Hardys Bikerwelt
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Tagebuch zur Nordkap-Tour

Meine Erlebnisse während der Nordkap-Tour könnt Ihr den jeweiligen Tageseinträgen entnehmen.

 

Ab Montag, den 29.06.2015 geht es los - immer Richtung Nordkap!!!

 

Während der nächsten 2 Monate werde ich dann an dieser Stelle täglich meine Erlebnisse veröffentlichen.

 

Ich freue mich auf Eure Kommentare im Gästebuch. Gerne könnt Ihr auch direkt Kontakt zu mir aufnehmen.

 

 

Das Tagebuch meiner Reise als Download-Datei. Zum Öffnen wird ein PDF-Reader benötigt!
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Montag, 29.06.2015 – Pfungstadt bis Lichtenberg/Frankenwald – 387 Km

 

Gegen 09.30 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Osten. Die Strecken des Odenwaldes und Spessarts kannte ich gut und so kam ich schnell vorwärts. Zwischen Spessart und Rhön wurde an vielen Straßen gebaut und ich musste einige Umleitungen fahren.

Ich hoffe, dass mein GPS-Sender die Daten zum Tracking meiner Strecke zuverlässig überträgt und man die Route und den Standort auf der Karte ablesen kann.

Die Route durch den südlichen Thüringer Wald fand sich auf sehr kleinen Verbindungsstraßen und der Fahrspaß kam dabei absolut nicht zu kurz. Gegen 16 Uhr erreichte ich den Campingplatz von Lichtenberg. Dieser liegt an einem See und wird von der Gemeinde gemanagt. Ein Bediensteter ist jeweils von 09 – 10 und von 15 – 16 Uhr anwesend – den habe ich gerade mal so verpasst. Macht nichts! Ein Dauercamper meint: einfach nur einen Platz suchen und aufbauen – morgen um 09 Uhr kommt der Karl dann abkassieren. Das Zelt wird zum ersten Mal aufgebaut. Es ist drückend und der Schweiß läuft ihn Strömen. Fertig! Jetzt noch mit dem Motorrad einige Flaschen Bier im Nachbarort Bad Steben holen.

Nachdem alles erledigt ist, gehe ich erst einmal duschen – tut das gut!!!

Blöd, der Platz hat weder WIFI, noch habe ich mit meinem Handy eine Datenverbindung. Der Eintrag wird halt morgen hochgeladen.

Das Schönste kommt dann aber noch: kaum habe ich mit meiner Frau kurz telefoniert – hierzu musste ich knapp 2 Kilometer laufen, um eine Verbindung zu haben – brach über der Gegend ein Unwetter los. Es schüttete in Strömen, auch Hagel war dabei. Viele Kleidungsgegenstände, die ich zum Trocknen rausgehängt hatte, waren komplett nass!!! TOLL, das ist mal ein Start!!

 

 

 

Dienstag, 30.06.2015 – Lichtenberg bis Ruppersdorf/Oberlausitz – 302 Km


Ein Bekannter aus Dresden hatte mich noch am Vorabend vor der Abfahrt per Mail zu einem Kaffee bei ihm eingeladen und so ändere ich am nächsten Morgen die Tour kurz entschlossen und fahre über Dresden. Das Wiedersehen war schön. Ich hatte ihn über 20 Jahre nicht gesehen und so viel mir der kleine Umweg nicht schwer.

Von Dresden nach Ruppertsdorf sind es dann nur noch knapp 100 Kilometer. Diese führen durch das Elbsandstein Gebirge – eine herrliche Gegend!! Kleine kurvige Straßen mit viel Fahrspaß. Das Wetter stimmt auch wieder.

Auf dem Campingplatz „Volksbad“ angekommen, stellt sich heraus, dass ich der einzige Gast bin. So kann ich einen schönen Platz suchen, mich ausbreiten, alles zum Trocknen aufhängen und in Ruhe duschen. Ein kühles Bier bekomme ich gleich bei der Anmeldung in die Hand gedrückt. Hier ist es wirklich schön: ein Naturschwimmbad und ein toll gepflegter Platz.

Die Einträge lade ich über Handy ins Internet, da es hier auch kein WLAN gibt, dafür aber genügend Steckdosen zum Aufladen meiner Elektrogeräte.

Morgen geht es nach Polen!

 

 

 

Mittwoch, 01.07.2015 –  Ruppersdorf nach Lubasz/Mittelpolen – 347 Km

 

Nachdem ich abends noch lange mit dem Campingplatzbetreiber auf der Terrasse gesessen hatte, von ihm ein Schnitzel mit Pommes zum Abschied aus Deutschland serviert bekam, fiel ich "tot" in den Schlafsack.

Durch das Vogelgezwitscher werde ich sehr früh (meist so 5 Uhr) geweckt, drehe mich nochmal um und versuche bis 07 Uhr zu schlafen – schon schwierig!

07 Uhr aufstehen, Schlafsack, Matte und, und, und … einpacken, sich waschen, Kaffee kochen und frühstücken. Das Zelt bleibt bis zum Schluss stehen, da es vom Tau der Nacht recht nass ist. Wenn ich dann das Zelt abgebaut, alles wieder verstaut habe, bin ich wieder nass geschwitzt. Nochmal duschen und in die Motorradklamotten. Start!

Unterwegs werden noch 2 Flaschen Wasser gekauft – es sind über 32 Grad. Schön, kein Regen!

Über kleine Straßen geht es bis in einen Vorort von Görlitz, dann über die Grenze zu Polen. Nach knapp 100 Kilometer kann ich günstig tanken und etwas Geld wird getauscht. Für 100 € bekomme ich ganze 410 Zlotys. Die Dame in der Wechselstube schaut mich einfach nur grimmig und teilnahmslos an, hat wohl einen schlechten Tag oder sie ist immer so. Weder ein „Hallo“, noch ein „Bye“.

Die Fahrt führt über wunderschöne alte Alleen Richtung Posen (Poznau). Unterwegs komme ich an vielen schönen alten Schlösschen und Gutshäusern vorbei. Alle aus der Zeit der Deutschen hier. Einige Anwesen sind schlichtweg verfallen, andere top gepflegt und toll anzusehen. Die Straßen sind meist gut zu befahren. In den kleinen Orten sind die Durchfahrtsstraßen aber gepflastert – Verkehrsberuhigung auf Polnisch! In den größeren Städten ist die Verkehrsführung oft chaotisch!! Aber mit einem Navi findet man immer seinen Weg.

So 150 Kilometer vor dem Ziel finde ich mich auf einer einspurigen Schnellstraße wieder, vollgestopft mit LKWs. Nach einigen Kilometern halte ich an und suche nach Alternativen – es gibt schlichtweg keine!!  Also gesattelt und einfach mal öfter Gas geben – viele Pkw-Fahrer ziehen nach rechts, dass ich gut vorbei kann. Die LKWs versuchen es zumeist, aber die Straße ist wirklich zu schmal und ich muss die Durchzugskraft meiner Maschine sehr oft testen. Die Fahrerei heute ist anstrengend, aber es klappt.

Es ist 17 Uhr. Am Campingplatz – wieder an einem See – gibt es Verständigungsprobleme. Die Dame in der Rezeption spricht einfach zu wenig Englisch und ich leider absolut kein Wort Polnisch. Ein netter Herr von nebenan hilft aus, so finde ich eine Parzelle und kann aufbauen.

Zelt stellen, duschen, Tagebuch schreiben und anschließend relaxen! Klar, alles was teuer, nicht Niet- und Nagelfest ist, muss in die Koffer eingeschlossen werden. Ich will noch zur Seeterrasse, um ein Bier zu trinken.

 

 

 

Donnerstag, 02.07.2015 – Lubasz nach Gdansk (Danzig) – 306 Km

 

Der Besuch der Seeterrasse endete für mich nach einem frisch gezapften Bier, dann nahm ich mir noch eine Dose Bier mit zum Zelt. Ich war doch zu müde!  Gegen 22.00 Uhr rollte ich mich in den Schlafsack ein und war sofort eingeschlafen. Wenige Stunden später war ich hellwach – Jugendliche krakeelten auf dem Platz herum. Direkt am Platz war eine Skateranlage, die bereits am Abend zuvor intensiv genutzt worden war, doch jetzt mitten in der Nacht hielt ich das für einen schlechten Scherz. Ich überlegte, ob und wie ich Ruhe bekommen könnte, doch aufgrund der Sprachprobleme startete ich keinen Versuch. Endlich, nach über einer Stunde muss wohl einer der Dauercamper tätig geworden sein. Seine laute, drohende Stimme war unüberhörbar, er gebot Ruhe! Die trat dann auch nach kurzer Zeit ein.

Nachdem mich meine „Freunde“, die Vögel,  gegen 05 Uhr dann endgültig geweckt hatten, drehte ich mich noch bis 07 Uhr um Schlafsack hin und her. Werde es ab morgen doch mal mit Ohrenstöpseln versuchen.
 

Okay, nicht nur meckern! Das Wetter des anbrechenden Tages war gut und ich konnte in aller Gemütsruhe nach dem Aufstehen und dem Frühstück meine Sachen einpacken. Jetzt habe ich wieder etwas Übung darin. Nur noch den Schlüssel meiner „persönlichen“  Waschzelle abgeben. Gegen 09.30 Uhr war an der Rezeption immer noch keiner da, also bekam die Putzfrau das Ding in die Hand gedrückt. Und jetzt starten. Habe mir eine kleine Erkältung eingefangen – war doch zu luftig angezogen. Bei 25 Grad ziehe ich mir die Weste noch unter.

Ich fahre die alte Bernsteinstraße Richtung Danzig. Ein, im Mittelalter ebenfalls schon viel befahrener Handelsweg Richtung Norden. Verkehrsmäßig sind diese Straßen zunächst sehr angenehm zu fahren. Es geht im Flachland abwechselnd durch dichte Fichtenwälder, die mit Birken eingegrenzt sind. Dann wieder über Freiflächen mit Wiesen und Ackeranbau. Oft riecht es sehr intensiv nach Erdbeeren. Man sieht unterwegs viele Menschen Erdbeeren pflücken. Am Straßenrand werden jedoch hauptsächlich Waldbeeren und Met verkauft. Die Frauen und Kinder erinnern mich an meine Sibirienfahrt, in der auch viele Menschen am Straßenrand saßen, Gemüse und Obst zum Verkauf anboten.

Eine gute Strecke vor Danzig wird es wieder hügelig. Die Straßen werden seltsamer Weise hier sehr schlecht – man kann unter der oft aufgebrochenen Teerdecke das alte Kopfsteinpflaster sehen und plötzlich bin ich am Ortschild „Gdansk“ vorbei. Noch knapp 20 Kilometer bis zur östlichen Seite der Westernplatte – zu meinem Campingplatz. Dann Unmengen an Umleitungen, viele Brücken sind gesperrt und ich kann nochmal über 20 Kilometer Umfahrung anhängen, bis ich auf dem Campingplatz "Stogi Plaza" lande.

Einchecken und nach einem freien Stellplatz suchen – der Platz ist proppenvoll! Unter Kiefern – es gibt keine festen Stellplätze – finde ich noch eine freie Ecke. Glaube, in Polen sind schon Ferien. Mal sehen, ob ich hier die geplanten drei Nächte aushalte.

 

Werde vermutlich erst wieder am Sonntag von meinen Besichtigungen in Danzig berichten. Bis dann!!

 

 

 

Freitag und Samstag, 03. und 04.07.2015
 

Beide Tage verbringe ich mit der Stadtbesichtigung von Danzig und der Besichtigung der Westernplatte.
Am ersten Tag verbringe ich ganze 7 Stunden mit dem „Erwandern“ der Rechtstadt, die wieder soweit originalgetreu aufgebaut wurde. Danzig war in 2. Weltkrieg über 90% zerstört und gerade im Hafenbereich und in der Innenstadt stand fast kein Haus mehr. Die „alte Pracht“ ist zumindest in weiten Teilen der Rechtstadt, die nun zu Fußgängerzonen umfunktioniert wurden, wieder eingekehrt. Der mittelalterliche Hafen mit seinem Krantor ist als Promenade ausgelegt und sehr schön anzuschauen. Entlang des Königsweges wurden die Patrizierhäuser wieder rekonstruiert. Da muss sehr viel Geld reingesteckt worden sein – wirklich sehenswert!

Geht man etwas abseits der Touristenrouten, findet man noch immer Kriegsruinen. Die Außenbereiche der Stadt sind leider mit vielen Plattenbauten verschandelt. Man kann sagen, die Rechtstadt gehört ganz den Touristen. Ich finde ein tolles Steakhouse im Bereich – am „Langen Markt“, kurz vor dem „Grünen Tor“.

 

In der Nacht zum Samstag war auf dem Campingplatz der Teufel los, bis 23.30 Uhr kamen noch Camper im dunkeln per Pkw an und bauten ihre Zelte irgendwo wild auf. Am Stogi Plaza tobte eine Disco bis 02 Uhr, dann trat endlich etwas Ruhe ein, was aber die Campinggäste nicht davon abhielt, sich noch sehr lange lauthals zu unterhalten. Irgendwann fand ich ein Stück Schlaf.

Gegen 09 Uhr fuhr ich erneut in die Innenstadt, um anschließend mit einem Schiff in 40 Minuten zur Westerplatte zu tuckern. Wir starteten wir in der Nähe des Krantores, im mittelalterlichen Hafen. Dann ging es durch den neuen Hafen, vorbei an der alten Festung Weichselmündung zur Westerplatte, Höhe Hafeneinfahrt.
An sich ist die Westerplatte nicht sonderlich sehenswert. Außer einer Kasernen- und Bunkerruine noch das Monumentaldenkmal der Polen zur Verteidigung der Westerplatte zu Beginn des 2. Weltkrieges.

Als ich wieder in der Innenstadt zurück war und mit der Straßenbahn zum Campingplatz fahren wollte, fielen die Bahnen plötzlich aus – laut Tramfahrer: totaler Stromausfall. Ich musste zu Fuß noch die knapp 8 Kilometer laufen.

Morgen früh geht es weiter Richtung Malbork (Marienburg – die Trutzburg des Deutschen Ordens), dann weiter südlich um Kaliningrad (Königsberg, russisch besetzt) herum, bis zum Mauersee. 

Ja, hier habe ich auch schon mal in Sachen Mückenstichen für Lappland „geübt“ – ich kann mich gar nicht so schnell mit einem Schutzmittel einreiben, wie ich zerstochen werde – sch…. Mücken!!!!! Warum gerade hier und das auch noch unmittelbar an der Ostsee??

 

 

 

Sonntag, 05.07.2015 – von Gdansk in die Nähe des Mauersees (Nähe Wolfsschanze) – 288 km


Nachdem noch einmal unmittelbar press an mein Zelt gegen 23 Uhr erneut ein neues Zelt aufgebaut worden war, der Abfahrtsweg für andere jetzt endgültig blockiert ist, erschein der Platzwart und schritt ein. Das Zelt wurde wieder abgebaut. Wütend fuhr der Erbauer, ein Litauer mit seiner Frau wieder aus dem Campingplatzgelände hinaus. Ich stopfte mir die Ohrstöpsel in die Ohren und fiel fast gleichzeitig in einen Tiefschlaf, der bis 06 Uhr andauerte. Als ich erwachte und zum Waschen ging, entschloss ich mich auch schon sehr früh abzufahren – es sollte heute wieder über 30 Grad werden.

Bis ich alles verstaut hatte und den Platz verlassen konnte, war ich schon wieder komplett durchgeschwitzt. Es war jetzt gegen 08.30 Uhr und die Straßen Richtung Gdansk waren schon überfüllt – im Hafen fand eine Maritime Veranstaltung statt. Mich juckte das wenig. Ich konnte mich über freie Straßen Richtung Malbork freuen. Zunächst ging es über sehr gut ausgebaute Schnellstraßen, die jedoch schon bald in Baustellen übergingen. Kurz vor Marienburg konnte ich die Schlaglöcher zählen.
 

An der Deutschordensburg angekommen, wollte mich jeder Parkplatzeinweiser auf „seinen“ bewachten Parkplatz holen – ich fuhr bis unmittelbar vor das Kassenhäuschen und fragte, ob auch eine eigenständige Besichtigung möglich sei – „Nein, nur die große 3-Stunden-Führung!“ Das war mir dann viel zu lang. Darauf hatte ich dann doch keine Lust! Einige Fotos von außen sollten für mich fürs Erste reichen. Da fahre ich doch nochmal hin.
 


Ab Malbork fuhr ich fast nur noch auf Alleenstraßen. Wunderschön! Hier legte ich auch einige Pausen ein. Wenn man die Augen schloss, hätte man Pferde und Kutschen hier fahren hören. Um Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte zurück versetzt. Hinter Ketrzyn wurde viel auf die Wolfsschanze hingewiesen. Ich ließ sie mal links liegen. Eventuell schau ich mir das morgen an.

 

 

 

Montag, 06.07.2015 – Rundfahrt in den Masuren


Nach einem langen und tiefen Schlaf – auf den Campingplatz war es ruhig wie auf einem Friedhof – stand ich gegen 08 Uhr auf und startete nach dem Frühstück in der Sonne vor dem Zelt zu einer kleine Rundfahrt in den Masuren. Es ging vom Mauersee aus auf Großteils gepflasterten Alleenstraßen zunächst Richtung Süden – grobe Richtung Johannisburg (Pisz). Ein See nach dem anderen, wunderschön in Schilf eingesäumt. Dann wieder Wald- und Wiesenflächen. Die Gegend um die Wolfsschanze herum ist immer noch nicht so stark besiedelt. Nach einem Bogen über Rastenburg (Ketrzyn), einer schnellen Besichtigung des Geländes der ehemaligen Wolfsschanze, zum Gelände des erhalten gebliebenen Oberkommandos der Wehrmacht(OKW) in der Nähe von Mauerwald (Mamerki).

Die Besichtigung der Wolfschanze kann man sich mehr oder weniger sparen, da hier nur noch stark zerborstene Betonbunker vorzufinden sind. Trotzdem scheint es immer noch ein großer Anziehungspunkt zu sein. Sehr oberflächlich geben Hinweisschilder Information zur Funktionsweise der einzelnen Anlagen. Auch auf das Attentat von Oberst Stauffenberg wird sehr verhalten verwiesen. Da kann es nicht wundern, dass auch hier einige „Ewig Gestrige“ vorzufinden sind. In Polen wird doch sehr locker mit dieser Vergangenheit umgegangen. Fast unmittelbar nebenan tummeln sich „Freizeitsoldaten“ in deutschen, polnischen oder russischen Uniformen des 2. Weltkrieges und „spielen“ diesen nach. Ja, da verschlägt es mir doch die Sprache. Für diese „Soldaten“ gibt es einen „Freizeitpark des Todes“ mit den verschiedensten Waffen, angefangen von einer Panzerabwehrkanone, über Panzer, sonstige Fahrzeuge und auch Handwaffen, nebst Nachbildungen des Sturmgewehres 44 oder der Kalaschnikow.


Als ich die erhaltenen Bunker des OKW in einem anderen Waldgebiet, ca. 20 Kilometer östlich davon besichtige, treffe ich auf mehrere polnische Schulklassen, die dort durch das Gelände geführt werden. Die Anlage ist zwar bunkertechnisch erhalten, jedoch sind alle Zubehörteile ausgebaut worden. Hier ist die Beschilderung zur Funktion der Zentrale sehr sachlich in mehreren Sprachen ausgeführt. Das ergibt mir einen besseren Sinn!!
 

Kaum komme ich aus den Bunkern wieder heraus, beginnt ein Gewitter so heftig, dass ich für knapp 1 ½ Stunden bei der Kassiererin in ihrem Häuschen unterkrieche. Danke für die nette Einladung inklusiv Tee.

Zurück auf dem Zeltplatz kommt das nächste Gewitter. Macht nichts, ich habe eingekauft, sitze im Zelt, esse und schreibe den Tagesbericht. Ich hoffe doch, dass sich die Unwetter bis morgen früh verzogen haben, dann will ich nach Litauen aufbrechen.

Leider gibt es immer noch keine Internetverbindung. So muss ich den Bericht morgen hochladen – hoffentlich geht es dort!

Dafür gibt es hier wieder Mücken im Massen – jetzt klappt das aber mit der Abwehr!!

 

 

 

Dienstag, 07. Juli 2015 – vom Mauersee nach Pilis (Nähe von Jurbarko in -Litauen) – 287 Km


Heute Morgen war es echt „kalt“ – 21 Grad. Es ging zunächst bis unmittelbar an die russische Grenze von Kaliningrad und dann immer der Grenze entlang Richtung Osten. Die Straßen sind sehr durchwachsen. Entweder Schlaglochpisten oder der beste Ausbau, dann man sich vorstellen kann. Die Umgebung erinnert mich an das Hessische Bergland – schön hügelig. So hatte ich es mir hier nicht vorgestellt! An der Grenze entlang wieder kein Internetempfang, Sch….! Wenn ich in Litauen bin, wird es hoffentlich besser werden.

Die Grenze zu Litauen überquere ich direkt im Dreiländereck. Die Straßen werden besser und nun beginnt das Flachland mit ellenlangen, geraden und zudem gut ausgebauten Straßen. Allerdings gibt es in den Ortsdurchfahrten viele „Schlafende Polizisten“ (Bodenwellen zur Verkehrsberuhigung). Manche sind so hoch, dass man echt aufpassen muss.

Auf diesem Campingplatz gibt es endlich wieder Internet!!!! UND: KEINE Stechmücken!

 

Nachtrag:

Die Welt ist klein!! Als ich das Zelt aufgebaut habe, werde ich von einem Ludwigshafener Ehepaar, das vor mir mit einem Wohnmobil angekommen ist, begrüßt. Er, ehemals auch sehr aktiver Motorradfernreisender, spricht mich auf meine Reispläne an – das Nordkap hat er mit Frau und Sohn auch schon vor Jahren "gemacht". Nun reisen seine Frau und er mit dem Wohnmobil und sind auf der Rückfahrt von Riga Richtung Heimat.

Wir unterhalten uns so intensiv, dass die Zeit auch lange über das gemeinsame Abendbrot (herzlichen Dank!!) hinaus genutzt wird. Ich habe noch überhaupt nicht realisiert, dass die Uhr um 1 Stunde vorgestellt werden muss. So kommen wir sehr spät ins Bett/den Schlafsack. Für morgens ist nach meinem Zeltabbau ein gemeinsames Frühstück fällig – Danke an Monika und Uli und Hund (Namen habe ich leider vergessen) aus Altrip. Denke, wir werden uns, zurück in der Heimat, garantiert wieder treffen!!

 

 

 

Mittwoch, 08. Juli 2015 – von Pilis nach Riga – 336 Km


Ich bin sehr früh wach, habe gut geschlafen und beginne so um 07 Uhr mit dem Zeltabbau und Einpacken. Uli ist auch mit seinem Hund unterwegs. Ich bin noch nicht komplett fertig, als das Frühstück mit Filterkaffee, Eiern und, und …. bereits fertig auf mich wartet. Das lasse ich mir doch nicht zweimal sagen.
Wir sind bei der zweiten Tasse Kaffee, als es schon wieder zu regnen beginnt – ich bin froh, dass ich das Zelt bereits verpackt habe und nur noch die Motorradkleidung unter ein Überdach räumen muss. Wir warten die beiden Schauer ab und dann bin ich nicht mehr zu halten. Habe die Tour nach den gestrigen Informationen von meinen neuen Bekannten umgeplant und fahre jetzt durch die Landesmitte direkt nach Riga. An der Küste, die man Kilometerlang durch Bewuchs leider nicht sieht, soll es heute stürmen und regnen. Das muss ich mir nicht antun!!

Genau so trifft es auch ein, an der Küste sieht man eine schwarze Wolkenwand und es regnet heftig – ich fahr genau zwischen den beiden Wetterfronten Richtung Norden – gen Riga.

Die Straßen sind recht gut zu befahren. Mich erinnern sie ein wenig an Russland – man kann fast kilometerweit geradeaus schauen.

Einen kleinen Bogen schlage ich doch noch.
In
 Saldus ist der größte deutsche Soldatenfriedhof des Baltikums. Hier liegen an die 30.000 deutsche Soldaten des 2. Weltkrieges begraben. In der kommunistischen Zeit wurden viele deutsche Soldatengräber einfach eingeebnet oder überbaut. Heute ist die Kriegsgräberfürsorge immer noch dabei, zu suchen und massenhaft Umbettungen vorzunehmen. Erschreckend, wie viele Menschen durch Kriegstreiberei ihr Leben lassen mussten. Auch viele russische Soldatengräber sind am Wegesrand zu finden. Immer wieder sieht man kleine Grabstätten, die leider doch sehr vernachlässig werden. Hier im Land hat keiner Interesse, die Gräber der heutigen „Feinde“ zu pflegen und zu erhalten. Diese Aussage trifft ein Polizist, den ich im Rahmen seiner Objektschutzstreife in Saldus treffe. Wenigsten wir können heute miteinander sprechen und uns mit Händen und Füßen verstehen – er bekommt von mir ein Ärmelabzeichen, möchte mir auch eins geben, will es aber nicht aus dem Hemd schneiden. So tauschen wir die Adressen aus. Mal schauen.UND, wieder vergesse ich ihn und den Streifenwagen zu fotografieren! Werde doch ganz schön faul!!!

Bis hierher war alles fahrtechnisch noch okay. Doch jetzt bekomme ich einen Rappel: die Straße nach Riga ist eine einzige Baustelle mit einer Strecke über sage und schreibe 45 Kilometer – abwechselnd kilometerlang lockeren Schotter, dann gefräste Teerdecke, dann Sandpiste. Und immer wieder rote Ampeln. Erinnert mich auch wieder an meine Russlandfahrt.

Ich komme wohlbehalten in Riga an und nehme mir in weiser Voraussicht diesmal eine Hütte. Es soll in den nächsten Tagen heftig regnen. Eben wird er bequem!!! Ne, vorsichtig!!!

 

Morgen will ich mir Riga nochmal in aller Ruhe anschauen (war anlässlich der Russlandtour schon einmal hier) und dann entscheiden wie und wann ich weiterfahre.

 

 

 

Donnerstag, 09. Juli 2015 – in Riga


Heute Nacht hat es heftig geregnet. Als ich gegen 09 Uhr zur Stadtbesichtigung aufbreche, scheint kurz die Sonne, jedoch hat es abgekühlt und es geht ein starker Wind. Der Himmel ist zumeist wolkenverhangen. Die dicke Weste übergezogen, es wird schon gehen!!
Zu Fuß geht es in die Stadt und durch die frühe Zeit bedingt, habe diese fast allein für mich. Es sind nur sehr wenige Touristen unterwegs.

Riga ist ein urbanes Zentrum im Baltikum, es hat alles, was eine Großstadt so ausmacht. Vor allem tolle Cafés. Ein großer Cappuccino ist mir! Danach geht es in der Altstadt weiter. Da ich mich ja doch noch etwas auskenne, finde ich die Sehenswürdigkeiten mit Leichtigkeit und kann zunächst einmal bei der
 Petrikirche, die leider inklusive Turm eingerüstet ist, meine Besichtigung beginnen. 2012 konnten wir den Turm besteigen und hatten einen tollen Überblick über die gesamte Stadt. Ich spare mir die Innenbesichtigung und schlendere zum Rathausplatz mit dem Schwarzhäupterhaus und seiner tollen Fassade, das als Zunfthaus unverheirateter Kaufleute erbaut wurde. Riga war eine deutsche Hansestadt und ist daher auch stark deutsch geprägt. Es geht weiter zur Großen und Kleinen Gilde und das Katzenhaus. 
Hierzu gibt es eine schöne Geschichte: ein reicher Kaufmann wurde nicht in die Gilde aufgenommen und so baute er das Katzenhaus, auf dessen Dach er zwei Katzen, die den Hintern Richtung Gildehäuser streckten, aufstellen ließ. Das war damals ein echter Affront und er wurde dann doch mit der Bedingung aufgenommen, die Katzen rumdrehen zu lassen!
Der
 Pulverturm mit seinen 3 Meter dicken Mauern ist der letzte Turm der Stadtbefestigung, der noch heute steht. Insgesamt hatte Riga 28 an der Zahl. Riga war damals eine Festung mit zentraler Bedeutung.

Die Wachablösung am Freiheitsdenkmal (eine Säule, ähnlich dem „Langen Lui“ in Darmstadt) hatte ich leider verpasst, dafür konnte ich mir im Vermanes Park Lettlands Chöre anhören. Nur alle 5 Jahre findet das Treffen hier statt und just jetzt in der Woche, wo ich noch einmal hergefunden habe. Der gesamte Park war vollgestopft mit Tribünen und hunderten von Ständen, an denen man lettische Spezialitäten kaufen konnte. Das hat gut gepasst! Ich probierte einen lettischen Kräuter-/Fleisch-Eintopf. War für mich schon gewöhnungsbedürftig!! Der Standbetreiber, ein Chor-Vereinsmitglied aus einem kleinen Dorf in der Nähe, erklärte mir mit Händen und Füßen und unter Mithilfe von einigen Besuchern, die alle mitbekommen hatten, dass ich aus Deutschland hier zu Besuch bin, was so alles in dieser Suppe zu finden sei. Gut, dass ich die schon fast komplett gegessen hatte. Unkraut wie Brennnesseln pp. waren das Geringste. Aber den Letten schmeckt so etwas und mir ist es bis jetzt auch nicht „hochgekommen“.

Von weitem sah man schon die schwarze Wand von der Ostsee hereinkommen und ich lief vorsorglich unter die Säulen des großen Opernhauses. Nur wenige Sekunden später – ein Wolkenbruch, der sich gewaschen hatte! So eine Regenmenge kann man kaum beschreiben. Nach einer guten halben Stunde war alles vorbei und ich entschied mich noch für eine fast 2stündige Stadtrundfahrt mit dem Bus, da in deren Verlauf auch noch andere Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt angefahren und erklärt wurden.

 

Jetzt war ich kulturell gut „abgefüllt“ und begab mich zum Platz zurück. Während der Busfahrt war auch der nächste Guss Wasser erfolgt und ich war froh, dass ich unter einem Fahrzeugdach gesessen hatte.

 

 

 

Freitag, 10. Juli 2015 – von Riga nach Tallin – 425 Km


12 Grad und Regenschauer. So begrüßt mich der neue Tag. Leider soll es auch so bleiben.
Ich fahre durch Riga Richtung Norden. Eigentlich wollte ich direkt an der Küste entlang, doch das schenke ich mir. Es regnet heftig und ich bin froh, dass ich die Gore-Tex-Kleidung mitgenommen habe. Spaß macht das heute echt keinen!!!! Ich versuche, dem Regen auszuweichen, doch überall regnet es in Strömen. Also nach knapp 100 Kilometern wieder Richtung Westen – zur Küste. Auch das hilft nichts. "
Der Tag, als der große Regen kam" So könnte man das heute betiteln.

Als ich tanken muss, bin ich froh, mal eine halbe Stunde in der Tankstelle unterzuschlüpfen. Bekomme sogar noch einen Kaffee von der Inhaberin serviert – ich muss bemitleidenswert ausschauen.

Kurz hört es auf und ich schöpfe schon Hoffnung, ein Lette meint aber zu mir, ich solle ruhig meine Regenklamotten anbehalten, da es den gesamten Tag und auch morgen noch gewittern und regnen soll. Er wird – zumindest für heute - Recht bekommen. Ich spare mir nach knapp 300 Kilometern die Tour an der estnischen Küste entlang und biege direkt Richtung Tallin ab.

Knapp 20 Kilometer vor der Hauptstadt biege ich auf einen Campingplatz ein, der in seiner Ausstattung dem Wetter entspricht. Dazu kommt noch, dass die wirklich pro Tag 20 € haben wollen – schlicht für so gut wie nichts!!! Noch nicht einmal eine gut funktionierende warme Dusche ist vorhanden. Der Platz ist recht heruntergekommen, aber leider gibt es in der Nähe von Tallin derzeit nichts anderes.

 

Ich hatte schon überlegt, ob ich für die nächsten 2 Regentage in ein Hotel ziehe – hier sind bei der billigsten Absteige - 70 € aufwärts -  fällig. Die Finnen haben das Wertgefüge durch ihre „Alkohol-Tagesbesuche“ ganz schön verschoben.
Die Fährüberfahrt dauert nur knapp 2 ½ Stunden und mir wird hier erzählt, dass viele von denen nur mal für einen Tag oder eine Nacht hier rüberfahren, jede Menge Alkohol konsumieren, auch hauptsächlich einkaufen und wieder mit nach Finnland nehmen, um diesen dort sehr teuer wieder zu verkaufen. So können sie sich ihre "Tagesausflüge" recht gut finanzieren und machen noch erhebliche Gewinne. Die Fährkosten liegen bei knapp 35 – 45 €.

Nachdem ich mir eine Suppe gekocht habe, verkrieche ich mich für den Rest des Tages auf dem "Superplatz" im Zelt – draußen tobt wieder mal ein Gewitter.

 

 

 

Samstag, 11. Juli 2015 – in Tallin


Die Platzbesitzerin erklärt mir, wie ich mit dem Bus in das knapp 20 Kilometer entfernte Tallin komme. Als ich losziehe, kann ich mir nur noch den Ort merken, in dem der Platz liegt – Jüri. Als los, einfach zur Bushaltestelle laufen – 2 Kilometer. Dann einsteigen – ja erst mal bezahlen. Der Fahrer spricht kein Englisch und bekommt von anderen Fahrgästen erklärt, dass ich ins Zentrum möchte – 1,60€. Diese Preise sind schon recht günstig!
 

Ich bin vor 11 Uhr im Zentrum und kann mir gemütlich die Altstadt anschauen. Irgend ein Fest findet in der mittelalterlichen Altstadt statt. Der gesamte Rathausplatz und die umliegenden Straßen sind mit historischen Ständen zugebaut. Es werden Felle, Handarbeiten, Schmuck und verschiedenste Essen angeboten. Vor dem Rathaus finden - in estnischer Sprache - Schauspiele statt. Die Altstadt ist gerammelt voll mit Menschen. Das hat sich mal wieder gut getroffen.

 

Der Rathausplatz mit dem Rathaus, der Ratsapotheke und der Nikolaikirche sind der Startpunkt meines Stadtrundganges. Ich gehe auf der Pikk, der alten Handelsstraße, Richtung Hafen durch die toll restaurierte Altstadt. Vorbei am Schwarzhäupterhaus (Stichwort: unverheiratete Kaufleute) zur Dicken Margarte, ein Geschützturm und Teil der recht gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer. Die Straßen sind alle noch mit Grobsteinen gepflastert und die Patrizierhäuser sind sehr schön anzusehen. Hier könnte man wirklich noch einen entsprechenden Film drehen.

Zurück geht es an der Olaikirche vorbei bis auf den Domberg, auf dem die Domkirche, das Schloss Toompea mit seinem Langen Herman, einem 48 Meter hohen Turm, auf dem die Landesfahne weht. Aber auch die Alexander-Newski-Kathedrale ist hier zu finden.  Der Domberg liegt knapp 50 Meter über der Stadt und so hat man einen wunderbaren Rundblick über die gesamte Stadt.

Man will es nicht glauben, die Sonne scheint!!!

 

Nachmittags frage ich mich zum Bus Richtung Campingplatz durch – es klappt und ich bin wieder am Zelt. Gerade sind auch 2 Motorradfahrer aus Bad Dürkheim hier eingetroffen und wir tauschen uns noch eine Weile aus, bis es wieder zu regnen anfängt.

Morgen Mittag geht es für mich auf die Fähre nach Helsinki, wo ich gegen Spätnachmittag eintreffen werde.

 

 

 

Sonntag, 12. Juli 2015 – von Tallin mit der Fähre nach Helsinki – 72 Km

 

Gegen 07 Uhr bin wach und beginne langsam im Zelt schon mal an meine Sachen einzupacken. Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht habe und etwas zum Frühstück gegessen hatte, packte ich die letzten Reste meines Gepäcks und kaum hatte ich alles verladen, fing es schon wieder an zu regnen.

Der Weg zur Fähre war einfach zu finden und ich reihte mich in die Fahrzeugschlange der Wartenden ein. Ein Paar mit Motorrad aus Polen (Sie Finnin, er Pole) sprachen mich an. Wir unterhielten uns sehr nett bis zur Einschiffung. Natürlich regnete es zwischendurch immer wieder, warum auch nicht??? Ist ja Sommer!!??


Die Fährüberfahrt dauerte knapp 3 Stunden und ich entschied mich, doch eine kleine Stadtrundfahrt durch Helsinki zu machen, zumal es dort zunächst echt nicht regnete. Es war verkehrsmäßig recht wenig los und so konnte ich doch an einigen Sehenswürdigkeiten vorbeifahren. Zum Fotografieren reichte es nicht, da der Dauerregen dann doch wieder einsetzte und ich fuhr auf den Campingplatz in einem Vorort. Gegen Abend hörte es endlich auf zu regnen und ich konnte mein Zelt aufbauen.

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind nicht unbedingt rosig – Regen und Kälte!!

 

 

 

Montag, 13. Juli 2015 von Helsinki nach Lappeenranta – 213 Km

 

Heute habe ich es nicht so sehr eilig. Nur eine kurze Strecke. Ich schlafe lange aus und starte dann auf der Straße 170 Richtung Karelien. Die Straßen sind gut befahrbar und ich komme schnell vorwärts. Es gibt sehr viele Geschwindigkeitsbegrenzungen, die von den Finnen auch strikt eingehalten werden – ich frage mich warum? Auf der gesamten Strecke habe ich keinerlei Polizei gesehen, die Radarkästen sind alle ausnahmslos angekündigt. Na ja, bei dem jetzt schon geringem Fahrzeugaufkommen müssen die sich auch nicht anstrengen, vorwärts zu kommen. Wie gesagt, man kann hier recht gut fahren, das sich mehr oder weniger fast jeder an die Regeln hält. Die 170, die parallel zu einem kurzem Stück Autobahn aus Helsinki hinausführt, geht in die 7 – man könnte die Straße als „Bundesstraße“ bezeichnen – über. Kotha lasse ich rechts liegen und fahre über die 26 Richtung Lappeenranta. Die Straße ist sehr breit und gerade ausgelegt.

Unter der „Regenfront“ musste ich leider auch wieder durch und war – wie in den letzten Tagen auch – erneut schön nass.

Knapp 20 Kilometer vor meinem Ziel halte ich auf einem Parkplatz auf einer Erhebung an und möchte hier kurz pausieren. Nachdem ich vom Motorrad gestiegen bin, spricht mich ein Finne auf Deutsch an und fragt, ob ich "wegen der Bunkeranlagen" hier sei. Ich bin erstaunt, da ich nichts dergleichen um mich herum sehe. Er zeigt mir einen kleinen Trampelpfad und führt mich zirka 50 Meter von der Straße weg – seine Frau achtet derweil auf mein Motorrad. Da, ich sehe im Dickicht und aus dem Moos Beton herausragen, Panzersperren aus Felsbrocken, sagenhaft getarnte Bunkeranlagen und alte, verfallene Schützengräben. Mert ist hier ebenfalls auf Urlaub, möchte mir aber unbedingt die Geschichte der total verstecken Anlage erläutern. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen Major der Finnischen Armee handelt. Er spricht sehr gut Deutsch und erklärt mir, dass er in einem Abschnitt in Finnland Verbindungsmann zur Bundeswehr sei. Diese führe hier auch öfter im Rahmen einer Partnerschaft der Nato Manöver durch. Die derzeitige politisch/militärische Lage zu Russland nannte er sehr angespannt.
 

Nun zur Bunkeranlage des 2. Weltkrieges. Hier sei die Auffanglinie gegen die Russen im Rahmen des Karelienkrieges gewesen. Ab hier wurden die eindringenden Russen ein Stück wieder aus Finnland zurückgedrängt. Leider nicht weit genug, wie er meinte. Finnland musste nach dem Krieg ein sehr großes Stück Kareliens an Russland abtreten. Jetzt seien die ehemaligen Landsleute kurz hinter der russischen Grenze doch sehr verarmt.

Ich bedankte mich sehr herzlich für seine kleine Führung und fuhr das letzte Stück der Strecke nach Lappeenranta, wo ich in Anbetracht des Wetters eine kleine Hütte für die Übernachtung mietete. Zum Abendessen gab es dann Spagetti vor der Hütte. Momentan regnet es nicht, die Sonne scheint bei 16 Grad.

Lappeenranta liegt sehr nahe an der Grenze zu Russland und ist der südlichste Hafen auf dem Saimasee. Ein Kanal verbindet den See mit der Ostsee. Beim russischen Adel war der Ort früher als Sommerfrische sehr geschätzt. Nach einer verlorenen Schlacht 1741 besetzten die Russen den Ort bis 1811. Heute sind hier viele finnische Wassersportler zu finden. Der Ort hat um die 70.000 Einwohner. Sehenswert ist der größte Binnenhafen Finnlands und oberhalb von diesem das Festungsviertel.

 

 

 

Dienstag, 14. Juli 2015 von Lappeenranta nach Lieska– 353 Km


Es war schon recht kühl in der Nacht und ich war froh, doch eine Hütte genommen zu haben. Das Verpacken verlief viel schneller, da das Zelt nicht auch noch abgebaut werden musste. Nach einem Kaffee ging es gegen 09 Uhr morgens los.

Zunächst fuhr ich aus der autobahnähnlich ausgebauten 6, der „Via Karelia“ Richtung Norden. Vorbei an Imatra, dessen Wasserfall lediglich ab 18 Uhr für die Touristen und nur für eine kurze Zeit Wasser führt, da die restliche Zeit zur Stromgewinnung genutzt wird. Bei einem Höhenunterschied von 18 Metern auf einer Strecke von knapp 500 Metern hat sich der Fluss Vuoksi in den Granit eingefressen und das sieht schon spektakulär aus. Nur so ganz ohne Wasser wirkt das nicht sonderlich.

Hinter Imatra biege ich von der 6 ab und möchte mir das Grenzlandmuseum anschauen. Heute Vormittag leider geschlossen – 3 Stunden möchte ich nicht warten und fahre weiter. Echt Schade!

Kurz vor Joensuu verlasse ich die 6 wieder Richtung russischer Grenze (Nordosten) und fahre auf kleinen Straßen an sehr vielen Seen vorbei bis Lieska – zum Campingplatz. Da es heute tagsüber gerade mal 14 Grad waren, denke ich, für die Nacht wird es wieder kalt werden. Ich nehme mir auf dem fast leeren, aber sauberen und gut angelegten Platz eine Hütte. Wir befinden uns direkt an einem See – wir sind halt in Finnland.

 

 

 

Mittwoch, 15. Juli 2015 von Lieska nach Taivalkoski – 340 Km

 

Es ist erneut kühler geworden, die Nacht lag bei 6 Grad und die Tagestemperatur wird die 11 Grad nicht übersteigen.
Nachdem ich noch vollgetankt habe, geht es auf sehr kleinen Straßen Richtung Grenzzaun zu Russland. Ich biege an einem der vielen Seen wieder Richtung Norden ab und fahre jetzt auf der 524, einer kleinen, hauptsächlich forstwirtschaftlich genutzten Straße. Nur ab und an kommt mir ein Fahrzeug entgegen – hier ist es schon sehr einsam. Richtige Ortschaften gibt es oft auf einer Strecke von mehr als  100 Kilometer nicht. Manchmal sieht man im Wald, von der Straße meist hunderte Meter zurückversetzt einzelne Anwesen. Ich frage mich, von was leben die Menschen hier? Forstwirtschaft – klar, aber doch nicht jeder?? Fische in den vielen Seen fangen – damit kann man sich sicherlich nicht genug Geld verdienen

Über Stunden geht es durch regelrechte Waldschneisen. Mit Birken und Nadelhölzern bestanden. Abwechslung bringen die Moore und Seen.

Auf einer Strecke von über 240 Kilometer gibt es jetzt schon keine Tankstelle und man muss schauen, dass man früh genug wieder auftankt, um nicht leergefahren mitten im Wald zu stehen. Oft sind die Tankstellen auch nicht an den Durchfahrtstraßen, man muss sie halt im Ort suchen. Jeder, der tankt, füllt auch mindestens 20 oder mehr Liter in Reservekanister. Wird wohl noch extremer werden, umso weiter ich nach Norden komme.

Bei Suomussalmi halte ich an und besichtige das örtliche Museum, das sich als Freilichtmuseum mit alten Gebäuden und deren Ausstattung darstellt. Mit viel Liebe verwalten hier mehrere Frauen das Gelände auf einer Halbinsel. Mein Gott, kein Vergleich zum Beispiel mit den „Schwarzwaldhäusern“, ich glaube in Gutach. Hier hätte ich drinnen nicht leben wollen. Zumeist stammen die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, aber wie ärmlich das alles war. Viele Finnen lieben es, im Urlaub in solch schlichten Hütten in der Einsamkeit zu leben.
 

Nach einer Pause mache ich mich wieder auf den Weg. Dieser führt Richtung Kuusamo. Knapp 40 Kilometer vor dieser größeren Stadt biege ich nach links auf „meinen“ Campingplatz ab. Hier nehme ich mir wieder eine Hütte. Diesmal mit eigener Sauna, habe ich in Finnland ja auch noch nicht probiert.

 

 

 

Donnerstag, 16. Juli 2015 von Taivalkoski nach Sadankylä– 299 Km

 

Schon um 05 Uhr werde ich wach, weil es so hell ist. Ich drehe mich noch einmal um, kann aber um 06.30 Uhr nicht mehr schlafen, weil die Sonne mir direkt ins Gesicht schein. Also aufstehen! Die Nachbarn sind schon auf dem See zum Angeln. Ich schleiche um die Hütte und mache noch einige Fotos vom schönen Platz. Nachdem ich gestern schön in der Sauna geschwitzt hatte und jetzt gut erholt und ausgeschlafen bin, kann ich nach einem extra langen Frühstück ohne Regenjacke starten. Die Temperaturen überzeugen zwar noch nicht so richtig – es sind 11 Grad (später bis 16 Grad), aber die Stimmung ist gut, da die Sonne ausgiebig scheint.

 

Auf der Via Karelia geht es über Kuusamo auf der 5 weiter Richtung Norden. Überall stehen Warnschilder mit Rentieren, was ich zunächst für sehr übertrieben halte. Doch, dann entdecke ich die grauen Burschen, die mir voll auf meiner Fahrbahn entgegenlaufen. Ich verringere die Geschwindigkeit. Es sind um die 30 Tiere, die die Via Karelia für den Morgenspaziergang ausgesucht haben. Ich fahre auf die Gegenfahrbahn, die Tiere lassen sich kaum stören, biegen dann aber wegen der Motorgeräusche meiner Maschine doch in den Wald ab. Einige Tiere haben reflektierende Halsbänder, auch Jungtiere sind dabei. Jetzt werde ich doch wachsamer, was sich dann als gut erweist. Ich passiere Tiere, die urplötzlich auf die Straße galoppieren, um diese noch vor mir zu kreuzen. Mit denen möchte ich nicht kollidieren. Sie wirken erheblich wuchtiger als unsere Rehe. Einige Kilometer weiter hat es ein Ren dann doch erwischt – nicht von mir! Es liegt verendet mitten auf der Straße und ich gehe mal davon aus, dass es den „Kampf“ mit einem Lkw nicht überstanden hat. Warum der Fahrer den Kadaver nicht von der Straße geräumt haben könnte, höre ich später.

Diese Tiere sind keine Wildtiere, es sind Zuchttiere, die wie bei uns auf den Alpenalmen von den Lappen einfach für einige Zeit in die Freiheit entlassen werden. Im Winter werden sie dann wieder eingefangen und verkauft bzw. geschlachtet. Auf dem heutigen Campingplatz erzählt mir der Besitzer, dass viele Lappen in diesem Gebiet von der Rentierzucht leben. Sollte ein Tier an- oder gar totgefahren werden, so hat der Fahrzeugfahrer sich mit dem Eigentümer des Tieres wegen einer entsprechenden Entschädigung in Verbindung zu setzen.

 

Da ich in Kuusamo nochmal vollgetankt habe, mache ich mir keine Gedanken, stelle aber fest dass dies gut so gewesen ist, denn es kommt keine einzige Tankstelle mehr vor meinem Ziel: Sadankylä.

Nach einer Schotterpisteneinlage ab Höhe Kemijärvi, die dann über knapp 80 Kilometer geht, komme ich fast ohne einen Regentropfen gesehen zu haben auf dem neuen Campingplatz in Sadankylä an. Auftanken, einchecken und ausruhen!

 

Nebenbei: ich glaube ich bin auch über den nördlichen Polarkreis gefahren. Nur auf meiner Strecke findet sich weder ein Hinweisschild noch hat der Weihnachtsmann sein Zuhause im nächsten Ort. Dies ist so in der Nähe von Rovaniemi, weil sich dort die typische Touristenstrecke Richtung Norden befindet.

 

 

 

Freitag, 17. Juli 2015 von Sadankylä nach Karasjok / Norwegen– 317 Km

 

Gut ausgeschlafen mache ich mich auf den Weg weiter Richtung Norden. Aufgetankt hatte ich ja schon gestern, suchte jedoch eine Tankstelle, um den Luftdruck der Reifen doch mal zu überprüfen. Alle 3 Tankstellen hier im Ort haben keine Möglichkeit. So verschiebe ich das Überprüfen auf Norwegen.

Auf dem ersten Teil der Strecke, es ist die 4, lässt es sich recht zügig fahren. Vorbei an Kongas und Vuotso ist noch ein normales Fahrzeugsaufkommen festzustellen. Immer im Bereich eines größeren Ortes – so alle 100 Kilometer – findet man Supermärkte und auch Tankstellen. Entfernt man sich von den Orten, muss man kaum mit einem Fahrzeug rechnen.

Hinter Vuotso komme ich ins „Goldland“. Die Bezeichnung ist schon richtig so, da hier immer noch Gold geschürft wird. Ich fahre an einem Touristenschild „GOLDCITY 500 M“ vorbei und biege mal ab. Nein, das tue ich mir nicht an. Hier hat man doch wahrhaftig für die Touristen eine Goldgräberstadt nachgebaut – Nepp!!

Wieder auf der 4, stelle ich fest, dass ein intensiver Lkw-Verkehr herrscht. Hier einiges aus dem Erdreich rausgeholt, es muss sich immer noch lohnen!

Im Normalfall sollte die Tankfüllung bis zu meinem Ziel reichen, wenn nicht, habe ich immer noch 3 Liter im Kanister dabei. Einige Male wird Murmansk in Russland ausgeschildert, doch ich will nicht in den Osten. Auf den letzten 100 Kilometern wird die Straße recht holperig. Ich bin nach Nordwesten abgebogen und fahre nun Richtung Norwegen.

Mein Zielort Karasjok liegt 20 Kilometer hinter der norwegisch/finnischen Grenze. Vor dem Grenzübergang tanke ich noch einmal voll. Hier ist das Benzin erheblich billiger, als in Norwegen.

Heute habe ich mir aufgrund eines Tipps das "Den Havite Rein Motel" für die Übernachtung ausgesucht. Über Booking.com gab es das Zimmer für NOK 400. Das sind ganze 45 € für ein Doppelzimmer mit Möblierung. Als ich ankomme, werde ich vom Inhaberehepaar sehr freundlich begrüßt – beide sind Deutsche, die schon länger in Norwegen leben. Bei einem großen, heißen Kaffee bekomme ich sogleich auch gute Tipps für die Besichtigung der Hauptstadt der Saamen. Zunächst ist da mal das SÁPMI-Center, ein Museum über die Lebensweise der Saamen. Nebenan ein tolles Restaurant, das als samische Erdhütte gebaut und auch so betrieben wird.

Nachdem wir uns doch recht lange unterhalten haben, machte ich mich zur Besichtigung auf. Die Empfehlungen der Beiden kann ich nur so weiter geben – klasse!!
Nach einer Einführung, einer Filmvorstellung auf Deutsch und der Besichtigung des Freigeländes
 des SÁPMI-Center, das auch wohnmäßig betrieben wird, war ich noch mehr überrascht, als ich in das beschriebene Restaurant kam. Eine riesige Erdhütte, qualmendes Lagerfeuer in der Mitte des Raumes und rundherum abgetrennte Sitzplätze, erneut als eigene Erdhütte aufgebaut. Das hat sich echt gelohnt, hier zumindest ein Getränk zu sich zu nehmen. Durch den Qualm sind hier auch keine Mücken zu finden. So machen es auch die Saamen in ihren Hütten. Qualm verscheucht Mücken!

 

Apropos Mücken: viele von Euch haben mir vor der Fahrt schon Ratschläge und Anregungen zum Mückenschutz gegeben. Tolle Wünsche und Hinweise wie „dann kommen die dicken Mücken“ usw. kamen zudem noch zwischendurch.
Ihr könnte es mir glauben, die Mückenplage hält sich in Grenzen. Bei den Temperaturen schlüpfen halt nicht so viele, aber die, die dann doch schlüpfen, versuchen mich zu stechen. Meine Stopps unterwegs suche ich mir so aus, dass zumeist ein Wind geht oder ich von den Sumpfgeländen etwas entfernt halte. Helm auf und kurz warten. Kommen viele, wird gleich weiter gefahren.
Bei Besichtigungen oder dem Bepacken des Motorrades habe ich mittlerweile kapiert, dass ich einen Hut oder ein feuchtes T-Shirt über den Kopf ziehen muss, da die lieben Viecher doch wirklich meinen spärlichen Haarwuchs ausnutzen und mich am Hinterkopf angreifen. Hier heißt es also aufpassen, sonst passt der Helm nicht mehr! Habe aber auch ein gutes Mückenschutzmittel dabei. Nur, rund um die Uhr möchte ich mich damit aber auch nicht einreiben.

Wäre es wärmer, hätte ich ein echtes Problem. Also bin ich doch froh, dass es momentan nicht so sehr warm ist.

 

 

 

Samstag, 18. Juli 2015 von Karasjok zum Nordkap, dann nach Skarsvag – 281 Km


Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer noch langen Unterhaltung mit anderen Gästen und dem Inhaber Paar kann ich mich endlich loseisen und abfahren.

Meine Strecke führt auf der E6 Richtung Norden. Kurz vor dem Nordkap kann ich in Honningsvag nochmal auftanken. Der Ort ist der Nordkap-Hafen für alle Hurtigrouten- und Kreuzfahrtschiffe Hier werden solche Rentner wie ich als Horde in die Busse verladen, damit diese sich das Nordkap anschauen können.

Am Nordkap angekommen, stellt sich dieses als wenig spektakulär dar. Alle Fahrzeuge müssen „Eintritt“ bezahlen und werden vor dem eigentlichen Nordkap auf einen Parkplatz geführt. Nichts mit Motorrad und Weltkugel-Bild!!! Naja, ist auch nicht schlimm. Ich laufe zu Fuß hin und schaue mir das Ganze an. Ja, irgendwie kommt das alles nicht an mich dran, das soll jetzt (fast – eine Insel ist noch vorgelagert) das nördliche Ende von Europa sein. Bei Sonnenschein und 11 Grad ist das schon okay hier. Hier soll es sehr oft so neblig sein, dass man noch nicht einmal mehr die stilisierte Weltkugel erkennen kann.

Auch gut! Ich schreibe noch die üblichen Postkarten mit Nordkap-Stempel, bitte jemanden, mich mit der Kugel zu fotografieren und mache mich auf die Weiterfahrt, die nicht lange dauern sollte.

Ich übernachte im „nördlichsten Fischerdorf der Welt“, Skarsvag – so sagen zumindest die Anwohner. Motorradfahrer haben mir dieses kleine Familienhotel wärmstens empfohlen – gut so bei den Temperaturen! Ab morgen geht es wieder auf den Campingplatz. Mal schauen wie die Temperaturen weiter südlich sind. Ich hoffe, dass der Regengott auch mal eine Weile schläft.

                                                                        

 

 

Sonntag, 19. Juli 2015 von Skarsvag zum Straumfjorden – 381 Km

 

Gestern Abend saß ich noch lange mit einem Herrn aus Berlin zusammen. Dieser war mit dem Pkw über Schweden zum Nordkap gefahren und davon total fasziniert. Er erzählte mir, dass er am Samstagmorgen bereits um 04 Uhr in der Frühe dort war – nicht um den Sonnenaufgang zu sehen (es ist im Polarkreis ja durchgehend hell), sondern die Stille an diesem Flecken Erde zu genießen. Er sei dort total allein gewesen, später gegen 05 Uhr sei noch ein Radfahrer eingetroffen. So hätte er auch ein Foto von sich und der Weltkugel. Das „Eintrittsgeld“ habe er sich dabei ja auch noch gespart, sagt er lachend.

Wir unterhalten uns über Fernreisen, diskutieren über „den griechischen Alptraum“ und die derzeitige Situation in Deutschland. Er ist ein angenehmer Gesprächspartner – nicht nur wegen der Dose deutschen Bieres, die er aus dem Kofferraum seines Pkws zaubert. Nochmals danke!!

 

Für mich gilt es nach dem späten Frühstück, es ist erst gegen 09 Uhr, Abschied zu nehmen. Die Übernachtung war okay, zumal es heute Nacht lediglich 5 Grad waren. Im Zelt wäre das doch recht kalt gewesen. So fahre ich erholt erst einmal die bekannte Strecke bis Olderfjord zurück. Dabei muss ich auch wieder durch den 7 Kilometer langen, in Stein geschlagenen Meerestunnel. Man darf gar nicht nachdenken, was da alles so an Wasser und Gestein über einem ist.

In Olderfjord biege ich nach Westen wieder auf die E6 ab und fahre durch das Hochland der Finnmark auf die andere Seite Norwegens. In Alta, liegt auch noch an der Barents See, tanke ich nochmal auf. Südlich von Alta hat man an der Küstenstraße eine sehr lange Baustelle eingerichtet. Man kann gut sehen, was das doch für einen Aufwand bedeutet, eine Straße in den Fels zu bauen – hier könnte ich verstehen, wenn eine Maut dafür erhoben werden würde.

Das Wetter ist nicht mehr so sonnig wie gestern, ab und an treffen mich ein paar Regentropfen, zu einem Schauer kommt es jedoch nicht. Nachdem ich die recht lange Baustelle durchfahren habe, kann ich die Straße und die Landschaft genießen. Diese Straße muss man gefahren haben, sie einfach nur ein Erlebnis!! Schnee bedeckte Berge wechseln sich mit Fjordeinschnitten ab. Hier könnte ich mich wochenlang herumtreiben. Ich muss mich kontrollieren, dass ich nicht hinter jeder neuen Kurve anhalte, um ein Foto zu machen.

Ich umfahre den Altafjord, den Langfjord und komme nach einigen anderen Fjorden dann gegen 15.30 Uhr am Straumfjorden auf dem Fosselv Camping an. Dieser liegt unmittelbar am Fjord und ich kann mir auch direkt an der Wassergrenze eine Hütte mieten. Diese kostete kaum mehr, als der Stellplatz eines Zeltes und ich spare mir die Arbeit mit dem Auf- und Abbauen.

 

 

 

Montag, 20. Juli 2015 vom Straumfjorden nach Kvitnes – 444 Km

 

Heute war ein echt gemischter Tag. Früh morgens scheint die Sonne ein wenig und ich schöpfe Hoffnung, doch die schöne Küstenstrecke bei Sonnenschein fahren zu können. Die Sonne versuchte das Versprechen bis so gegen 10 Uhr zu halten, dann setzte sich mein Mitfahrer wieder durch – der Regen! Die gesamte Strecke bis gegen Abend wurde ich den Kerl nicht mehr los.

 

Apropos Mitfahrer: einige von Euch haben über Mail oder Whatsapp angefragt, warum ich dieses Jahr allein unterwegs sei. Das hat einen ganz einfachen Grund. In den letzten Jahren habe ich mich gezwungener Maßen den Ideen, Vorbehalten aber auch insbesondere Ängsten (z.B. im Kontakt zur Bevölkerung) meiner Mitfahrern anpassen und sehr oft unterordnen müssen, um den Zusammenhalt während der Tour gewährleisten zu können. Nach einigen solcher Aktionen in den letzten Jahren, wollte ich dieses Jahr einfach nur mal Urlaub machen, keinen Fremdenführer oder Sprachvermittler spielen. Ja, jetzt habe ich doch leider diesen seltsamen Mitfahrer - Regen, der mich manchmal ganz schön nervt!!!

 

Zunächst fahre ich die gut ausgebaute Küstenstraße E6 weiter Richtung Süden, biege jedoch bei Overbygd auf die kleine und sehr holperige 87 ab. Ja, wenn das Wetter dann das Versprechen gehalten hätte, wäre die Fahrt auch sehr schön geworden. Ich fuhr ins Hochgebirge, man könnte sagen, auf die Almen Norwegens. Hier sind trotz der niedrigen Temperaturen sehr viele Kuhherden auf den saftigen Bergwiesen unterwegs. Neben der ausgeprägten Forstwirtschaft wird auch Milchwirtschaft betrieben. Ich fahre an vielen Wasserfällen vorbei und befinde mich fast im Bereich der Schneegrenze manchmal in den Wolken. Die Wasserkraft wird sehr intensiv genutzt und so sind viele Wasserfälle gleichzeitig Stromerzeuger.

Bei Bardufoss komme ich wieder in die Zivilisation und kreuze dabei die Touristenroute E6. Zuvor war die Strecke total einsam. Die 86, die ich jetzt weiter Richtung Westen fahre, führt mich wieder an unzählige Fjorde. Leider kann ich kaum mehr als 200 Meter sehen, der Rest ist in Wolken und Regen eingehüllt.

Eigentlich wollte ich auf dem Campinplatz in Soloy Station machen, der ist aber wetterbedingt geschlossen und so fahr ich weiter. Nach einmal Auftanken bei einer netten jungen Dame bekomme ich den Tipp, doch im Ort Kvitnes, am Eingang zu den Lofoten,  zu übernachten.

Auch jetzt während des Schreibens regnet es noch immer, doch in den nächsten beiden Tagen soll ausnahmsweise mal kein Regen fallen. In dieser Zeit werde ich die Lofoten erkunden.

 

 

 

Dienstag, 21. Juli 2015 von Kvitnes nach Brustranda– 201 Km

 

Die Sonne hat ihr Versprechen gehalten, ab 12 Uhr bricht sie durch die Wolken und verdrängt –fast – den Nieselregen, der aus vereinzelten, tiefhängenden Wolken kommt.

Zuvor hatte ich lange geschlafen und aufgrund der kurzen Strecke darauf gesetzt, dass der morgendliche Regen endlich aufhören würde. Gegen 11 Uhr fuhr ich los – immer Richtung Lofoten. Die Strecke – jetzt die E10 – wurde sehr kurvig und es machte trotz der nassen Straße viel Spaß, endlich mal wieder so richtig schöne Kurven zu fahren.

Unterwegs wechselten sich die vielen Kurven mit den zahlreichen Tunneln und den tollen Ausblicken ab. Ein Tunnel führte sogar wieder unter der Meeresoberfläche zu einer anderen Lofoteninsel. Da kann man nur die Ingenieurskunst bewundern! Die Luft riecht reichlich nach Fisch und Meer!

Auf dem Campingplatz in Brustranda wähle ich mal wieder das Zelt und hoffe, dass es nicht zu sehr kalt und nass wird. Ich möchte hier mindestens zwei Tage bleiben, um auch in aller Ruhe den Rest der Lofoten zu „erfahren“. Fototrächtig ist diese Inselgruppe allemal!! Ich muss mich bremsen, nicht nach jeder Kurve für ein Foto zu halten.

 

 

 

Mittwoch, 22. Juli 2015 in Brustranda und Leknes – wenige Kilometer

 

Das Wetter ist wunderbar - die Sonne scheint schon um 08 Uhr auf das Zelt und es finden sich kaum Wolken am Himmel. Der Wetterbericht hat einen der schönsten Tage des Monats hier auf den Lofoten vorausgesagt. 

Nachdem ich gut gefrühstückt hatte, Motorradklamotten anziehen, den Nachwuchs der Campernachbarn nochmal aufs Motorrad heben, damit ein Foto gemacht werden kann und los geht's zur Inselrundfahrt.

Die Inselrundfahrt mit meinem Motorrad dauerte dann so zirka 15 Minuten. Vor mir dampfte es mächtig am Kühler, es stiegen regelrechte Wolken auf. ANHALTEN, Nachschauen!!!!!

 

Ja, was soll ich sagen, zunächst war ich sprachlos: der Kühler ist gerissen oder hat im oberen Bereich ein Leck! Da ich nur eine kurze Strecke von meinem Zelt entfernt war, fuhr ich zurück.

 

Mein russischer SAMOWAR war zu einem norwegischen Samowar mutiert! 

 

Am Platz kontrollierte ich die Kühlertemperatur, diese lag immer noch unter knapp 80 Grad - also von einer Überhitzung kann das nicht gekommen sein. Ein Steinschlagschaden ist nicht festzustellen. Alles Nachschauen hilft nichts, jetzt muss eine Werkstatt her! Doch die nächste DUCATI-Werkstatt liegt in TRONDHEIM, so zirka 1500 Kilometer entfernt. Zum ersten Mal in meinem Leben rufe ich den Auslandsnotruf des ADAC an. Nachdem ausführlich alle Daten, die man sich so denken kann von mir und meiner Maschine erhoben worden waren, sagte man mir zu, dass ein Abschlepper kommen würde und mich in die nächste, geeignete Werkstatt schleppen werde. Ich fragte sogleich, ob das Trondheim wäre, darauf wollte man mir jedoch keine Antwort geben. "Auf jeden Fall eine geignete!"

 

Nach über 4 Stunden Wartezeit kam dann ein Abschleppwagen. Meine DUC wurde auf einen Anhänger geschoben und ab ging die Fahrt zum Nachbarort Leknes, dem Standort dieses Abschleppunternehmens. Dort wurde dann der Frontbereich der Maschine durch zwei Bedienstete des Abschleppunternehmens zerlegt und zu zweit bastelten diese dann am Kühler herum. Mehrfach verwies ich darauf, dass das Kühlmittel nicht abgelassen werden solle, nein man ließ es doch zur Hälfte ab und füllte dann ein Dichtmittel ein. Jetzt sollte die Maschine angelassen werden, damit das Kühlsystem heiß und der Kühler durch das Mittel abgedichtet wird. Doch genau das, was ich vorausgesagt hatte, trat dann auch ein. Die Maschine wurde sehr schnell heiß, das Thermostat für den zweiten Kühlkreislauf öffnete nicht mehr und wir kamen bei einer Temperatur von 120 Grad an, bis ich den Motor dann stoppte. Jetzt geht überhaupt nichts mehr. Dieses machte ich dem Abschlepper klar und er erwiderte einfach nur: "ruf Deinen Automobilclub an, die Maschine muss in die Werkstatt nach Trondheim."

 

Toll, darauf wäre ich nie gekommen. Mittlerweile war es schon nach 19 Uhr.

Anruf beim ADAC, ich soll mit einem Mietwagen über Oslo, dann Fähre und wieder Mietwagen, Richtung Heimat fahren. Die Maschine soll, da ja nicht sichergestellt sei, dass diese innerhalb von 3 Tagen in Trondheim repariert werden könne, per Sammeltransport zu meiner Werkstatt in Deutschland gebracht werden. So, wo bekomme ich jetzt einen Mietwagen her? Keine Antwort - schon aufgelegt! 

 

Nochmal bei der Hotline des ADAC anrufen. Jetzt scheint mir doch eine sehr kompetente Dame am Telefon zu sein. Nachdem sie mein Ticket im System gefunden hat, fragt mich diese, warum ich denn nicht nach Hause fliegen würde. Warum mir das niemand gesagt habe, ich sei doch wohl mehr als 1500 Kilometer vom Heimatort entfernt. In diesem Fall würde der ADAC die Aufwendungen des Rückfluges ersetzen. 

 

Mittlerweile hatten sich meine beiden Abschlepper "abgesetzt", da jetzt ja "Feierabend" sei und waren einfach so verschwunden. Ich stand allein an ihrem verlassenen Stützpunkt. Einer rief mir aus dem Fahrzeug noch zu, er würde mich "dann" anrufen. Ist natürlich bis heute nicht geschehen!

Ich suchte und fand nur noch die Großmutter des Inhabers im angrenzenden Wohnhaus. Ihr übergab ich meine Fahrzeugpapiere und den Schlüssel für meine Seitenkoffer (den Fahrzeugschlüssel hatte bereits der Abschlepper) - für den Zoll beim Rücktransport. "Ja, sie werde das ihrem Enkel dann geben"!

 

 

Ich packe um, damit ich wenigstens die Motorradbekleidung an der Maschine verstauen kann und ich frische Wäsche für den Rückflug habe. Dann lief ich - wie ein Esel bepackt - knapp 3 Kilometer zum einzigen Hotel des Ortes, das jedoch komplett ausgebucht war. Von dort half man mir jedoch, außerhalb des Ortes, in einer Hütte, eine Bleibe für die Nacht zu finden. Ich bestellte ein Taxi, buchte am Flugplatz von Leknes gegen 21 Uhr noch den Rückflug für den nächsten Tag (es gab nur noch diesen einzigen Passagierplatz für den gesamten Tag!! - Abflug 06:10 Uhr) und wurde zur Hütte gebracht.

Der Rückflug klappte ohne Probleme. Über Bodö (umsteigen) ging es nach Oslo(umsteigen), wo ich gegen 09:30 Uhr eintraf, der Weiterflug fand dann um 16:10 Uhr statt. Um 18:15 Uhr landete ich dann in Frankfurt.

Mal schauen, wann und vor allem wie meine Maschine hier in Deutschland ankommt.

 

Meine Begeisterung bezüglich der Leistung durch die Hotline des ADAC ist etwas gespalten. Es wurde zum Schluss durch die nette, kompetente Dame zwar alles sinnvoll geregelt, jedoch frage ich mich wie ein Herr der Hotline darauf kommen kann, mich mit einem einen Mietwagen bis Oslo schicken zu wollen, dann zur Überfahrt mit der Fähre und wieder mit einen Mietwagen ab Kiel Richtung Heimat. Das alles hätte sich über einige Tage hingezogen und wäre wesentlich teurer geworden. Ich denke, erheblich teurer als die Kosten des Rückfluges!

Letztendlich bin ich doch gut und wohlbehalten hier zu Hause wieder angekommen und möchte mich absolut nicht beschweren. Doch, was macht jemand, der einfach die Sache nicht selbst in die Hand nehmen kann??? Ich hatte Glück, gegen Abend noch an diese sehr kompetente Dame geraten zu sein. Leider kenne ich ihren Namen nicht und kann mich daher auch nicht bei ihr persönlich für ihre Hilfe bedanken.

 

 

 

 

 

 

Bin wieder zu Hause - ohne Motorrad!

 

Die Duc hat einen Kühlsystemschaden, der vor Ort nicht zu reparieren war. Ich flog am 23.07.15 von den Lofoten nach Hause und die Duc wird durch den ADAC zurück transportiert.

 

 

Danke allen, die die Fahrt verfolgt haben! Irgendwann wird die Fahrt - von den Lofoten aus - auf jeden Fall von mir wieder fortgeführt werden.

 

Mittwoch, 05.08.2015

Mein Motorrad ist vom ADAC ohne Probleme meinem Ducati-Händler übergeben worden. Hier muss ich wirklich ausdrücklich den guten und zuverlässigen Service meines Automobilclubs loben!!!
Heute habe ich das mitgelieferte Gepäck - war doch recht viel! - abgeholt und mit meiner Werkstatt gesprochen.
Demnächst wissen wir dann mehr! Das Kühlsystem wird auf Herz und Nieren überprüft werden und falls nötig, wird mal wieder ein neuer Kühler eingebaut. So wie auch Ende 2012, nach der Sibirien-Tour.

 

Nach einigen Tagen teilt mir meine Werkstatt mit, dass der Kühler nicht gerissen, sondern durch einen falsch verlegten Gaszug leck gerieben wurde. Das kann ich Ducati natürlich nicht vorwerfen, jedoch der Werkstatt im Rhein-/Maingebiet, die den neuen Kühler 2012 nach der Sibirientour eingebaut hatte.
Ob der falsch liegende Gaszug anlässlich der regelmäßig danach durchgeführten Inspektionen durch meine jetzige Werkstatt hätte festgestellt und geändert werden können, will und kann ich derzeit nicht beurteilen. Meine Enttäuschung ist echt groß!

Jetzt wird ein neuer Kühler auf meine Kosten eingebaut, noch eine Rückrufaktion von Ducati für Maßnahmen an der Abdeckung der Gassteuerung und eine für den Austausch des rechten Öhlins Federbeins durchgeführt. Dann werde ich meine Duc hoffentlich wieder nach Hause holen können.

 

 

Donnerstag, 10.09.2015

Habe heute mein Motorrad von meiner Werkstatt abgeholt. Die Reparatur ist endlich durchgeführt. Ducati hat jegliche Kulanz abgelehnt - die Spuren am Kühler sind jedoch eindeutig - durchgescheuert!! Ich muss alles zahlen - und das, nicht zu wenig!!

So kann sich jetzt jeder seine entsprechenden Gedanken zum Hersteller Ducati machen!!!

Meiner Werkstatt möchte ich an dieser Stelle für die echt tolle Reinigung meiner Dreckschleuder, alias SAMOWAR, und die Bemühungen um die Kulanzbeantragung sowie die durchgeführte Reparatur herzlich danken!!

Jetzt kann ich endlich wieder mein Motorrad fahren. Einen kompletten Monat in Trondheim (während einer möglichen Reparatur in Norwegen) hätte ich nicht ausgehalten.

 

 

Defekter Kühler - durchgescheuert!!

Das ist vorläufig das Ende meiner Einträge hier an dieser Stelle im Tagebuch. Die Nordlicht-Tour werde ich demnächst wieder aufnehmen und zu Ende führen. Die schönsten landschaftlichen Eindrücke der Tour fehlen mir ja noch. Ich werde wieder zu den Lofoten fahren und dort die Tour zu Ende führen.

 

 

 

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