussten nicht lange fahren, bis wir oberhalb von GEIRANGER an der ADLERSTRASSE anhielten, um noch ein letztes Foto vom Fjord zu machen. Es war doch noch recht kalt – meine DUC zeigte nur 4 Grad an – als wir dann über die Hochfläche ins EIDSDAL weiterfuhren. Wir setzten mit der Fähre über und fuhren auf der 63 weiter zur TROLLSTEIGE.  Es war schlicht und einfach nichts los! Kaum Touristen – es war zwar früh, aber in normalen Zeiten hätte es jetzt schon von Touristen gewimmelt. Einfach nur schön!


Über die 64 fuhren wir weiter nach MOLDE, um von dort aus die Küstenstraße mit ihren sagenhaften Brücken unter die Räder zu nehmen. Das Wetter war klar und sonnig, jedoch recht kalt. 


Vor KRISTIANSUND unterquerten wir das Meer mit dem ATLANTIKSTRASSENTUNNEL und kurze Zeit später erneut auf der E 70 Richtung EIKSDAL, das wir aber nicht mehr besuchten. Wir bogen zuvor nach Norden, Richtung SUNDAL ab, um dort einzukaufen. Wir hatten zunächst geplant, über die Hochfläche des hinteren EIKSDAL nach SUNDAL zu fahren, das wäre dann die Folgeetappe gewesen. Heute fuhren wir weiter und konnten so drei Etappen abfahren.
Jetzt sind wir nach einer weiteren Fährüberfahrt in KVANNE an der 671 und übernachten auf einem einsamen Campingplatz. Morgen geht’s nach TRONDHEIM.

 

 

Dienstag, 01.09.2020 – Von Kvanne bis Trondheim


Wir sind gestern Abend auf einem einsamen Platz gelandet und der Platzinhaber zeigte uns eine Hütte, die zwar spartanisch ausgestattet, aber doch sauber und aufgeräumt war. So konnten wir unser Essen gut bereiten und fielen auch bald ins Bett. 
Da wir heute nur die ca. 140 Kilometer nach Trondheim fahren wollten, schliefen wir sehr lange aus und ließen uns auch viel Zeit mit dem Frühstück, das fast zum Mittagessen wurde. Gegen 11.30 Uhr starteten wir wieder Richtung Norden. Die Fahrt nach Trondheim gestaltete sich recht unproblematisch. Unterwegs kontrollierten wir den Ölstand der beiden Maschinen und ich musste 0,5 Liter Öl nachfüllen – war bis jetzt bei meiner DUC nie vonnöten gewesen. Denke, das ist soweit normal. 


Wir kamen bei strahlendem Sonnenschein mit knapp 16 Grad in Trondheim an. Hier bleiben wir für 3 Nächte und werden die Stadt ausgiebig besichtigen. Morgen fahren wir im Rahmen einer kleinen Tagestour um den westlichen Teil des Trondheimfjord zum Fort (1942) mit den verbautem Turm des Schlachtschiffes GNEISENAU und zur Burg (1656) AUSTRAD, auf der Halbinsel FOSSEN.


Nachdem wir eingecheckt hatten und einen kleinen Rundgang durch die Altstadt von Trondheim begannen, bemerkte ich ein Outdoorgeschäft und stürzte mich auf die Auslagen der Schlafsäcke. Siehe da, da ist doch einer mit 650 gr. Daunen und geringem Packmaß. Es ist der FIREFLASH von MOUNTAIN EQUIPMENT. Auf den Preis will ich zunächst nicht schauen, doch es gibt 20% und der Verkäufer stellt mir den Kauf sogar Taxfree. So bekomme ich noch einmal 25% über den Zoll bei der Ausreise. Wenn man das alles so berechnet, ist es doch ein echtes Schnäppchen!


Hoch erfreut, dass ich jetzt den richtigen Schlafsack für die hiesigen Temperaturen habe, bummeln wir weiter durch die Stadt und kehren anschließend in einem IRISH Pub ein. Das war doch echt ein guter Tag!

 

 

Mittwoch, 02.09.2020 – In Trondheim


Ausschlafen, gut frühstücken und schon geht es auf eine Rundtour auf der Halbinsel FOSSE im Westen der Stadt. Wir haben sehr gutes Wetter – hier werden wir gut damit verwöhnt – und das Fahren macht echt Spaß. Leider sind beide AUSTRATT Besichtigungsziele bereits geschlossen und wir können diese nur von Außen anschauen. Der Sommer ist mit Ferienende der Norweger rum!


Ich wundere mich über die tollen Straßen. Ich erkenne keine von meinem letzten Besuch wieder - fast alle sind neu gebaut. Hier steckt man das Steuergeld in die Erhaltung und den Neubau und die Erhaltung der Infrastruktur, bei uns wird das Geld den ungerufenen „Neubürgern von Ms. Gnaden“ zugesteckt und die eigene Infrastruktur lässt man immer mehr verkommen. Soll etwas erneuert oder gar neu gebaut werden,  bekriegen und bekämpfen die „Deutschen“ sich nur noch selbst, ein Land, das so langsam verrottet und sich selbst auflöst. Beispiele aus der Geschichte gibt es ja genug!  Da kann man denken, was man will – gefällt mir absolut NICHT!!


Wir nutzen zweimal Fähren und sind auch dort erstaunt: es muss nicht sofort bezahlt werden, sondern es wird über die Kennzeichen abgerechnet. So wie auch ab PKW aufwärts die Straßenmaut. Klappt bei uns ja auch nicht! Was klappt bei uns überhaupt noch. Die Politik hat uns in Deutschland leider heruntergewirtschaftet! Politiker, die nie in einem normalen Beruf standen, befinden über Dinge, die sie weder kennen noch je zu Gesicht bekamen haben oder werden. ODER habt Ihr mal – ich rede hier nicht von Kommunalpolitikern! – einen Politiker beim Einkaufen in einem Geschäft „erwischt“? Ich noch nie! So Schluss mit dem Gemecker!


HIER war es toll und wir sind froh, dass wir in dieser blöden Zeit uns hier bewegen können. 

 

 

Donnerstag, 03.09.2020 – In Trondheim


Nach dem Frühstück fahren wir zunächst zum DUCATI Händler, um das nachgefüllte Motorenöl wieder aufzufüllen. Dort wurde mir mit freundlichen Grüßen und ohne große Rederei aus dem großen Faß meine Reserve wieder auf den Liter aufgefüllt und ich wurde mit den besten Wünschen wieder verabschiedet – Geld wollte man nicht haben! Das ist mal ein Service!


Wieder aus den Motorradklamotten geschlüpft, starteten wir zur großen Besichtigungsrunde in der Stadt: zunächst schauten wir uns die riesige Domkirche NIDAROS an, in der die norwegischen Könige gekrönt und auch begraben werden. Leider konnten wir die Gruft mit den dort bestatteten Königen nicht anschauen, diese war geschlossen. Das werden wir heute öfter bemerken, dass Teile der Museen einfach verschlossen sind, weil die norwegische Ferienzeit vorbei ist. Auch das Kunstmuseum nebenan hatte seltsamer Weise geschlossen, dafür besichtigten wir den Sitz des Bischofs mit dem angeschlossenem Museum.

Nach einer kleinen Stärkung mit Cappuccino „erstiegen“ wir die Sverresborg, um dort das Trondelag Folkemuseeum mit vielen alten Häusern und deren Ausstattung aus den zurückliegenden Jahrhunderten zu besichtigen. Auch hier waren leider viele Häuser versperrt und so konnten wir dies nur oberflächlich durchführen. Ich war schon ein Stück weit enttäuscht!

 

Zu guter Letzt führte uns unser Weg auf die Festung mit einem tollen Rundumblick. Nach diesem Besuch saßen wir noch lange im Studentenviertel an der GAMLE BYBRO Brücke in der Sonne und schauten dort dem Treiben zu.


Auch hier in TRONDHEIM sind wir unter den sehr wenigen Touristen, die es bis hierher geschafft haben. Im Vergleich zu meinem letzten Besuch ist das schon sehr auffallend. Nicht nur, dass die norwegische Ferienzeit vorbei ist, sondern, dass es hier derzeit so gut wie keine Touristen gibt. Hoffen wir doch, dass sich dies sehr schnell wieder ändern wird!

 

 

Freitag, 04.09.2020 – Von Trondheim nach Bronnoysund


Nochmal ein gutes Frühstück in Trondheim und los geht’s über die E6 Richtung Norden. Wir fahren bis STEINKJER und biegen dort nach Westen auf die RV 17 – Die Küstenstraße  - ab. Kurz hinter de Einmündung sieht Reinhard einen Elch mit Jungen und stoppt plötzlich am Straßenrand. Ich kann nicht so schnell bremsen und muss wegen des Folgeverkehrs ein Stück weiterfahren und sehe natürlich nichts mehr von diesem Schauspiel!
Es geht zunächst Richtung NAMSOS und weiter nach FOLDEREIT. Zur Mittagszeit fängt es heftig zu regnen an. Regenklamotten überziehen! 


Wir fahren über gut ausgebaute Straßen. Bei HOLM müssen wir die erste Fähre besteigen. Wir kommen zeitgenau zur Auffahrt der Fähre an und sind so sehr zügig unterwegs. In FENNESUND gehen wir wieder an Land und werden nur noch kurz vor unserem Ziel von einer Streifenbesatzung der Polizei gestoppt. Woher, wohin, Fahrzeugschein und Führerschein! Ich reiche dem Kontrollierenden zusammen mit meinen Papieren ein Ärmelabzeichen und er ist hoch erfreut. Schon kommen wir ins Gespräch. Er erklärt mir, dass unmittelbar nebenan die HELLS ANGELS residieren und sie daher alle Motorradfahrer kontrollieren würden. 


Da ich meine Regenjacke ausziehen musste, um an die Fahrzeugpapiere zu gelangen, klemmte ich die Jacke nach der Kontrolle dann unter einen Spannstrapp der Rolle. Wir tankten und kauften noch schnell ein. Als wir dann an der Hütte ankamen, stellte ich fest, dass die Jacke fehlt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich diese einfach so beim Fahren verloren hab – SIE ist aber schlicht und einfach weg! Selbst beim Einkaufen war ich am Motorrad geblieben, also geklaut haben kann sie auch niemand. Komisch! Ich fahre die Strecke noch zweimal ab, finde aber nichts! 


Morgen früh soll es wieder heftig regnen, mal schauen wie ich das dann ohne Regenjacke hinbekomme!?

 

 

Samstag, 05.09.2020 – Von Bronnoysund zum Glomfjord


Wir starteten gegen 08 Uhr und kamen nach wenigen Kilometern an die erste Fähre, die zwar am Anleger lag, aber es rührte sich nichts. Nach kurzer Zeit kam ein Besatzungsmitglied auf mich zuund ich fragte, ob wir auffahren könnten. Er überlegte kurz und meinte, es sei zwar eine Betriebsfahrt und die Abfahrt sei wesentlich später. Er winkte unsere beide Motorräder auf Schiff und so genossen wir eine „Betriebsfahrt“ nach ANDALSVAG.

Die Folgefähren fuhren auch sehr eingeschränkt – es ist bereits „Winterzeit“ hier und zudem haben wir Wochenende. So mussten wir oft doch sehr lange warten – in LEVANDER einmal über  2 ½ Stunden. Hier hatten wir uns in einem kleinen Wartehäuschen am Straßenrand gerade ein Kaffeekochen wollen, als dann die Fähre kam, die jedoch dann später noch über eine Stunde dort lag, ohne abzufahren. Die stündliche Abfahrt war auf die 2. Stunde verschoben worden. Und das in einem Regen, der schier unfassbar war. 
Die Regenmassen flossen in Bächen über die Straße und erschwerten das Fahren. Und das ohne meine Regenjacke, ich hatte mir den Anorak übergezogen, der zwar einiges abhielt, jedoch halt keine Motorradjacke ist.


In AKSKARDET schafften wir gerade so die Überfahrt und hatten dann in unserem „BASISCAMP“ in der Nähe von GLOMFJORD eine sehr schöne Unterkunft mit Sauna, guter Heizung und einem bequemen Bett.

 

 

Sonntag, 06.09.2020 – Vom Glomfjord auf die Lofoten


Gestern Abend kam die Sauna wie gerufen und wir nutzten diese intensiv, um uns wieder aufzuwärmen. Wunderbar!
Nach einem tiefen und guten Schlaf, einem kurzen Frühstück, starteten wir Richtung Bodo. Der Weg führte mal wieder durch viele kurze, aber auch lange Tunnel und über sehenswerte Brücken der RV 17 - Küstenstraße.  So gelangten wir zum SALTSTRAUMEN, wo aber gerade Niedrigwasser herrschte. Der SALTSTRAUMEN ist ein Gezeitenstrudel, der zumeist bei aufkommender Flut sehr gut zu sehen ist. Er entsteht durch das Aufkommen von Meereshochwasser aus zwei Richtungen. Dabei entsteht dann ein heftiger Strudel, in dem auch viele Fische zu finden sind - daher auch die vielen Angler hier.


Nach kurzem Halt ging es weiter bis zum Ende der RV 17, kurz vor BODO. In Bodo wurde nochmal getankt, um dann auf die Fähre nach MOSKENES/Lofoten aufzufahren. Im Verlauf der ungefähr 4stündigen Überfahrt konnten wir herrlich relaxen und so kamen wir gegen 17 Uhr in unserem kleinen „Palast“, im MANOR HOUSE in Reines an. Wir sind heute die einzigen Gäste und haben das riesige Haus für uns ganz allein! 

Tja, der Regen hat uns leider mehr oder weniger intensiv den Tag über begleitet. Wir hoffen, dass es morgen früh etwas aufklart, damit wir unsere Lofotenrundfahrt im Trockenen durchführen können.

 

 

Montag, 07.09.2020 – Auf den Lofoten


Das Wetter hat sich etwas gebessert, es regnet jetzt nur noch Etappenweise und nicht durchgängig. So versuchen wir am späten Vormittag zur einer Rundfahrt zu starten. Wir kommen bis nach LEKENES, wo wir erstmal nach einer Regenjacke schauen und Lebensmittel einkaufen wollen.


Die Jacke finden wir schnell in einem gut sortierten INTERSPORT Shop. Mein Problem ist damit beseitigt! Es ist zwar keine Motorradjacke, soll mir aber egal sein! Hauptsache, die hält mich trocken. Als wir im REMA 1000 Lebensmittel einkaufen – sind schon recht teuer wie fast alles! – fängt es draußen wieder heftig zu regnen an. Wir kaufen noch in Ruhe den Rest ein und dann geht es wieder zu unserem Haus. Wir beschließen, einen Relaxnachmittag zu verbringen.

 

Wir sind in dem großen Haus immer noch die einzigen Gäste und können somit alle Einrichtungen ohne Einschränkung nutzen. Es wird gewaschen und gekocht.
Morgen früh geht es weiter Richtung NARVIK/SOLANGER. 

 

 

Dienstag, 08.09.2020 – Von Reine nach Elevelund Camping/Sjovegan


Die ganze Nacht hat es heftig gestürmt und Wassermassen ergossen sich von oben. Ab und an wurde ich wach, weil irgendetwas im Haus vom Wind hin und her bewegt wurde und irgendwo anschlug.
Ich wurde sehr früh wach und schlich mich leise zum Gemeinschaftsbad. Als ich zurückkam war Reinhard auch schon wach. So früh wollten wir eigentlich nicht aufstehen. Aber wir nutzen eine Regenpause, um alles aufs Motorrad zu verpacken und loszufahren. Zunächst begleitete uns ein Nieselregen bis LEGNES. Dann klarte es etwas auf. Die Straßen waren nass und rutschig und man sah zeitweise Diesel auf dem Belag glänzen. Wir fuhren die E 10 zügig durch, mussten jedoch aufpassen, daß uns die heftigen Windböen nicht auf die Gegenfahrbahn oder gar auf den Seitenstreifen schoben. Wir durchquerten die gesamte Insel, hatten auch Glück, dass die hohen Brücken nicht wegen der Böen gesperrt waren. So kamen wir Höhe NARVIK-FJORD wieder auf das Festland. Unterwegs wurden wir noch einige male „geduscht“, was sich aufgrund unserer Regenbekleidung jedoch nicht als so sehr schlimm rausstellte.


Auf dem Festland nahm der Sturm ab und auch das Regengebiet hatten wir erstmal überholt. Nun bogen wir Richtung Norden auf die E 6, um jedoch einige Kilometer danach auf die 84, Richtung LAVANGEN, einzuschwenken. Hier waren die Straßen großteils trocken und hatten gut Grip.
Eine kleine Hüte fanden wir auf dem Campingplatz „ELVELUND“, der sehr sauber wirkt. Der Platz hat ein kleines Cafe und man kann recht gut essen. Hier scheinen sich zumeist Angler nieder zu lassen, um im angrenzenden Fluss ihr Glück zu probieren. Für eine Nacht ist das okay!

 

 

Mittwoch, 09.09.2020 – Vom Sagfjorden nach Alta

 

Es gab in der Nacht kaum noch Regen, dafür ist es kälter geworden. Als wir gegen 07 Uhr aufstehen, sind es um die 5 Grad. Ich schlich mich zum Duschen und als ich wiederkam, hatte Reinhard schon komplett gepackt. Ich trank noch kurz eine Tasse Kaffee und verdrückte noch eine Schnitte Brot, dann machte ich mich auch ans Packen. 
Gegen 08 Uhr konnten wir abfahren. Heute haben wir über 400 Kilometer vor uns – (Fast) immer die E 6 entlang bis ALTA. Nach einigen Fahrkilometern zogen wir uns doch noch etwas unter bzw. ich mir die Regenklamotten über, damit wir nicht frieren. Meine Maschine zeigt mir „Frostwarnung“ an. 


Wir kommen gut vorwärts und halten gegen Mittag auf einem Parkplatz mit schöner Aussicht über einen Fjord an. Wir bauen den Kocher auf und es gibt Kaffee und gekochte Eier. Zu uns stößt ein Wohnmobil und es steigt ein älterer Norweger aus, der uns auch gleich in Deutsch anspricht. Er erklärt, dass er nach dem Krieg als Besatzungssoldat in Deutschland gewesen sei und daher die Sprache beherrschen würde. Er erklärt, dass er das Deutschland mag, das er damals kennengelernt habe. Dann sollten wir sein Alter schätzen. Wir kamen nicht drauf, er ist schon 92 Jahre alt! Er zeigte uns noch das Innere seines Wohnmobils, mit dem er laufend unterwegs sei. Nach einer guten Weile des Fachsimpelns brach er wieder auf und wir konnten uns über unser „Mittagessen“ hermachen.


Ab Mittag bekamen wir auch keinen Tropfen Regen mehr ab, wobei der Morgen an sich auch okay war, da hat es nur mal leicht genieselt. Nachmittags kam sogar die Sonne raus, aber es bleib kalt. 


In ALTA suchten wir uns eine Hütte auf dem Campingplatz „Solvang Camping“.

 

 

 

Donnerstag, 10.09.2020 – Von Alta zum Nordkap und weiter nach Repvag


Gut geschlafen starteten wir recht früh in ALTA, Tanken nochmal auf und schon ging es über die Hochebene von Alta. Es war recht kalt (um die 5 Grad) und mein Motorrad zeigte öfter den „Frostalarm“ im Mäusekino an. Oben auf der Hochebene trafen wir für diese Reise zum ersten Mal auf ein Rentier. Es stand mitten auf der Straße und schaute uns nur an. Nach kurzem Hochfahren des Motors schien es sich zu überlegen, ob es sich entfernt, setzte es sich in Bewegung und verließ die Fahrbahn. Wir konnten zügig fahren, da die Straßen zumeist trocken waren und zudem recht leer. 
Bei Olderfjord bogen wir nach Norden ab. Es ging noch durch einige Tunnel - einer liegt unter dem Meer und verbindet zwei Inseln – fuhren wir am Ort Honningswag vorbei (hier liegen normalerweise viele Kreuzfahrtschiffe zur Besichtigung des Nordkaps) und kamen nach knapp 30 Kilometern am Nordkap an. Ich zahlte nur fürs Parken (ca. 10 €) und wir fuhren sogleich – verbotenerweise – zur Weltkugel, um die obligaten Fotos zu machen. Wir waren lediglich zu viert in diesem Bereich vor der riesigen Halle. Der Parkplatz, der sonst immer überfüllt ist, war außer 5 Fahrzeugen komplett leer. 


Das Wetter war zwar klar, aber sehr kalt, zudem war es windig. Wir hatten nach den Fotos keine Lust dort stehen zubleiben und so starteten wir gleich wieder durch. Die Halle kann man sich sparen, wenn man diese bereits gesehen hat. Für uns war sie das Eintrittsgeld nicht wert! 
Wir starteten durch und hielten vor dem langen Seetunnel auf einem Parkplatz. Dort gab es dann Pfefferbeißer und einen kleinen Snack mit selbst gekochtem Cappuccino. 


Nach einer Pause fuhren wir dann zu unserer Übernachtungsstelle in REPVAG, ein heruntergekommenes Gasthaus in diesem kleinen Ort, das wohl von Russen gewirtschaftet wird. Das Zimmer war soweit okay, die Betten frisch bezogen. Trotzdem hatte ich ein seltsames Gefühl, als ich den recht mürrischen Wirt sah.

 

Mal sehen, was wir heute Abend dort zu essen bekommen.

 

 

Freitag, 11.09.2020 – Von Repvag nach Vardo


Wir wurden schon sehr früh wach und machten uns auch gleich abreisebereit. 


Gestern Abend bestellten wir, beim nicht gerade sehr gesprächigem Wirt, ein Abendessen und bekamen das in einem riesigen, ungeheizten Gastraum serviert. Hier haben bestimmt 30 – 50 Personen ohne große Probleme Platz. Das Essen war soweit genießbar und wir stürzten danach auch sogleich in unsere Betten.


Heute haben wir über 450 Kilometer zu fahren und sind froh, dass es bei der Abfahrt nicht regnet. Die Straßen sind so früh zwar noch alle nass und wir müssen durch mehrere Baustellen fahren. In OLDERFJORD tanken wir sehr teuer – ca. für 1,70€ - und fahren die E6 weiter, Richtung Südosten. Ab Mittag kommt die Sonne ab und an raus und so trocknen die Straßen schnell ab. Wir fahren über LAKSELV und biegen dort auf die RV98, Richtung Osten ab. Jetzt geht es entlang des PORSANGERFJORDEN. Die Landschaft mutet finnisch an – viele kleine Birken. Die Straße ist teilweise frisch erneuert und man kommt sehr zügig voran, dann aber wieder so wellig und schlaglochbehaftet  wie ein Kartoffelacker. Die Dämpfer des Motorrades haben viel zu ertragen bzw. auszubügeln. Trotz allem, eine landschaftlich sehr schöne Strecke, auf der auch sehr wenig Verkehr herrscht. 


In TANA BRU geht es wieder auf die E6, diesmal Richtung Osten, nach VARDO. Bisher hat uns der Regen verschont, aber kurz vor VARDO werden wir doch nochmal kurz „geduscht“.
Die Unterkunft entpuppt sich als heruntergekommenes Haus, in dem nur unser Zimmer akzeptabel ist, die Küche, Toilette und das einzige Waschbecken für ALLE Gäste des Hauses sind nicht gerade sauber und wirken absolut nicht aufgeräumt. Reinhard meint: in DER Küche bereiten wir unseren Lachs heute Abend nicht zu! Wir gehen lieber Pizza essen im NORDPOLKRO und trinken ein Guinness.


Schade, ich wollte meine Sachen waschen – das fällt hier aus! Wir sind für 3 Nächte eingebucht – bei der Bewertung im Internet konnte das Niemand so ahnen! Wir werden das Beste daraus machen!

 

 

Samstag/Sonntag, 12./13.09.2020 – In Vardo


Die beiden Tage sollen zur Erholung sein und so fahren wir samstags durch den ersten Meereswassertunnel Norwegens zurück aufs Festland, um lediglich eine kleine Tour von 80 Kilometern zum kleinen Fischerdorf HAMNINGBERG, das quasi dort am Ende der Welt liegt, zu unternehmen. Hier geht es dann nicht mehr weiter! Das Dorf wird in den Reiseführern als verlassen beschrieben. Dies ist absolut nicht der Fall, hier und auf der Strecke dorthin sind zwischenzeitlich viele neue Hütten und Häuser mitten in die Landschaft gebaut worden. Die Felsformationen auf dem Weg dorthin wirken sehr eigenartig – aufgestellte, bizarre Steinschichten. 
Abends gehen wir wieder in den NORDPOLKRO, in dem F. NANSEN vor seiner Nordpolexpedition übernachtet haben soll und trinken unser Guinness.


Der Sonntag ist mit Relaxen ausgefüllt, das lediglich durch ein Mittagessen im Thai-Restaurant, mit sage und schreibe 160 verschiedenen Biersorten im Angebot, gegenüber unterbrochen wird.


Morgen geht’s dann weiter, bzw. zurück Richtung Süden.

 

 

Montag, 14.09.2020 – Von Vardo nach Jergul Astu /bei Karasjok


Sehr früh waren wir wach und packten unsere Sachen zusammen. In einer Regenpause starteten wir, es war kurz vor 08 Uhr. Wir kamen nicht weit, als der Regen schon wieder einsetzte. Auf dem Weg Richtung Westen, Richtung KARASJOK, erwischte es uns noch zweimal. Mit dem Regen blies ein recht starker Wind, doch nach knapp 50 Kilometern besserte sich das Wetter, die Wolkendecke wurde höher, es bleib jedoch den Tag über bedeckt und recht kalt. Ich war froh, die Heizgriffe zu haben, bei mir zeigte das Fahrzeugthermometer vier Grad Außentemperatur und die Frostwarnung sprang an.


Reinhard hat nicht die vorgeplante Route genommen, sondern unsere Unterkunft direkt in sein Navi eingegeben und so kommt es, dass er in Höhe TANA BRU auf die RV895 nach links abbiegt und den Fluss nun plötzlich rechterhand hat. Nach 30 Kilometern stehen wir plötzlich vor der finnischen Grenze. Wir werden freundlich und kurz kontrolliert, nachdem Reinhard angegeben hat, wir wollten nach KARASJOK. Jetzt sind wir in Finnland  und hoffen, dass wir irgendwann wieder nach Norwegen einreisen dürfen. Normalerweise finden hier zwischen den beiden Staaten keine Grenzkontrollen statt - CORONA lässt grüßen! Genau so schnell wie wir eingereist sind, können wir bei UTSJOKI auch wieder ausreisen, jetzt kontrolliert uns niemand! Wir sind wieder in Norwegen! Einfach nur lustig!


Wir fuhren die E6 Richtung KARASJOK. Die Straße war mal gut und dann wieder recht holperig, wir kamen aber recht schnell vorwärts. Gegen Mittag legten wir eine Rast ein und kochten uns wieder einen Kaffee. Frisch gestärkt ging es weiter nach KARASJOK, wo wir tankten und einkauften. Nun noch ca. 50 Kilometer und wie sind im einsamen JERGULASTU. Die wenigen Häuser liegen zwischen dem Fluss und der E6 und sind sicher im Sommer ausgebucht. Nur jetzt steht alles leer. Wir ziehen in ein Haus ein und braten uns heute Abend eine riesige Pfanne mit Lachs – lecker!

 

 

Dienstag, 15.09.2020 – Von Jergul Astu nach Sjovegan


Im Land der Lappen war es morgens noch sehr frisch, als wir starteten – ca. 2 Grad. Wir hatten knapp 600 Kilometer vor uns, da wir in ALTA nicht mehr übernachten wollten und gleich wieder zum Campingplatz Elevelund, in der Nähe von NARVIK, durchfahren wollten. 


Zunächst fuhren wir Richtung finnische Grenze, bogen jedoch kurz vorher Richtung ALTA auf die E45 ab. In Alta wurde nochmal aufgetankt und schon folgten wir der E 6 in Richtung Süden. Die Straßen waren zwar nass, ließen sich aber recht zügig fahren, da in diesem Bereich keine engen Kurven vorherrschten.


Wer es nicht weiß, die E6 ist absolut keine Autobahn oder Schnellstraße, zu der entwickelt sie sich erst in der Nähe von OSLO. Es ist eine simple Landstraße, auf der auch der gesamte LKW-Verkehr von Nordnorwegen vorzufinden ist. UND die LKWs fahren wie rollende Bomben. Mir ist nicht bekannt, ob in Norwegen irgendeine Geschwindigkeitsbegrenzung für Lastkraftwagen existiert. Man muss sich anpassen, aber doch auf die eigene Geschwindigkeit achten, die Polizei ist mit ihren Maßnahmen nicht gerade zimperlich! Erwischt werden, wird zumeist sehr, sehr teuer!


So 2 Stunden vor unserem Eintreffen in SJOVEGAN fängt es doch tatsächlich wieder zu regnen an. Das muss einfach nicht sein!


Als wir auf dem Campingplatz ankommen, sehen wir, dass keine Camper mehr dort sind und auch das Café geschlossen ist. Der Inhaber hat uns die Hütte nochmal überlassen, obwohl alles abgebaut ist und winterfest gemacht wird. 

 

 

Mittwoch, 16.09.2020 – Von Sjovegan nach Vestvatan/Nähe Fauske


Auch heute ist es nicht wärmer geworden, in den umliegenden Bergen hat es über Nacht geschneit. Wir starten so gegen 08.30 Uhr und fahren wieder zur E6, die wir bis südlich von OPPDAL nutzen werden. Erst dann – knapp 300 Kilometer vor OSLO werden wir Richtung Westen einschwenken.


Vor dem EFJORDEN werden wir an einer Tunnelbaustelle gestoppt und müssen dort über eine Stunde in der Kälte warten. Gut, dass es nicht regnet! Dann geht es weiter. Die Dame am Steuer des Lotsenfahrzeuges, das voran fährt, hat entweder noch nicht ausgeschlafen oder es hat sonstige Gründe. Sie fahrt stoisch mit knapp 15 km/h – Die Ducati verträgt diese Geschwindigkeit des ersten Ganges noch nicht einmal im Standgas! Ich bin nur noch am Schlangenlinienfahren und Kupplungziehen – mir tut schon die Hand weh! Als sie auch noch nach der Baustelle (alle Beschränkungen waren schon aufgehoben) so weiterfährt, überhole ich sie einfach! Die war einfach nur bescheuert!


Nach knapp 20 Kilometern sind wir an der Fähre der E6 nach BOGNES. Keine Fähre da! Auch an der Fähre geht es nicht weiter -  die ist nicht da! Auch wieder über eine Stunde warten! Dann setzen wir über und weiter geht es Richtung  FAUSKE. Die Straße ist nass und ab und an regnet es, während der Bergfahrten wird bei meinem Motorrad die Forstwarnung angezeigt.


Kurz vor dem Ziel kaufen wir noch ein – heute Abend gibt es Bratkartoffeln mit Ei!

 

 

Donnerstag, 17.09.2020 – Von Vestvatan bis Grong


In Vestvatan war morgens die Wolkendecke aufgerissen und es war an sich nicht so sehr kalt. Wir fuhren die 22 Kilometer wieder zurück auf die E6. Von dort ging es dann immer Richtung TRONDHEIM. Es ging nun immer höher ins Gebirge, das bereits teilweise wieder schneebedeckt war. Die Temperaturen gingen bei eisigem Wind auf minus 1 Grad zurück und als wir den Polarkreis überfuhren, konnte ich nur noch frösteln. Trotz Heizgriffen, die auch an sich gut funktionierten, fror ich jetzt auch noch an den Händen. Reinhard mit seiner Heizweste drehte die Temperatur nur höher und alles war gut – bei mir nicht! Ich war schweinemäßig durchgefroren, als wir in MOI RANA zum Auftanken anhielten. Ich musste mich erst einmal in einem Café mit einem heißen Kakao aufwärmen.


Wir fuhren weiter durch die Bergwelt Nordnorwegens und es blieb recht kalt. Ich konnte mir nur noch warme Gedanken machen! Die Straßen waren trocken und auch der Regen bleib aus.


Wir sind jetzt in GRONG. Dort mussten wir leider über eine Stunde auf die Dame der Rezeption warten, die erst nach dem fünften Mal auf unsere Anrufe reagierte und zum angeblich geöffneten Campingplatz kam. Das ist natürlich absolut so kein Service! Wir hatten in Booking.com vorgebucht und dachten, dass der Platz geöffnet hat und auch Personalvor Ort ist. Die Hütte musste dann erstmal geputzt werden – nach dem Ferienende scheint hier alles nicht mehr so zu sein wie es sollte!? Auch das Center am Polarkreis war schon winterfest geschlossen – wir scheinen echt spät dran zu sein! 
 

Freitag, 18.09.2020 – Von Grong bis Oppdal 

 

Fast die gesamte Nacht hat es geregnet und wir schlafen lange aus, um die Regenfront, die sich über eine riesige Fläche von Nordnorwegen zieht, so weit wie möglich durchziehen zu lassen.
Gegen 09.30 Uhr starten wir bei noch leichtem Nieselregen. Es ist nicht mehr so kalt! Im Laufe der nächsten 50 Kilometer hört es mehr oder weniger auf zu regnen. So kommen wir auf der E6 schnell vorwärts. Zwar herrscht hier mehr Verkehr, als im hohen Norden, aber es lässt sich sehr gut fahren. Ich könnte mir nur vorstellen, dass die Straße doch in den echten Sommermonaten sehr mit Campern pp. überlastet ist.  


In STEINKJER bog Reinhard plötzlich von der E6 auf die RV 759, eine Seitenstraße zur E6, ab. Dieser kleine landschaftlich sehr interessante Schlenker war auch super zu fahren. Nach ungefähr 30 Kilometern stießen wir wieder auf die E6 und folgten ihr nach Trondheim. Wir fuhren auf dem kleinen Stück Autobahn um die Stadt herum und weiter Richtung OPPDAL. Hier tankten wir erstmal auf und suchten dann nach wenigen Fahrkilometern unsere vorgebuchte Hütte auf. Heute Abend gibt es Spagetti.

Morgen geht es weiter nach GEILO.

 

 

Samstag, 19.09.2020 – Von Oppdal bis Geilo 


Die Hütte, die wir gemietet hatten, hatte sogar 2 Schlafzimmer und so konnte jeder sich entsprechend ausbreiten. Nach den Spagetti waren wir gut satt und legten uns sehr früh aufs/ins Bett. Es wurde noch gelesen oder Film geschaut.


Morgens war es heftig gefroren und Eis hatte sich auf den Motorrädern gebildet. Wir warteten bis 09.30 Uhr, um nicht die nassen, jetzt gefrorenen Straßen befahren zu müssen. Als wir starteten war es immer noch sehr kalt, aber die Straßen waren soweit frei.
Wir fuhren die E6 weiter Richtung Süden. Hinter OTTA bogen wir dann auf die RV275, Richtung HEIDAL ab. Jetzt hatten wir wieder weniger Verkehr und das Fahren machte trotz der Kälte echt Spaß. Großteils schien die Sonne und nur ab und an hingen Wolken tief über den Tälern und verhinderten das Aufwärmen. 


Wir kamen durch den JOTUNHEIMEN Nationalpark, sahen viele Rafter und Kanufahrer auf den Flussverbindungen zwischen den Seen, aber auch mehrere hundert am Fahrbahnrand abgestellte Pkw. Ob die Insassen alle Wandern sind? Wir können es einfach nicht glauben, alle Parkplätze sind gerappelt voll und an den Fahrbahnrändern hunderte und hunderte von Fahrzeugen…..


Die RV275 stieß auf die RV51(Fjellvegen) und wir fuhren über LEIRA nach GEILO, wo wir mangels anderer Angebote eine Ferienwohnung gemietet haben. 
Das gesamte Gebiet ist wintersportdominiert und so stehen im „Sommer“ oft Wohnungen leer. So eine haben wir uns dann gegönnt!


Morgen geht es weiter bis ca. 60 Kilometer vor KRISTIANSAND – zum KILEFJORDEN, wo bereits einmal übernachtet haben.

 

 

Sonntag, 20.09.2020 – Von Geilo bis zum Kilefjorden


Die Ferienwohnung war sehr groß und wir konnten uns recht wohl fühlen. In der Nacht hatte es in GEILO keinen Frost gegeben und so konnten wir um 08.30 Uhr starten, fuhren die RV40 Richtung Süden – immer die Berge hinauf. Da war es noch recht frostig! Aber kein Problem, die Straßen waren hier gut befahrbar. Wir mussten bis auf ca. 1300 Meter klettern, um den Höhenzug zu überqueren. Auf der anderen Seite ging es wieder bis auf 800 Meter hinunter, um gleich darauf wieder auf 1200 Meter hinauf zu steigen. So ging es mit der Berg- und Talfahrt fleißig weiter, immer die Kämme nach Südwesten hin zu überwinden.


Bei BORKJEFLATA bogen wir Richtung Westen von der RV40 ab und fuhren auf der BLE11 in eine tolle Motorradstrecke ab. Hier sprang plötzlich und komplett unvermutet ein tarnfarben gekleideter norwegischer „Troll“ aus dem Wald ca. hundert Meter vor Reinhard auf die Straße und gab uns mit Handzeichen zu verstehen, dass wir langsam fahren und besonders aufpassen sollten. Ich machte voller Erwartung meine Actioncam aufnahmebereit, aber nicht geschah – vielleicht hatte er ein Tier gesehen und wollte uns nur warnen. WIEDER KEIN ELCH! 


Über die RV37, eine landschaftlich und fahrerisch tolle Strecke ging es weiter. Wir fahren durch RAULAND und auf der RV362 weiter. 
Wer in diese Gegend kommt, sollte unbedingt die Strecke fahren, ein Erlebnis pur - landschaftlich und motorradtechnisch!


Die RV362 stößt bei HAUKELI auf die E9, die wir jetzt recht zügig Richtung Süden zu unserem Campingplatz fahren, auf dem wir bereits in der ersten Nacht übernachtet hatten. Inhaber ist ein Niederländer, der recht gut deutsch spricht. Gerade sind es sage uns schreibe 18 Grad und für mich ist der norwegische Winter vorbei!

 

 

Montag, 21.09.2020 – Vom Kilefjorden zur Fähre nach Hirtshals


Die Temperaturen am Killefjorden waren um einiges höher, als die aus der Landesmitte oder gar vom Norden – dort hatte es bereits gefroren und Schnee war gefallen. 


Wir konnten lang ausschlafen und machten uns erst recht spät auf den Weg nach KRISTIANSAND, wo Reinhard noch fürs sein Restgeld tankte und etwas einkaufen konnte. Ich war am „TAX BACK“ Shop und reichte meinen Antragmit Rechnung des gekauften Schlafsackes ein, um die gezahlten Steuern rückerstattet zu bekommen. Reinhard hatte ja eine neue Action Cam kaufen müssen und reichte diese Rechnung dann auch noch ein. So werden die gekauften Sachen dann doch nicht so teuer!


Wir bummelten noch durch die kleine Stadt, obwohl doch ein recht kalter Wind blies und ich zumindest leicht fröstelte. Habe mich wohl meiner italienischen Diva, der DUCATI, angepasst. Am Nachmittag fuhren wir dann zum Fährhafen und mussten auch dort noch eine Zeit lang warten, was uns dann doch einen niederländischen “Lebenskünstler“, der mit seinem Camper angeblich schon seit einigen Jahren durch die Welt fährt und sich sein Geld mit einer Art Guggenmusik verdient. Irgendwann nervte es und wir zogen uns zurück.


Die Fähre bot wieder ein tolles Büfett und wir konnten essen und nochmals essen! Irgendwann ging nichts mehr rein! Wir übernachteten dann in einem Strandhotel in HIRTSHALS.

 

 

Dienstag, 22.09.2020 – Von Hirtshals bis in die Lüneburger Heide 


Gegen 06 Uhr startete Reinhard Richtung Heimat. Er hatte um die 900 Kilometer zu fahren und ich drehte mich nochmal im Bett um. Ich wollte mich mit einem Bekannten aus meinen niedersächsischen Jahren in der Lüneburger Heide treffen und dann erst am Folgetag gen Südhessen fahren.

 

 


Tja, das war unser Tagebuch zur CORNA-TOUR des Jahres 2020. Insgesamt kann ich feststellen, dass Norweger einfach sinnvoller mit der Situation umgehen – es macht einfach weniger Stress! Die Menschen sind nicht so genervt und die Wirtschaft ist nicht so geschädigt wie in Deutschland. Irgendjemand macht da doch sehr viel falsch!!?? „Am Deutschen Wesen sollst Du genesen!“ Kann man echt in diesem Fall so nicht sagen! HIER wird eher sehr, sehr viel kaputt gemacht!

 

 

 

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