Hardys Bikerwelt
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Tagebuch zur Nord-Tour 2016

Am Montag, den 25.07.2016 möchte ich wieder Richtung Norden starten.

Im Verlauf meiner Tour werde ich aktuell meine Erlebnisse des Tages festhalten.
 

Ich freue mich auf Eure Kommentare zu den Tageseinträgen auf dieser Seite oder auch im Gästebuch. Gerne könnt Ihr auch direkt Kontakt zu mir aufnehmen.

 

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Montag, 25. Juli 2016 (Pfungstadt bis Bienenbüttel - 540 Km)

 

Ich bin gestartet.
Mein Weg führte mich und meine Duc auf kleinen Straßen über Fulda, die Rhön, vorbei an Eschwege, den Brocken im Harz, Braunschweig, in die nördliche Lüneburger Heide, wo ich nun die erste Nacht bei der Familie meines Neffen bleiben werde.

Heute war der Tag der niedersächsischen Umleitungen, die so gut wie überhaupt nicht ausgeschildert waren. Ich war echt froh, dass ich einen Navi hatte und dann immer parallel zu meinen geplanten Strecken fahren konnte. Das Wetter war feucht/warm, aber Regen habe ich nicht abbekommen.

Nachdem ich bei Julia und Markus angekommen war, konnte ich deren kleinen Sohn Hannes zum ersten Mal begrüßen. Das Grillen im Garten wurde fast zu einem Familientreffen, da auch mein älterer Bruder (Opa von Hannes) mit seiner Frau mich dort begrüßten.

Zwecks „Eingewöhnung“ haben mich auch schon eine Reihe Mücken in die unterschiedlichsten Körperteile gestochen – mal schauen wie es dann mit den Plagegeistern in der Finnmark wird!!??

 

Morgen früh werde ich über Fehmarn nach Dänemark übersetzen und anschließend über den Öresund und Helsingbourg nach Schweden einreisen und das erste Mal auf dieser Tour campen.

 

 

Dienstag, 26.07.2016 – Bienenbüttel bis Laholm/Südschweden – 513 Km

 

Gegen 09.00 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Norden, quer durch die Heide, bei Lauenburg über die Elbe und bis nach Puttgarden auf Fehmarn. Dort erwischte ich meine Fähre nach Dänemark zur geplanten Zeit – wäre aber auch so kein Problem gewesen, da die Fähren hier in einer sehr hohen Frequenz unterwegs sind. Es war sonnig, bei leichtem Wind, also sehr gut zu fahren.

Nach einer guten Stunde Fahrt auf sehr ruhiger See wurden wir auf Dänemark abgesetzt. Zunächst mal in die Grenzkontrolle. Dänemark hat also auch den „Schengenvertrag“ außer Kraft gesetzt und kontrolliert wieder sehr stark. Seltsamer Weise insbesondere Motorradfahrer. Mein IPA-Aufkleber hatte sofort Interesse geweckt und so wurde ich nach sehr kurzer Zeit mit einem Gruß einfach durchgewunken. Jetzt öde 2 Stunden Fahrt auf der Autobahn nach Helsingör, um erneut eine Fähre zu erwischen. Diesmal nach Schweden. Genau getimt wurde ich auf das Schiff gewunken und die knapp halbstündige Fahrt fand auf einer spiegelglatten See statt.

In Helsingborg gelandet, die nächste Kontrolle – diesmal von den Schweden. Erneut ein Blick auf den besagten Aufkleber, kurze Frage auf Deutsch „wo willst Du denn hin?“, ein „gute Fahrt und viel Spaß!“ gefolgt von einem Wink zur Durchfahrt. Ist doch was Gutes, so ein Aufkleber!

Erst mal tanken und dann komme ich auch schon nach kurzer Zeit auf dem Campingplatz an. Der ist hochmodern und toll sauber eingerichtet. „Haben Sie eine Campingcard?“ Ich erzähle der netten Dame, dass ich dies in Deutschland probiert habe – jedoch zu spät, es würde so um die 7 Wochen dauern, bis man die Card in der Hand hält. „Hier nicht! Wollen Sie eine, dann haben Sie auch Rabatt auf vielen Plätzen und oft ist die Card sogar Voraussetzung, um dort campen zu können.“ Na klar, ich griff sofort zu und die Card wurde mir per Computer direkt ausgestellt. Ja, die Preußen haben halt die Bürokratie erfunden!?

 

 

Mittwoch, 27.07.2016 – Camp Gullbrannagarden bis Iglaholmen– 198 Km

 

Nach einem gutem Schlaf im Zelt, einem langen Frühstück machte ich mich um 10 Uhr auf den Weg Richtung Göteborg. Bei Varberg bog ich auf eine Landstraße nach Boras ab. Der Himmel ist bedeckt und unterwegs bekomme ich einige wenige Regentropfen ab.

Die Straßen sind sehr gut ausgebaut, allerdings mit erheblichen Verkehrsbeschränkungen im Geschwindigkeitsbereich versehen. Diese werden in unregelmäßigen Abständen auch durch viele Radargeräte am Straßenrand überwacht. Ortsdurchfahrten – oft erkenne ich die Orte wegen ihrer Zersiedelung nicht – werden zum Teil auf 30 Km/h herruntergeregelt. Da sollte man schon aufpassen und sich zum Beispiel nicht durch ausländische Fernfahrer zum schnelleren Fahren treiben lassen.

 

Kurz nach 14 Uhr kam ich bei meinem alten Freund Winfried und seiner Frau Karin an. Sie wohnen, nachdem beiden in Deutschland pensioniert wurden, hier in Schweden einsam, aber wunderschön gelegen, auf dem Lande.

Abends sitzen wir Drei noch sehr lange im Wohnzimmer und tauschen unsere Erinnerungen aus. Nach Mitternacht falle ich todmüde ins Bett.

 

 

Donnerstag, 28.07.2016 – bei Winfried und Karin

 

Ich bleibe noch einen Tag bei den beiden und sie zeigen mir ihre wunderschöne Gegend nördlich von Boras. Die Landschaft ist ein Mix aus Wald, Felsen und Seen. In der unmittelbaren Nähe des Hauses befinden sich gleich zwei tolle Badeseen, einer davon sogar mit einem Wasserfall, der derzeit jedoch recht wenig Wasser in den See fallen lässt. Der zweite ist ein Badesee, der sich sehr gut für Kinder eignet, da der Einstieg sehr flach ausfällt.

Ich lerne auch Nachbarn kennen und stelle fest, dass man sich hier doch gegenseitig noch sehr unterstützt. Typische Dörfer gibt es nur wenige, die Landschaft ist sehr zersiedelt.

Abends sitzen wir noch sehr lange zusammen und tauschen alte Geschichten aus der gemeinsamen Berufszeit aus, auch die aktuelle Politikentwicklung wird nicht ausgelassen. Ich komme wieder mal sehr spät ins Bett.

 

 

Freitag, 29.07.2016 – Iglaholmen bis Mora – 428 Km

 

Nachdem es gestern wieder sehr spät war, fällt mir das Aufstehen echt schwer, aber ich will ja weiter fahren.

Nach einem langen Frühstück werde ich herzlichst verabschiedet und ich mache mich auf sehr kleinen Straßen (so wie bei uns schlecht geteerte Feldwege!) Richtung Norden auf den Weg. Hier gibt es keine Radaranlagen und auch, als ich später wieder auf Straßen mit höherer Kategorie treffe, werden sie Richtung Norden deutlich weniger. Wahrscheinlich ist nur Südschweden damit bepflastert.

Ich fahre auf dem „Inlandsvägen“, einer „Schnellstraße“ mit Geschwindigkeitsbeschränkungen von 70 oder 90 km/h nach Norden, Richtung Mora. Die Fahrt ist doch echt öde. So mache ich öfter Pause, um unterwegs nicht einzuschlafen.

In Mora habe ich einen schönen Campingplatz am See gefunden und übernachte dort.

 

 

Samstag, 30.07.2016 – Mora bis Östersund – 348 Km

 

Hab - mit Ohrstöpseln!! - sehr gut geschlafen. Die Stöpsel musste ich wegen meines Zeltnachbarn (ebenfalls Deutscher) einsetzen. Er las seiner Frau und seiner Tochter bis nach 23 Uhr aus einem E-Reader ein Buch vor und regierte absolut nicht auf Hinweise zur Ruhe, die von mehreren Seiten kamen. Ein echter Vollidiot!!

Nach dem Frühstück und dem Zeltabbau, der „zu meiner Entzückung“ von einem Regenschauer verwässert wurde, konnte ich schon um 09 Uhr losfahren. Ja, ich hatte mich über das Ende des Schauers zu früh gefreut, den gesamten Tag regnete es mehr oder weniger stark. In Regenklamotten und mit um die 15 Grad ist das ja schon zu ertragen. Ja, wenn das Tanken nicht immer wäre. Wo ist der Tankschlüssel und wo die VISA-Card versteckt??
 

Da möchte ich Euch doch mal – natürlich nur für diejenigen, die noch nicht in Schweden waren – beschreiben wie genau diese Prozedur abgeht:

Egal ob es Servicepersonal gibt oder auch nicht, man tankt NUR unter dem Einsatz einer Kreditkarte UND der PIN. In eine Zentral-Box, die erst einmal gesucht werden muss, wird die Karte eingeschoben und die PIN eingegeben. Dann muss man sich entscheiden, ob man eine Quittung haben möchte(komme später nochmal darauf zurück), die Wahl der Tanksäule findet auch noch statt. Dienlich ist es, dass man Schwedisch beherrschen sollte, denn nicht immer schaltet der Apparat nach dem Erkennen der Kreditkarte auf Deutsch um. Jaaa, und dann sollte man schnellsten zu der besagten Zapfsäule gehen und den eigentlichen Tankvorgang beginnen. Erfolgt dies nicht schnell genug, wird der gesamte Vorgang mit einem Storno abgebrochen und man muss erneut starten.

Nach erfolgtem Tanken kommt nicht automatisch die angeforderte Quittung, da ja mehrere Personen gleichzeitig im Bereich der Tankstelle tanken könnten. Man muss erneut seine Kreditkarte einstecken, um diese Quittung zu erhalten.
So, jetzt wisst ihr wie hier getankt wird. Hier gibt es keine Tankbetrüger!!

 

Heute bin ich bis Östersund gekommen und könnte von hier aus auch gleich nach Trondheim in Norwegen (nur noch etwas über 250 Kilometer) abbiegen- NEIN werde ich nicht, da ich ja auf die Lofoten möchte, daher fahre ich die öde E 45, den „Inlandsvägen“ Richtung Nordkap, mindestens noch eine Tagesetappe weiter.

 

 

Sonntag, 31.07.2016 –Östersund bis Blattnicksele – 362 Km

 

Heute Nacht hat es stark geregnet und die Temperatur ist spürbar gesunken. Das Zelt ist pitschnass! Abbauen muss ich es trotzdem! Gefrühstückt wird schnell unter einem Vordach des Servicegebäudes und dann auch noch schnell aufs Motorrad springen.

Kurz vor 09 Uhr bin ich an der Rezeption und checke aus. Da die Regensachen wieder herhalten müssen, ist das mit dem Regen auch nicht so sehr schlimm. Kurven auf der E 45 gibt es so gut wie keine und die Geschwindigkeit ist auch als eher gemächlich zu bezeichnen, also sind die nassen Straßen auch kein Problem. Die Straße ist top ausgebaut und sehr gut befahrbar.

Die endlos langen und geraden Strecken erinnern mich an meine Sibirien-Tour, aber auch an Karelien 2015. Seen und Nadelwälder, teilweise Birken, wechseln sich mit kleineren Felsformationen ab.

DANN: ich komme wieder nach Lappland! Die ersten Rentiere stehen nach wenigen Kilometern wieder am Straßenrand. Nun heißt es, noch mehr aufpassen. Die (blöden) Viecher hatte ich ja letztes Jahr zur Genüge kennen gelernt. Einige hatten mit mir zum Beispiel ein Wettrennen über die Länge der Straße veranstaltet. Abbiegen wollten die Tiere damals erst, als ich extrem Gas gab und mehrmals hupte! Ich möchte so einen Klotz – muss ja nicht immer ein riesiger Elch sein! - nicht vor meinem Motorrad haben.

Gerade noch vor einem erneuten wolkenbruchartigen Regenfall komme ich auf dem Campingplatz an und nehme mir diesmal eine Hütte. Die Klamotten müssen auch mal trocknen.

Ab morgen soll sich das Wetter wieder bessern – ich fahre dann über die Grenze zu Norwegen.

 

 

Montag, 01.08.2016 –Blattnicksele bis Fauske/Norwegen – 392 Km

 

Das mit dem Wetterbericht hier ist so wie auch in Deutschland – mal trifft die Vorhersage ein, oft jedoch mal nicht! So auch heute. Ich war froh, dass ich eine Hütte hatte und so die heftigen Regenschauer über Nacht nicht „life“ mitbekam. Morgens stand der Campingplatz in weiten Teilen „unter Wasser“. Rechtzeitig zum Beladen des Motorades legte der Regen eine Pause ein, rundherum waren jedoch so dunkle Wolken, dass ich auch gleich die Regenhose und Regenjacke überzog. Richtig gedacht: annähernd über die gesamte Strecke begleiteten mich heftige Regenschauer.

 

Unterwegs leitete mich mein Navigationsgerät wie geplant auf eine Schotterpiste, als Abkürzung Richtung Norwegen. Nach knapp 10 Minuten auf diesem Waldweg überholte mich ein ortsansässiger Schwede und stoppte mich mit seinem Fahrzeug: die Straße sei heute Morgen im Grenzbereich zu Norwegen gesperrt worden. Dort soll eine Brücke zusammengebrochen sein. Durch das Wasser käm ich nicht, da der Fluss an der Stelle zu tief sei. Ich fragte, warum kein Sperr- oder Umleitungsschild zu sehen gewesen sei. Die seien von der Polizei noch nicht aufgestellt worden. Er selbst hätte die Info über Funk erfahren und dann mein Abbiegen noch mitbekommen. Daraufhin sei er in seinen Pickup gestiegen, um mich zu stoppen.

Wir fuhren zurück und zwischenzeitlich hatte seine Frau ein großes Pappschild auf einem Stuhl mitten auf der Piste abgestellt. Bei den großen Strecken würde es noch dauern, bis die Polizei vor Ort erscheinen könne.

Danke, das wären hin und zurück für mich zusätzlich mindestens 130 Kilometer gewesen.
Die demolierte Brücke konnte ich dann später von meiner Ausweichstrecke aus sehen: mitten drauf ein Lkw, der eingebrochen war!

 

Ich legte nur beim Tanken meine Pausen ein und so kam ich früh nachmittags – immer noch vom Regen begleitet - in Fauske an. Die Grenze zwischen Schweden und Norwegen hätte ich fast übersehen, da außer einem kleinen Schild nichts darauf hinwies, dass man nun in Norwegen sei.

 

Bei der Anmeldung überlegte ich mir schon, nochmal eine kleine Hütte zu nehmen, da hörte der Regen auf und ich besann mich eines Besseren – ich war ja zum Zelten hier!

 

 

Dienstag, 02.08.2016 –Fauske bis Brustranda/Lofoten – 342 Km

 

Morgens hatte ich schon die Regensachen angezogen und musste so auch nicht anhalten, als es nach kurzer Fahrt schon wieder zu regnen anfing. Bis gegen Mittag klarte das Wetter ein wenig auf und ich konnte endlich die Regenkluft wieder einräumen. Ich fuhr auf der E 6 entlang des Leirfjords und hatte nach einer heftigen Steigung einen tollen Blick auf das Kobbvatnet, einem See mit „abgeschältem“ Gletscher im Nordosten.

Als ich anhielt, um davon ein Foto zu machen, stoppte kurz darauf ein Türke mit seiner Frau und stieg ebenfalls aus. Er sah mein Türkeiaufkleber auf dem Koffer und so kamen wir ins Gespräch. Nachdem ich berichtet hatte, wo ich in der Türkei gewesen sei, wurde er nachdenklich und sagte mir, dass er diesen Urlaub schon lange geplant hatte, aber jetzt nicht mehr in die Türkei zurück fahren wolle. In einem Land mit der derzeitigen diktatorischen Politik des E…. könne und wolle er mit seiner Frau nicht mehr leben, er will hier in Norwegen deswegen Asyl beantragen. Er sei Manager in einer sehr großen norwegisch/türkischen Firma und nur so habe er sich diesen Urlaub in Skandinavien leisten können. Beide taten mir schon leid.
 

Weiter auf kurvigen Strecken durch das Bergland, kam ich dann um die Mittagszeit am Fähranleger an. Kurz vorher überholte ich ein Wohnmobil mit Gerauer Kennzeichen und grüßte beim Überholen. Das Kelsterbacher Ehepaar, das auch auf die Lofoten wollte, begrüßte mich dann persönlich am Fähranleger und wir unterhielten uns auf der gesamten Überfahrt.

In Lödingen gingen wir wieder an Land und die Fahrt konnte Richtung Leknes fortgesetzt werden. Nach vielen Tunneldurchfahrten, eine sogar über eine Strecke von knapp 4 Kilometern unterhalb des Meeres (mit sehr steilen Ab- und Auffahrten im Tunnel), kam ich spätnachmittags auf „meinem“ Campingplatz an – BRUSTRADA.

Bis Freitag werde ich hier bleiben: ausruhen, eine Lofotenrundfahrt machen und dann die Insel mit einer langen Fährfahrt von 5 Stunden wieder Richtung Bodö verlassen.

 

 

Mittwoch, 03.08.2016 –Brustranda

 

Einkaufen, ausruhen

 

 

 

Donnerstag, 04.08.2016 – Rundfahrt auf den Lofoten– 243 Km

 

Die Sonne scheint wunderschön in den Fjord, an dessen Kopfende mein Zeltplatz liegt. Das ist ein Tag, so wie man ihn bei einer solchen Tour wünscht!!!!

 

Ich mache mich mit meiner DUC auf die Socken und erkunde die Lofoten. Letztes Jahr war dies die letzte Aktion, bei der mich der Defekt an meiner Maschine einholte. Heute soll es anders kommen!

Über Leknes fahre ich die E 10 Richtung Moskenes, biege vorher noch in den Nusfjord ab. Das alte Fischerdorf ist wunderschön und steht in der Liste der erhaltenswerten Kulturdenkmäler der UNESCO. Viele „Rorbuer“ – so heißen die alten Fischerhäuser, die immer rotbraun angestrichen und direkt am Meer liegen – sind zu mieten.

Der weiße Sandstrand von Ramberg strahlt in der Sonne und es gibt wahrhaftig Menschen, die im Meer baden. Brrrrrr!!

In Ä, direkt hinter Mosknes drehe ich – hier endet die Straße! Ich fahre zurück über Leknes nach Bork, wo ein Häuptlingssitz der Wikinger ausgegraben und rekonstruiert wurde. Der hatte auch schon ein riesiges Haus: 83 Meter lang und 8 Meter breit. Im Haus befindet sich ein Wikingermuseum.

Ich fahre noch sehr lange an der Nordküste der Lofoten entlang, um dann wieder nach Südwesten, Richtung Campingplatz, einzuschwenken.

 

Unterwegs, während einer Rast, traf ich einen norwegischen Motorradfahrer, der mir riet, ich solle morgen mit dem –Schiff nicht direkt von Moskenes nach Bodö fahren, sondern einen kleinen Umweg über 2 weitere Inseln im Westen der Lofoten machen. So etwas würde ich nur einmal im Leben zu sehen bekommen. Mal schauen.

 

 

Freitag, 05.08.2016 – Brustranda bis zum Saltstraumen

 

Wo ist die Sonne geblieben? Als ich gegen 06 Uhr aus dem Schlafsack krieche, bemerke ich, dass es doch sehr kalt ist – es regnet mal wieder! Raus, fertig machen und zur Fähre. Immerhin liegen 80 Kilometer bis Moskenes vor mir. Ich will die Fähre zur „Rundfahrt“ gegen 08.15 Uhr erwischen.

Heute mal kein Frühstück!

Ich habe Glück und komme 08.10 Uhr im Moskenes an und kann, nachdem ich umgerechnet knapp 35 € bezahlt habe, noch auf die Fähre auffahren. Unmittelbar danach geht die Klappe hoch und das Schiff legt ab. Jetzt liegen 7 Stunden „Kreuzfahrt“ vor mir. In den Bauch des Schiffes würden bestimmt noch über das Doppelte der Fahrzeuganzahl passen – ein echter Geheimtipp! Oft müssen Fahrzeuge bei der Direktfahrt nach Bodö in Moskenes stehen bleiben, um auf die Mitnahme durch die nächste Fähre zu warten, so groß ist im Sommer der Andrang. Doch, es fahren täglich nur 2 Fähren auf direktem Wege Bodö an.

 

Wir landen jeweils auf Sörland und Röst an und danach geht es Richtung norwegisches Festland, nach Bodö. Die Fahrt ist zwar leicht verregnet, aber die Bilder von den beiden westlichen Inseln der Lofoten sind wunderschön. Der Tipp war echt gut!

 

In Bodö wieder an Land, fahre ich im Nieselregen zum Saltstraumen, dort liegt mein nächster Campingplatz. Der Saltstraumen ist ein extremer Gezeitenstrom zwischen zwei Inseln, südlich von Bodö. Mir erzählt die junge Dame an der Rezeption des Platzes, dass so etwa 370 Mio. Kubikmeter beim Gezeitenwechsel durch die Enge gedrückt würden. Viele Angler sind hier anzutreffen, die in den –strudeln ihr Glück versuchen. Der größte geangelte Fisch sei ein Dorsch von über 30 Kilo gewesen. Ich brauche so etwas nicht – zumindest nicht bei Nieselregen. Hoffe, es wird morgen besser.

 

 

 

Ich möchte mich bei allen Lesern bedanken, die mich mit ihren Kommentaren und Mails auf meiner Tour begleiten.

 

 

 

Samstag, 06.08.2016 – Saltstraumen nach Jektvik - 182 Km

 

Heute habe ich Zeit, da ich keine weite Strecke geplant habe und erst einmal das „Fjord-Hopping“ einschätzen lernen möchte. Ich habe zwar auf der Strecke nur eine einzige Fähre, jedoch kann ich die Abfahrt- und Fahrzeiten nicht kalkulieren.

Ich fahre auf der Küsten Straße Rv 17, die von Bodö kommt und in Richtung Süden geht. Ich fahre entlang der Fjorde. Die Abschnitte sollen besonders schön sein.

 

Das Wetter zeigt sich zunächst mit dicken Wolken bedeckt, zeitweise kommen kleine Nieselschauer runter, aber auch die Sonne zwängt sich ab und an durch die Wolkenvorhänge. Seltsames Wetter!

Auf halber Strecke halte ich auf einem Parkplatz und bemerke ein Denkmal, das auf ein gesunkenes norwegisches U-Boot des 2. Weltkrieges hinweist. Dies war auf eine Mine gelaufen und liegt in der See, unmittelbar vor dem Denkmal. Ein Pkw mit einer norwegischen Familie hält ebenfalls dort und der Mann spricht mich an. Er erzählt mir, dass das Boot vor wenigen Jahren rein zufällig wiedergefunden worden sei. Zuvor habe es als verschollen gegolten. Ich wundere mich noch, warum er dies alles weiß. Er sei gebürtig aus dem Nachbarort und wohne jetzt mit seiner Familie nördlich von Trondheim. Er mache Urlaub in seinem Geburtsort. Wir stehen noch eine Zeitlang dort, als er während der Unterhaltung in die Wolken zeigt und auf einen riesigen Seeadler zeigt. Ich sehe ihn nach einigem Suchen in der Ferne. Es seien leider nur noch wenige Exemplare hier in dem Saltfjellet Savartisen Nationalpark, einem großen, einsamen Gebirgszug mit Gletscher. Er gibt mir noch einen Übernachtungstipp bei einem Verwandten in Jektvik, der Zimmer vermietet.

Ich fahre auf der Küstenstraße weiter und komme an den Skardsfjord, wo linksseitig über dem Fjord die Gletscherzunge des Snötinden zu sehen ist. Dann komme ich zum Fähranleger über den besagten Fjord. Ich habe Glück, die Fähre kommt gerade an und ich kann für umgerechnet 6 € auffahren. In Jektvik erinnere ich mich an den Tipp, ich suche das Anwesen und man glaubt es kaum, der Norweger hat dort doch echt wegen mir angerufen. Ich bekomme ein Zimmer zum Sonderpreis von umgerechnet 40 €. Normalerweise kostet die Übernachtung – ohne Frühstück und mit Gemeinschaftsbad– umgerechnet ca. 75 €. Das ist hier schon recht teuer – mitten im Nirgendwo!! ABER, Glück muss man haben – heute wird nicht gezeltet!!!

 

Morgen früh nehme ich dann von hier aus die Fähre Richtung Süden und werde mit ihr knapp 90 Minuten unterwegs sein. Hoffentlich ist am Anleger nicht so viel Andrang!

 

 

Sonntag, 07.08.2016 – Jektvik nach Levang - 128 Km

 

Nach dem - fast schon üblichem - Morgenschutt klart es auf und bleibt den gesamten Tag über schön. Es weht zwar ein kalter Wind, aber die Sonne zeigt sich, wenn auch etwas verschämt, endlich mal wieder am Himmel.

Der morgendliche Regen hat mir nichts ausgemacht, da ich ja ein Zimmer hatte. UND, ich war der einzige Gast! So konnte ich im gesamten Haus schalten und walten wie ich wollte.

Um 09 Uhr kam ich am Fähranleger an und konnte mich als erstes Fahrzeug einreihen. Nach und nach kamen noch mehr Fahrzeuge dazu, jedoch kamen alle mit, als die kleine Fähre gegen 10 Uhr ablegte. Wir fuhren 1 ½ Stunden durch eine tolle Fjordwelt bis wir wieder anlandeten und es über Straße weiter ging. Es lohnt sich wirklich, die Küstenstraße RV 17 zu fahren. Man darf halt nur keine langen Strecken planen. Das stellte ich dann fest, als ich am zweiten Fähranleger des Tages ankam. Dort musste ich fast 2 Stunden auf die nächste Fähre warten. Habe ja Zeit und so legte ich ein spätes Mittagessen am Fähranleger ein.

Die Einheimischen hier sind mit der Eigenschaft der Geduld aufgewachsen. Das merkt man auch im Straßenverkehr. Alle fahren höchstens 70 – 80 km/h. Selbst wenn ich noch langsamer fahre, um Filmaufnahmen zu machen, muss ich die Fahrzeuge auf der gut ausgebauten, breiten Straße vorbeiwinken, sonst würden sie auch dann noch hinter mir bleiben.

Mit der zweiten Fähre des heutigen Tages überquere ich auch wieder den nördlichen Polarkreis, diesmal allerdings in Richtung Süden.

Ich habe mir einen schönen Campingplatz in Levang(Sjøbakken fiske-camping), unmittelbar gegenüber dem Fähranleger auf der anderen Seite des Fjordes, ausgesucht und werde dort 3 Nächte bleiben. Hier gibt es viel Landschaft zu sehen und fischen wollte ich auch mal (wieder). Selbst gefangener, gegrillter Lachs schmeckt selbst mir mehr als gut!!!!!

Da kennen mich manche - insbesondere meine Hardcorer-Freunde - einfach nicht wieder – gell!!??

 

 

Montag, 08.08.2016 – In Levang

 

Morgens, so gegen 08.30 Uhr stachen 2 Mitcamper (erfahrene Angler!) und ich mit einem Motorboot in See. Hoffentlich ist das die richtige Bezeichnung!!??

Eine Angelrute hatte mir der Inhaber des Platzes gestern Abend sogleich in die Hand gedrückt, als der während eines Plausches gehörte, dass ich auch mal einen Fisch fangen und grillen wolle. Oh je, jetzt stand ich natürlich unter echtem Erfolgszwang. Meine beiden Begleiter –eigentlich begleitete ich diese ja!– hatten sich ebenfalls bei ein, zwei … Selbstgebrannten (heftiges Zeug!) des Besitzers sofort bereit erklärt, das deutsche Greenhorn mitzunehmen. „Aber mindestens 5 Stunden, sonst lohnt das nicht!“

 

Na ja, heute hatte ich erst einmal Probleme, die riesige Angelrute so hin zu bekommen, dass auch der Haken richtig im Wasser hing. Dann aber, warten! Und nochmals warten! Und immer noch warten! Bei mir biss kein Fisch, die beiden anderen hatten schon 3 recht große am Haken und anschließend im Boot.

Nach fast einer Stunde gelang mir dann auch der Fang des Tages. Ohne fremde Hilfe hätte ich den Fisch nicht vom Haken und anschließend - unfreiwillig des Lebens entglitten - ins Boot zu bekommen. „Der reicht mir!“ Beide schauen mich verblüfft an. „Mehr kann ich heute Abend doch nicht essen!“ Ich werde überredet, den Haken wieder ins Wasser zu hängen. Jetzt arbeite ich im Fremdauftrag – das wird schlicht gar nichts! Um es kurz zu machen, ich hatte nur noch 2 Kleinere am Haken, die wir aber wieder in die Freiheit entließen.

 

Am Spätnachmittag wurde dann der riesige Grill im Camp angeworfen und ich hatte Glück, dass die nette Ehefrau eines der Mitfahrer mir den Fisch sehr schmackhaft zubereitete und auch gleich mit grillte. Ein tolles gemeinsames Abendessen „unter Anglern“!

Gott sei Dank, verstand ich so gut wie gar nichts vom Anglerlatein, das die beiden Norweger mit Händen und Füßen so von sich gaben. Manche Anekdote übersetzten sie dann doch noch auf Englisch, „damit ich daraus auch noch lernen könne“. So sagten sie jedenfalls.

 

Aus mir wird nie ein Angler!! Ich habe einfach nicht die entsprechende Geduld dazu. Habe ich ihnen aber nicht gesagt. Sie wären dann wahrscheinlich doch enttäuscht gewesen, nach dem Aufwand, den sie mit mir heute treiben mussten. Ich fand es toll, dass sie mich heute mitgenommen hatten.

 

 

Dienstag, 09.08.2016 – In Levang

 

Lesen, ausruhen

 

 

Mittwoch, 10.08.2016 - Levang nach Somna - 152 Km

 

Nach sehr heftigen Regenschauern heute Nacht krieche ich mit wenig Begeisterung aus meinem Schlafsack. Gerade ist eine Regenpause und die muss ich nutzen, um mein Zelt schnell abzubauen. Gerade noch geschafft! Es beginnt schon wieder zu regnen.

Meine „Angelgefährten“ haben mitbekommen, dass ich heute abreisen will und laden mich prompt zum Frühstück in ihren Wohnwagen ein. Dann muss ich aber los, da ich heute wieder zwei Fähren erreichen muss.

 

Die Abfahrtzeiten sind typisch norwegisch: unregelmäßig und absolut nicht durchschaubar! Die erste Fähre fährt nur alle 2 – 3 Stunden und ist über eine Stunde unterwegs. In Tjötta am Fähranleger angekommen, stauen sich schon Fahrzeuge in 3 Reihen. Ich unterhalte mich bis zur Abfahrt mit 2 Schweden und 2 Niederländern, die ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs sind. Dann kommt endlich die Fähre und es geht los. Diesmal gibt es keinerlei Möglichkeit das Motorrad während der Überfahrt zu sichern und die Maschinen schwanken bedenklich hin und her – nichts passiert!!

 

Angelegt, zur nächsten Fähre geht es nach sage und schreibe 15 Kilometern Fahrt auf dem Landweg – wieder eine Stunde warten, bis diese kommt! Zwischendurch immer wieder Regenschauer, die zum Teil mit Graupeln durchsetzt sind. Wir haben knapp 10 Grad C.

Nach der heutigen kurzen Strecke reicht es mir aber auch schon wieder und ich quartiere mich für heute Nacht in einem typischen norwegischen Sommermotel ein – im Winter finden hier Seminare statt! Die Räume sind sehr gut eingerichtet und ich mache es mir für heute Nacht bequem – heute Nacht soll es wieder sehr heftige Regenschauer geben! Soll mich diesmal aber nicht stören!

Für morgen habe ich mir über das Internet eine kleine Hütte in Namsos vorgebucht. Eben reicht es mir mit dem Wetter!!!!!!!

 

Nächste Woche soll es wieder aufklaren. Hoffen wir mal, dass dies auch so zutrifft.

 

 

Donnerstag, 11.08.2016 - Somna nach Namsos – 163 Km

 

Heute Morgen scheint die Sonne, aber in meine Fahrtrichtung sehe ich dicke Regenwolken. So ziehe ich gleich meine Regensachen an und nach knapp 10 Kilometern, kurz vor der Fähre, fängt es natürlich prompt wieder an von oben zu gießen. Ich nehme die Fähre über den Ursfjord nach Holm.

LUSTIG, die Fähre hält direkt neben einem großen Haus – man kann sie fast übersehen, wenn nicht die allgegenwärtige Fahrzeugschlange davor warten würde. Die Überfahrt dauert nur 20 Minuten und so habe ich erst einmal meine Fähraktionen auf der Küstenstraße beendet. Bis Trondheim muss ich keine mehr nehmen.

 

Als ich in Holm wieder auf das Motorrad steige, bricht die Sonne durch die Wolkendecke und ich entscheide mich sofort für eine kleine Rast direkt am Fjord und klettere über Felsen bis ans Wasser. Schön hier in der Sonne zu sitzen. Die Temperaturen sind zwar nicht berauschend (so knapp 10 Grad!), aber die Sonnenstrahlen wärmen. Ich hole mir mein Fernglas, da ich auf einem kleinen Felsen im Fjord irgendwelche Tiere sehen kann. Es ist eine Familie Robben. Die Alten liegen auf dem Felsen und sonnen sich, die Jungen toben im Wasser herum – toll!!

 

Nach knapp einer Stunde ist die Sonne wieder von dicken Wolken verdeckt – es beginnt auch wieder zu regnen. Die Fahrt nach Namsos gestaltet sich wieder sehr feucht. Mittlerweile habe ich mich an meinen „Teddy-Anzug“ gewöhnt und fühle mich auch nicht mehr unwohl.

In Namsos habe ich eine kleine Hütte auf dem Platz erobert. Die meisten Zeltgäste sind auf Hütten umgestiegen, erläutert mir ein junger Mann in der Rezeption in sehr gutem Deutsch. Er studiert in Trondheim Germanistik und ist hier in der Semesterfreien Zeit, um „Deutsch anzuwenden“!

Im Supermarkt, einige Kilometer weiter, erstehe ich ein großes Stück Entrecote, ein Weißbrot und 2 Dosen Bier. In der Pfanne meines Gaskochers wird das Steak fast so wie im Frankfurter „Blockhouse“ und zusammen wird alles zu einem echten Festmahl. Das wollte ich mir heute doch mal gönnen!

 

Morgen fahre ich weiter bis Orkdal, das südlich von Trondheim liegt. Dort möchte ich 3 Nächte bleiben, mir Trondheim nochmal ansehen und eine Rundfahrt zur Festung Austratt machen. In den achtziger Jahren war ich im Rahmen eines Kollegenbesuches einmal dort. Damals war die Küstenartilleriefestung, die 1942 zum Schutz von Trondheim von den Deutschen gebaut wurde, noch für die Öffentlichkeit gesperrt. Der Kollege zeigte sie mir zusammen mit dem damaligen Festungskommandanten der Norweger. Die Anlage ist voll funktionstüchtig, heute aber als Museum eingerichtet und kann nur im Rahmen einer Führung betreten werden.

 

 

Freitag, 12.08.2016 - Namsos nach Orkdal - 235 Km

 

Es ist so kalt, dass ich mir noch eine Weste unterziehe und die Griffheizung einschalte. Dafür scheint die Sonne durchgängig den gesamten Tag.

 

Ich fahre die restliche Strecke der Küstenstraße Rv 17 bis nach Steinkjer. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und die Landschaft wird immer lieblicher. Im Bereich der nördlichen Küstenstraße waren die Fjorde rau und von steilen Felsen umrahmt, hier wird es immer flacher und man sieht Wiesen und Getreideanbau.

 

Umso näher ich an die E 6 herankomme, nimmt auch der Verkehr zu. Als ich dann auf die E 6 Richtung Trondheim einbiege, reiht sich Fahrzeug an Fahrzeug – die Hauptverbindungsstraße von Norwegen ist zumeist einspurig. Lediglich die Ortsdurchfahrten sind oft zweispurig ausgebaut. Macht an sich aber wenig Sinn, da vor der Verengung am Ortsausgang auf eine Spur sich fast immer ein Stau bildet.

Bei Vaernes stehe ich dann in einem größeren Stau, da ein Tunnel auf der E 6 beidseitig gesperrt ist und alle sich mitten durch den Ort quälen müssen.

In Trondheim habe ich keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. So werde ich von Orkdal aus Trondheim besuchen und auch die Rundfahrt machen.

Heute Abend gibt es Kotelett – man lebt ja auch nur einmal!

 

 

Danke für alle guten Wünsche von Euch, die mich begleiten!

Ja, Klaus-Dieter, das Kotelett hat mir mehr als gut geschmeckt - nach all den Fertiggerichten und/oder nur Brot pp.

 

 

 

 

Samstag, 13.08.2016 - Besichtigung von Trondheim

 

Ich fahre 30 Kilometer nach Trondheim auf der E 6 zurück. Es herrscht wenig Verkehr und ich bin schon recht verwundert, dass samstags, gegen 10 Uhr so wenig los ist.

Im Zentrum von Trondheim(war erste Hauptstadt Norwegens) finde ich einen guten Parkplatz unmittelbar in der Nähe des Nidaros-Doms. Für sage und schreibe 90 NOK (sind fast 10 Euro) darf man den Dom von innen besichtigen, aber bitte weder Video oder Fotos! Die will man ja auch noch verkaufen!

Der Dom wurde 1066 – 1300 gebaut und ist als großartigste Kirche Skandinaviens bekannt. Er diente als Krönungs- und Grabstätte aller norwegischen Könige. Man kann hierzu auch die Krönungsinsignien betrachten. Querschiff und Kapitelhaus sind spätromanisch, das Hauptschiff ist gotisch. Der gesamte Dom ist in blaugrauem Seifenstein gebaut, was diesem in Verbindung mit den kleinen Fensteröffnungen ein geheimnisvolles Flair gibt.

Keine 400 Meter weiter stehe ich auf der Bybrua-Brücke und schau mir die alten hölzernen Speicherhäuser an, die auf Pfählen im Nideleva-Fluss stehen. Das sieht schon toll aus! Einige Hundert Meter weiter befindet sich die Festung Kristiansten auf einer kleinen Erhebung. Sie wurde im 17. Jahrhundert zum Schutz der Stadt gebaut. Von dort hat man einen tollen Blick über die Stadt.

Danach schlendere ich durch die Innenstadt. Von den fast 180.000 Einwohneren kann man nicht viele sehen – es ist echt wenig Betrieb! Ich war bereits in den achtziger Jahren einmal hier zu Besuch, ich erkenne nichts mehr wieder! Die Stadt ist dermaßen groß und modern geworden!

Auf dem Rückweg nach Orkdal schaue ich mir noch das Sverresborg Tröndelag Museum an. Die Sverresborg, oberhalb von Trondheim, im 11. Jahrhundert erbaut, war die erste Steinburg in Skandinavien und ist nur noch als Ruine zu besichtigen. Rund um die Burg wurde ein Freilichtmuseum mit alten Häusern der Umgebung eingerichtet. Sehr sehenswert!

 

 

Sonntag, 14.08.2016 – Fahrt nach Austratt

 

Wieder geht es Richtung Trondheim, wobei ich jedoch auf der Hälfte der Strecke nach links, Richtung Flakkfjord zu einer Fähre nach Rörvik, abbiege. Die Fähre habe ich dann knapp verpasst, aber es fährt ja jede Stunde eine und so warte ich.

Auf der anderen Seite des Fjordes kann ich dann entlang der Küstenlinie fahren. Endlich mal wieder unendlich viele tolle Kurven. Die Straße ist trocken und so fahre ich erst einmal meine Reifen wieder rund. Vom vielen Geradeausfahren sind sie ganz eckig! Gleich nicht mehr!!!!!

Im Ort Austratt angekommen, schaue ich mir zunächst die schöne kleine Austratt Borgen an, ein kleines Schlösschen, das direkt am Wasser liegt - richtig verwunschen!

 

Ein knapper Kilometer weiter ist das Austratt Fort, eine Atlantikwallbefestigung des 2. Weltkrieges, zu finden. Bei einer Führung durch den riesigen Bunkerkomplex wird erläutert und in Teilen gezeigt wie das riesige Drillingsgeschütz, das vom zweitgrößten deutschen Schlachtschiff des 2. Weltkrieges – Gneisenau - stammt, arbeitete. Die Gneisenau war 1942 in Kiel von den Engländern durch Bomben stark beschädigt worden und man barg die Geschütztürme(Kaliber 28 cm), um diese in Antwerpen, Bergen und hier in eine Bunkeranlage des Atlantikwalls einzubauen. Die Reichweite der Geschütze war jeweils über 60 Kilometer – d.h. bis Trondheim.

Interessant ist auch, dass die Aggregate, die den schweren Geschützturm drehen müssen, nach so langen Jahren immer noch funktionstüchtig sind (Deutz).

 

Zurück ging es an der Spitze des Trondheimfjordes mit einer weiteren Fähre von Brekstad nach Valset.

 

 

Montag, 15.08.2016 - Orkdal nach Eikesdal - 203 Km

 

Heute Morgen hat es bei 8 Grad wieder begonnen zu regnen und so ziehe ich mir gleich zum Start mein „Kondom“ an. Der hat sich auf dieser Tour schon echt bezahlt gemacht – absolut dicht, für günstiges Geld bei Polo gekauft, von FLM.

Meine Fahrt führt mich auf der Rv 65 durch das Sumatal, dann auf der 670 bis zur „Tagesfähre“ in Kavanne. Der Regen hat aufgehört, als wir auf die Fähre warten. Auch hier fährt diese halbstündlich.

Auf der 70 geht es durch einen über 8 Kilometer langen Tunnel bis Sunndal. Um um den Sunndalsfjord herum zu fahren, biege ich auf die 62 ab. Auch hier wieder Tunneldurchfahrten(7 Km und 6 Km). Es ist schon eine Leistung, diese Tunnelbauwerke in Norwegen.

Ich fahre kurz vor Nauste die 660 hinter einem riesigen Lkw her. Dieser fährt echt halsbrecherisch, er hat Schotter geladen. Als urplötzlich ein großes Schlagloch den Lkw springen lässt, verstreut dieser über die gesamte Fahrbahn besagten Schotter. Ich kann nicht mehr ausweichen – die Straße ist sehr rutschig! Über irgendetwas – ich vermute ein Stück Schotterstein! – rolle ich hinweg und ärgere mich. Naja, ist ja nichts passiert – denke ich!!!!!!!

 

Nach knapp 100 Metern bemerke ich, dass ich hinten einen Plattfuß habe!!!!!

SCHEI……!!!! Rechts ran, da ist ja gleich eine Ausweichbucht.

Motorrad abstellen- gar nicht so leicht, wenn dies so schwer beladen ist. Es fehlt die nötige Höhe für den Seitenständer. Aber, da ist ja noch die Leitplanke – dran fahren und gegenlehnen! Erst einmal das gesamte Gepäck: die Rolle und beide Koffer abladen. Gott sei Dank, es regnet nicht!

Loch suchen: man, das ist aber groß!! Ob da der Stick, der eingeschoben werden soll, ausreicht?

Ich fange mal an: mit der Aale ausarbeiten und Kleber rein, dann wird der Stick eingeschoben. Zwischenzeitig hält ein Fahrzeug mit norwegischem Kennzeichen neben mir an. Ich werde im klarsten Hochdeutsch von der Fahrerin angesprochen, ob sie helfen könne. Das ist ja ungewöhnlich! Ich frage vorsorglich nach einem Reifendienst in der Nähe und sie antwortet mir, dass ich da ja Glück hätte. Das sei nämlich auch ein Deutscher. Sie will mal sehen, ob sie diesen erreicht. Ich kann überhaupt nicht reagieren, da ist sie auch schon wieder unterwegs.

Ich arbeite weiter: jetzt kommt mein Kompressor zum Einsatz. Ich merke, dass immer noch Luft aus dem Loch austritt. Was machen? Ich habe doch auch eine Dose mit Reifendichtmittel dabei. Deren Inhalt auch noch in den Reifen rein!!!! Wieder den Kompressor anwerfen.

Jetzt klappt es doch noch! Es tritt keine Luft mehr aus – ich bin echt happy!

Dann hält ein Servicewagen hinter mir und ich werde auf Deutsch angesprochen – es ist der Mann vom Reifenservice. Ich bin sprachlos! Er schaut sich die Sache an und meint, als er ein Prüfmittel auf den Reifen aufbringt, dass ich doch schon alles erledigt hätte. Das Loch sei dicht!

Wir unterhalten uns noch kurz. Ich bedanke mich bei ihm und er erzählt mir, dass er bereits vor über 10 Jahren nach Norwegen ausgewandert sei. In Deutschland sei ihm alles zu hektisch geworden. Hier in Norwegen liefe alles doch etwas ruhiger ab. Ich bedanke mich und frage, was ich denn zu zahlen hätte, da er ja von seiner Arbeit raus gekommen sei – nichts, das mache er doch für seine alten Landsleute so. Ein netter Typ!

Ich fahre erst einmal meine letzten 30 Kilometer zum Campingplatz in Eikesdalen verhaltener. Morgen früh wird sich zeigen, ob der Reifen wirklich dicht ist. Auf diesem Campingplatz bleibe ich sowieso 2 Tage. Das Wetter soll ja besser werden!!

 

 

Dienstag, 16.08.2016 –Rund um das Eikesdal – 144 Km (70 Km Offroad)

 

Die Sonne scheint ins Tal, obwohl noch fast alle Berge halb mit Wolken verhangen sind. Gegen 10.30 Uhr mache ich mich auf den Weg Richtung Aursjöhytta, mitten in der Eikesdaler Bergwelt.

Zunächst kann ich noch ein kleines Teersträßchen bergan fahren, dann eine Mautschranke, die jedoch für Motorräder nicht gilt – ich kann sie umfahren. Ab jetzt befahre ich eine Schotterpiste mit Serpentinen und Wellblechstruktur. Es geht immer höher. Als ich die Wolkengrenze erreiche, muss ich durch einen Naturtunnel, der auch noch mit Serpentinen und riesigen Schlaglöchern bestückt ist. Die Aussicht nach dem Verlassen des Tunnels ist grandios!

Bis zur Hütte fahre ich knapp 30 Kilometer auf Schotter- und Erdpisten, die vor langer Zeit in den Felsen geschlagen wurden. An der Hütte, sie steht oberhalb eines Gebirgssees, mache ich erst einmal eine kleine Rast. Hier oben gibt es kein Leben, außer einigen armseligen Jagdhütten, die mitten in der Landschaft stehen. Weiter geht es. Nochmals über 30 Kilometer Schotter und enge Bergstraße, die zum Ärger auch noch mit Schotter frisch geschoben ist. Die Räder des Motorrades sinken im Schotter und in losem Erdreich ein – ich muss langsam tun! Ich bewege mich über eine Hochebene in 1100 Meter Höhe und muss anschließend wieder auf null, um auf Meereshöhe zu gelangen. Ich stoppe mehrmals, um Fotos zu schießen – so eine tolle Landschaft habe ich noch nicht gesehen!!!

Ich komme am Osvatnet und dem Dalavatnet, vorbei – an den Stauseen wird Strom erzeugt!

Als mich die Teerstraße wieder hat, befinde ich mich in Sundalsöra an der Rv 62, die ich bereits gestern nach Eikesdalen gefahren bin. Mich führt die Straße wieder über Nauste, an der Stelle vorbei, wo ich den Platten hatte.

 

Entlang des Eikesdalvatnet kann ich bei einem Stopp mit dem Fernglas eine Schule Delphine beobachten.

Zurück auf dem Campingplatz gibt es auch etwas zu sehen. Nebenan sind 2 Hubschrauber stationiert. Schon gestern hatte ich mich über die Flüge bei doch recht bedecktem Himmel gewundert. Heute könne hier alle eine Vorstellung verfolgen, die ich so auch noch nicht gesehen habe. Auf YouTube hatte ich vor einiger Zeit mal den Flug eine Raketenmenschen anschauen können. Heute sehe ich gleich drei davon live. Sie werden mit einem Hubschrauber auf entsprechende Höhe gebracht und springen dann von dort ab. Gleichzeitig werden die Raketen, die sich an den Winkelflügeln der Springer befinden, gezündet. Die Menschen fliegen dann in Formation, durch die Raketen angetrieben, neben dem Hubschrauber her. Nach einiger Zeit erlöschen die Triebwerke und die Springer ziehen Fallleine, um Gleitfallschirme zu öffnen. Was für eine Vorstellung – ohne Einritt zu zahlen!!

 

Morgen früh werde ich den bisher schönsten Campingplatz meiner Tour verlassen und über die Trollsteigen zum Geirangerfjord fahren.

 

 

Mittwoch, 17.08.2016 – vonEikesdal nach Geiranger – 189 Km

 

Auch heute ist alles schon sehr früh sonnenbeschienen. Die letzten Tage des Regens sind erst einmal vergessen und so fahre ich mit guter Laune wieder entlang desEikesdalvatnet, die Raketenmenschen mit ihren Hubschraubern machen sich auch wieder zu einer Tour auf. Es ist 09.30 Uhr und die Sonne hat fast alle Wolken aus dem schmalen Tal vertrieben, einige hängen doch noch unmittelbar über dem Wasser.

Ich biege nach links in den Visdalsvegen, die Rv 660. Sie windet sich durch das Gebirge bis ich nach einigen Kilometern an den Langfjord komme und diesen über die Rv 64 bis Rauma entlang fahre. Im Fjord, vor Rauma, liegt ein riesiges Ausflugschiff. Die wollen wohl auch die Trollsteige anschauen.

In Rauma biege ich dann auf die Rv 63 zur Trollsteige ab. Die Straße windet sich zunächst in langen Kurven, bis man fast vor einer Felswand steht und meint, es geht nicht weiter. Hier beginnt die Trollsteige, eine uralte Straße, in Fels gehauen. Man klebt in den Serpentinen regelrecht an und in der Felswand. Auf halber Höhe wird ein großer Wasserfall gequert. Hier herrscht eine Unmenge Verkehr, jeder will DIE TROLLSTEIGE sehen. Ist ja auch ein Erlebnis!

Nachdem man die Trollsteige geschafft hat, beginnt eine Hochebene, die sich bis kurz vor Valldal zieht. 4 Kilometer hinter dem Ort setzt mich die „Tagesfähre“ nach Eidsdal über.

Jetzt beginnt die Straße nach Geiranger, in den weltbekannten Fjord. Als ich von oben in den Fjord hinabblicke, sehe ich 3 Ozeanriesen im Fjord liegen. Sieht schon lustig aus. Man meint, dass das Spielzeugschiffe seien. Nun führt mich die Straße in langen Serpentinen hinab an den Fjord.

In Geiranger habe ich mir einen Campingplatz ausgesucht und baue schon sehr früh nachmittags mein Zelt auf. Es ist wunderbar warm!!! Die Sonne scheint!!!

 

 

Donnerstag, 18.08.2016 – von Geiranger nach Sogndal – 258 Km

 

Die Nacht war hart: direkt am Campingplatz befindet sich ein riesiger Wasserfall, der natürlich in der Nacht nicht abgestellt wird. So habe ich das Donnern, das fast unerträglich ist auch im Schlaf – obwohl ich Ohrenstöpsel drin habe. Ich wusste es, jetzt muss ich es ausblenden!

Am Morgen Sonnenschein bis zum Abwinken! Beim Zeltabbau lerne ich einen Norweger kennen, der neben mir sein Zelt aufgeschlagen hat. Er gibt mir noch einige gute Tipps für meine heutige Tour.

So fahre ich aus dem Geirangerfjord, der touristisch doch sehr, sehr erschlossen ist. Vor allem sehe ich viele Chinesen und Japaner- aber das kenne ich ja auch vom Heidelberger Schloss oder dem Rhein! Die Straße schraubt sich wieder in engen Serpentinen durch das Gebirge und ich kann mir den ersten Tipp anschauen – ein Stück der uralten Straße mit einer ebenso alten Brücke. Statt bei Laegervattna direkt nach rechts auf die Rv 15 einzubiegen, um die neuen Tunneldurchfahrten zu nutzen, fahre ich diese ein kleines Stück bis Grotli nach links und biege im Ort dann erst nach rechts ab, um die alte Straße zu befahren. Es ist die Rv 258, die sich in engen Kurven durch das Gebirge schlängelt. Dieser zweite Tipp und kleine Umweg hat sich echt gelohnt!

In Stryn tanke ich und biege links auf die 60 ab. In Invik stauen sich die Fahrzeug bei einer Vollsperrung – es wird ein Tunnel gesprengt. Wir warten über 40 Minuten, bis nach einem riesen Knall wieder freie Fahrt gegeben wird. Vom Invikfjorden geht es wieder in engen Serpentinen in die Bergwelt auf knapp 1300 Meter. An einem tollen Aussichtsplatz mache ich erst mal Rast.

Jetzt geht es über die Rv 5 locker bis Sogndal, meinem Ziel des heutigen Tages.

Heute habe ich sicherlich über 30 Kilometer Tunneldurchfahrten gehabt. Einige Tunnel waren 9 bzw. 7 oder 8 Kilometer lang. Es ist schon ein großer Aufwand, den die Straßenbauer hier zu vollbringen haben.

Ja, und jetzt kommt es: ich muss die Aussage dem Campingplatz betreffend schon wieder korrigieren. Heute habe ich den schönsten Campingplatz meiner Tour. Er liegt direkt am Fjord, wo ich auch unmittelbar mit meinem Zelt stehe. Ich war auch schon im – eiskalten!!! – Wasser des Fjords. ABER schön wars!!!

 

 

Freitag, 19.08.2016 – von Sogndal nach Röldal – 262 Km

 

In der Nacht hat heftig geregnet und meine 2 Shirts, die ich außen am Zelt vergessen hatte, sind nun patschnass – auswringen, in eine Tüte und heute Abend aufhängen.

Das Zelt kann ich in einer Regenpause abbauen, es sieht genauso aus wie meine Shirts – nass! Nachdem ich in einem Gemeinschaftsraum gefrühstückt hatte, konnte ich aufbrechen. Der Weg auf der Rv 5 führt mich zunächst an derKaupanger Stabkirche vorbei – ich finde sie nicht besonders toll! Vielleicht liegt es ja am Nieselregen, der mich mal wieder begleitet. Schon stehe ich an der Fähre über den Sognefjord, auf die ich sofort auffahren kann.

Weiter geht es auf der E 16 über Aurland bis Voss. Kurz hinter Ausland führt die Straße durch einen 26 Kilometer langen Tunnel. Aus solch einer Länge bin ich noch nicht durch einen Tunnel gefahren. UND dann kommt eine echte Überraschung. Am Ende des Tunnels befinden sich 2 Kreisverkehre im Tunnel, bei denen man richtig abbiegen soll. Hier funktioniert keine Navigationssystem! Ich möchte doch mal wissen, wie viele Fahrzeugführer hier schon falsch abgebogen sind.

Nach der Tunnelausfahrt geht es dann über eine mehrere Kilometer lange Hängebrücke über den Eidfjorden in den nächsten Tunnel.

 

In Voss biege ich auf die idyllische Rv 13, die entlang des Sörfjordes nach Skare führt. Der Regen hat endlich aufgehört und die Straßen trocknen langsam ab. Wenn man denn fahren könnte! Nach ganzen 5 Kilometern steht vor mir eine sehr lange Fahrzeugschlange. Ich zwänge mich auf der Gegenfahrbahn – da kommt überhaupt kein Verkehr – bis an die Spitze, die vor einem Schlagbaum steht. Dort wird mir erklärt, dass im Rahmen des Straßenausbaues noch eine Sprengung erfolgen soll und wir knapp 40 Minuten noch warten müssen. Das muss man hier halt auch einkalkulieren, Umfahrungen gibt es nicht, wenn doch, sind diese mehrere Hundert Kilometer lang.

Als es nach einem lauten Knall endlich weiter geht, sehen wir die riesigen Krater im Fels. Dort soll die Straße breiter werden. Die Rv 13 ist teilweise nur einspurig befahrbar und das sollte man sich mal vorstellen: hier fahren auch große Lastkraftwagen im Lieferbetrieb. So muss mancher PKW-Fahrer schon mal über eine längere Strecke zurückfahren und einen LKW im Begegnungsverkehr durch lassen. Ich hab es da schon gut, mein Fahrzeug ist ja nicht so breit – meisten passe ich durch!

Dann immer wieder Tunneldurchfahrten. Ich glaube, heute bin ich über 50 Kilometer Tunnel gefahren – da drinnen regnet es wenigsten nicht!

 

Auf dem Campingplatz wird erst mal die nasse Wäsche aufgehängt – hoffentlich regnet es heute nicht mehr!

 

 

Samstag, 20.08.2016 – von Röldal nach Sokndal – 276 Km

 

Heute Nacht war es schwei….kalt. Klar, wir sind ja auch auf 1200 Meter – um die 1300 Meter liegt immer noch Schnee im Ost- und Nordbereich der Berge. Meine Wäsche ist zwar immer noch klamm, aber man kann sie einpacken. Ich frühstücke in der „Stubn“, einem großen Raum mit Kamin drin – gell, könnte fast Bayern sein!

 

Die Rv 13 hat mich wieder. Auch auf der heutigen Strecke ist sie oft nur einspurig ausgebaut und man muss gut aufpassen, dass man bei den vielen Kurven nicht mit dem Gegenverkehr zusammenstößt. Sie führt durch das Suldalstal, in dem ein sehr hoher Wasserfall für einen „Viewpoint“ sorgt. Auch ich mache meine Bilder, fahre aber dann nach kurzer Rast nach Galleland, wo ich die 13 für eine Serpentinenstraße verlasse. In sehr schmalen, engen Kurven geht es bergan, auf der Rv 632, dem „Gullingvegen“. Oben angekommen, geht es genauso wieder runter, diesmal zum Jösenfjord, wo ich wieder auf die Rv 13 stoße. Das hat wieder Spaß gemacht!!!!!

Nach wenigen Kilometern gelange ich zur ersten Fähre des heutigen Tages. Ohne Wartezeit kann ich auffahren und in Hjelmeland kann ich wieder Gas geben. Auch hier geht es – wie gestern – an vielen Pflaumen- und Kirschplantagen vorbei. Scheint das „Meran“ Norwegens zu sein.

Über den Lysefjord muss ich wieder eine Fähre nehmen. Hier geht die 13 nach einer kurzen Strecke in die 508 über. Nach wenigen Kilometern verlasse ich auch die und biege und auf die E 39 Richtung Kristiansand. Die Straße ist neu und sehr gut ausgebaut. Entsprechend viel Verkehr ist auch auf ihr. Bei Helleland kann ich die Straße endlich verlassen und fahre wieder auf die einspurige 501, in Richtung meines Campingplatzes auf. Die letzten 30 Kilometer bringen ebenfalls viel Fahrspaß!!

 

So, jetzt sind es nur noch knapp 150 Kilometer bis Kristiansand. Die werde ich am morgigen Sonntag am späten Vormittag fahren. In Kristiansand will ich dann in der Nähe der Fähre übernachten, da ich bereits am folgenden Morgen, um 07.30 Uhr in der Frühe, am Terminal „einchecken“ muss.

 

 

Sonntag, 21.08.2016 – von Sokndal nach Kristiansand - 142 Km

 

Langsam werde ich wach, ich habe recht lang geschlafen. Habe aber auch Zeit, da ich heute lediglich knapp 150 Kilometer fahren muss. Also zunächst einmal geruhsam frühstücken. Während des Frühstücks sehe ich die dunklen Wolken schon aufziehen. Das Zelt kann ich vor dem Schauer noch trocken abbauen. Demnach soll das heute doch nicht so schön werden– blöd!!!

Die Strecke führt mich über die Rv 44 in Serpentinen, die mit Tunneln in die Felswand eingebaut sind, am Jössingfjord vorbei. Bis Sletta bewege ich wieder auf einer zumeist einspurigen Fahrbahn. Die Strecke würde ich bei Sonnenschein auch gern nochmal fahren!

Die Straße ist jetzt recht gut ausgebaut und auch breit genug für den Begegnungsverkehr. Im weiten Bogen noch um den Flekkefjord und um den Fedaford – ich bin jetzt wieder auf der E 39, die gut ausgebaut direkt nach Kristiansand führt.

Im Hotel kann ich erst ab 15 Uhr einchecken, aber das bekomme ich dann auch noch hin. Jetzt schaue ich mir erst einmal das kleine Städtchen an und morgen früh geht es auch die Schnellfähre nach Dänemark.

 

 

 

Es kann sein, dass ich mich dann erst später wieder melde, weil ich nicht weiß, ob der Campingplatz im schleswigholsteinichen Süderholz einen Internetanschluss besitzt. 

 

 

 

Montag, 22.08.2016 – von Kristiansand nach Wanderup – 373 Km

 

Kristiansand ist wie auf einem Schachbrett angelegt, insgesamt ein schöner, aber eher unauffälliger Ort mit vielen Häusern aus dem 1900 Jahrhundert.

 

Als ich das Motorrad auf Anraten des Rezeptionisten nach Rückkehr hinter das Hotel gefahren hatte, bemerkte ich einen Stadtstreicher, der sich doch recht auffällig für mein Gepäck interessierte. Die Rolle mit den Campingsachen habe ich dann doch abgebaut und mit ins Zimmer geschleppt – hatte ich den gesamten Urlaub über nicht so gehandhabt! Die Alarmanlage hatte ich zudem an die Bremsscheibe des Motorrades gehängt und aktiviert. Mehr kann ich jetzt nicht machen!

 

In der Nacht habe ich dann total unruhig geschlafen. Und als ich gegen 06.30 Uhr zum Motorrad kam, stellte ich fest, dass die Zusatztasche mit den Regensachen pp. aufgebrochen war. Die Regenjacke und Hose, sowie der Inhalt der kleinen Zusatztaschen lag über dem Boden verstreut. Sämtliche Reißverschlüsse, die mit Schloss versehen waren, wurden mit roher Gewalt aufgerissen. Ob das dieser besagte „Penner“ war? Ich kann es nicht beweisen. Was hilft es, sich zu ärgern, ich sammele die Sachen wieder zusammen – so gut wie nichts ist beschädigt! Ich kann alles wieder einigermaßen verstauen und noch rechtzeitig zur Fähre aufbrechen. Eine Anzeige ist eh nicht erfolgversprechend. Hier rennen genug seltsame Menschen rum: noch früh vor der Abfahrt liefen mir 2 total betrunkene und verwahrloste Typen im Hoteleingang vor die Füße und maulen mich an. Was solls, hier komme ich nicht mehr hin!

Die Fähre bringt mich in knapp 3 Stunden nach Dänemark, wo ich in Hirthals auf die E 39 und anschließen auf die E 45, Richtung Flensburg fahre. Nach einer eintönigen Autobahnfahrt komme ich in Wanderup bei Flensburg an. Auch heute zelte ich nicht mehr, das es in der Nacht wieder extreme Regenfälle geben soll und mir ein Mitfahrer der Fähre den Tipp zur Übernachtung in diesem Landgasthof gab.

Ich habe gerade schon sehr exzellent gegessen und das Zimmer ist auch sehr modern, sauber und groß – passt doch!

 

Morgen geht es zunächst zu Uwe(Mitfahrer der Sibirien-Tour von 2012) an die Elbe, auf einen Kaffee, dann zu meinem Bruder in Hannover.

 

 

 

UND:

  • Rainer, danke für die netten Worte über Schleswig-Holstein - es hat trotzdem wieder geregnet!!! Der Samowar wird dann ab morgen, wenn es wärmer werden soll, bestimmt gut arbeiten - konnte er auf der Tour zeitweise ja auch bewiesen!
  • Klaus-Dieter, mal sehen, ob es was wird. Werde morgen bei meinem Bruder die weitere Tour planen. Melde mich dann über Messenger.

 

 

Dienstag, 23.08.2016 – von Wanderup nach Hannover – 362 Km

 

Das Wetter ist immer noch bescheiden - dicke Regenwolken hängen über Flensburg und begleiten mich fast den gesamten Tag. Nass werde ich nicht unbedingt, da es ab und an nur leicht nieselt.

Ich fahre zunächst die A7 Richtung Hamburg und biege südlich von Neumünster auf die B205, die zur A21 Richtung Bad Segeberg führt. Danach geht es bei Geesthacht über die Elbe und direkt an der Elbe zu meinem Bekannten, wo ich auf 2 Tassen Kaffee bleibe. Wir haben viel zu erzählen und ich muss mich nach knapp 2 Stunden regelrecht losreißen, um auf sehr kleinen Verbindungsstraßen quer durch die Lüneburger Heide zu meinem Bruder in Hannover zu fahren. Dort bleibe ich über Nacht.

 

 

Mittwoch, 24.08.2016 – von Hannover nach Pfungstadt – 503 Km

 

Morgens scheint die Sonne, es soll heute bis zu 30 Grad warm werden.

Mein Bruder hat mir noch einige Tipps zum Streckenverlauf der heutigen Tour gegeben. So fahre ich auf der B3 bis kurz vor Alfeld, biege auf sehr kleine Sträßchen, die über den Ith(Bergzug) führen, ab. Nun geht es Richtung Holzminden und auf Nebenstrecken immer an der Weser entlang, schließlich über den Reinhardswald mit dem Urwald und dem Märchenschlösschen Sababurg. Einmal quer durch Kassel und anschließend durch den Knüll und den Vogelsberg. Ein Stück A66, der Spessart wird noch gestreift und schon bin ich nach über 7 Stunden Fahrtzeit wieder zu Hause.

Die Reifen sind wieder rund!

 

 

 

 

 

Ein herzliches Dankeschön an alle Leser, die mich auf meiner zweiten Nordtour begleitet haben.

 

Es war unterwegs zwar manchmal kalt und nass, aber dennoch landschaftlich wunderschön. Ich konnte viele nette Menschen kennen lernen und die vielen Eindrücke muss ich zu Hause jetzt erst einmal verarbeiten.

 

 

 

Kommentare

Diskussion geschlossen
  • Hans-Peter Meisinger (Freitag, 26. August 2016 16:41)

    Tach Hartmut, schön, dass Deine Tour praktisch ohne größere Probleme zu Ende ging! Seit wir E-Bikes haben und "Sie" nicht mehr mitfährt, fahre ich noch ganz selten Moped...Schade

  • Astrid und Josef (Donnerstag, 25. August 2016 23:37)

    Hallo Hartmut
    Wir sind froh,dass du wieder wohlbehalten zu Hause angekommen bist. Haben die ganze Zeit deinen Block aufmerksam verfolgt und freuen uns schon sehr auf deine Bilder.
    Hoffentlich bis bald
    Astrid und Josef

  • Manfred (Dienstag, 23. August 2016 17:56)

    Welcome back in good hot Germany!

  • Rainer Rathje (Montag, 22. August 2016 18:49)

    Moin Hartmut
    Denn man wilkommen in Schleswig-Holstein, meerumschlungen. Butten un Binnen, Wagen un Winnen. Und woto bruukt man denn Internet? Snack lever en beeten mit de Lüüd - sotoseggen von Mann to Mann.
    Dann wünsche ich noch eine gute Heimfahrt - wie wird es wohl dem Samowar gefallen, wenn er wieder Kühlarbeit machen muss??!!
    Rainer

  • Klaus-Dieter (Montag, 22. August 2016 10:58)

    Hi Hartmut, wenn Du wieder auf dem Rückweg bist, kannst Du gern bei uns Station machen. (Süderbarup bis hier 330 km und von hier nach Pfungstadt 350 km) Also liegen wir genau in der Mitte und würden
    uns über einen Besuch freuen. Wetter wird auch ok sein.
    Gruß Klaus-D.

  • Willi Dreis (Mittwoch, 17. August 2016 08:09)

    Hallo Hartmut,
    habe jetzt endlich Deine Homepage gefunden und das Tagebuch zur Tour gelesen. Schön!
    Hoffentlich bleibt Dir das gute Wetter erhalten, dass Du in den nächsten Tagen/Wochen weiterhin noch viel Spaß hast.
    Drücke Dir die Daumen!!

    Bis dann
    Willi

  • Chris (Dienstag, 16. August 2016 11:03)

    Hey Hardy,
    bin jetzt wieder in Kritansand und werde gleich die Fähre nach Dänemark nehmen. Dir wünsche ich Sonnenschein in den kommenden Tagen - sieht ja gut aus! Ich hab halt Pech, die Arbeit ruft genau dann,
    wenns Wetter im Norden besser wird.
    Schön, dass wir uns nochmal getroffen haben. Schreib weiter Dein Tagebuch. Hoffe, dass Deine Reifenreparatur bis nach Hause hält und Du weiter keine Probleme bekommst.
    Wir sehen uns dann im Herbst - ist abgemacht!!!
    Gruß Chris

  • Moni Stahl (Sonntag, 14. August 2016 17:40)

    Hi Hartmut, in Trondheim waren wir auch schon. Schön...
    Ich beneide dich um den gegrillten Fisch. Weiterhin gute Fahrt wünschen dir Moni und Uli

  • Klaus-Dieter (Freitag, 12. August 2016 22:22)

    Ich hoffe, dass Dir das Kotelett geschmeckt hat und Du rund herum zufrieden warst. Ein schönes Wochenende und gute Weiterfahren.

  • Bert (Donnerstag, 11. August 2016 18:37)

    Hey, Du Regennase
    Lass Dich nicht hängen, es wird besser!!!!!
    Wünsche Dir weiterhin eine unfall- und pannenfreie Fahrt. Spitze, dass Du das doch nach der letztjährigen Tour nochmal machst. Angefangene Dinge soll man halt auch zu Ende bringen. Sehe ich auch
    so!
    Wenn Du zurück bist, melde Dich unbedingt mal bei mir - hätte da einige Neuigkeiten und 2 bis 3 Bier für Dich kalt gestellt.

    Bis denne

    Bert

  • Wolfgang (Donnerstag, 11. August 2016 18:26)

    Hallo Hardy,
    bist ja derzeit wirklich zu bedauern. Gut, dass Du Dich momentan vom Zelt gelöst hast - ist ja schweinekalt!!
    Wünsche Dir für die nächste Woche tollen Sonnenschein und viele schöne Erlebnisse.
    Lass Dich nicht unterkriegen.

  • Manfred (Montag, 08. August 2016 13:27)

    Na Hartmut pass auf sonst machst du Ingo den Fischkopf streitig !

  • Daniel Liebewirth (Sonntag, 07. August 2016 20:46)

    Hallo Hartmut,
    habe gerade deinen Blog gefunden und freue mich schon auf die nächsten Einträge. Weiter gute Fahrt, viel Spaß und wenig Regen

  • Rolf und Uschi (Samstag, 06. August 2016 11:40)

    Lieber Hartmut,lesen jeden Tag mit Interesse Deinen Bericht.Wir wünschen Dir weiterhin gute Fahrt und besseres Wetter.Komm gesund wieder.Viele Grüße, Rolf und Uschi

  • Klaus-Dieter Fritzsche (Samstag, 06. August 2016 10:15)

    Ein schönes Wochenende, ohne Regen und weiterhin viel Spaß bei der Reise

  • Klaus-Dieter Fritzsche (Freitag, 05. August 2016 23:20)

    Mit Interesse verfolge ich Deine Einträge. Ich wünsche Dir weiterhin eine glückliche Fahrt und viel Spaß.

  • Manfred (Mittwoch, 03. August 2016 19:42)

    Weiterhin viel Spaß und weniger Regen !

  • Inge & Karl Heinz Weiss (Dienstag, 02. August 2016 20:50)

    Hallo Hartmut, wir haben uns heute auf der Straße zu den Lofoten getroffen und dann auf der Fähre von Bognes nach Lödingen näher kennengelernt. Die nette und kurzweilige Unterhaltung mit Ihnen war
    für uns das reinste Vergnügen und es wäre eine Freude, wenn wir uns wieder mal treffen würden. Wir wünschen Ihnen weiterhin eine schöne, sowie pannen- und unfallfreie Tour.
    Viele Grüße von den Wohnmobilisten Inge & Karl Heinz (GG-AA ...)

  • Chris (Sonntag, 31. Juli 2016 07:17)

    Hey Hardy,
    denke bei Dir ist momentan auch so ein sch.. Wetter. Liege im Zelt und höre auf den Regen.
    Bin momentan kurz vor dem Nordkap, ggf treffe ich Dich ja auf dem Rückweg. Lass uns mal die Lofoten anpeilen. Bist ja hoffentlich mehrere Tage dort? Schick Dir ne PM.
    Chris

  • Vosa (Mittwoch, 27. Juli 2016 20:31)

    Na dann Mitwanderer, viel Spaß bei der Tour und keine Pannen. Komm gesund wieder nach Hause.

  • Manfred (Dienstag, 26. Juli 2016 14:40)

    Viel Spaß - wenig Regen - Mücken die dich verschonen und keinerlei Pannen!

  • Hans-Peter (Montag, 25. Juli 2016 11:24)

    Hallo Hartmut, ich wünsche Dir bestes Gelingen Deiner Tour und nicht wieder so eine Panne, die vor Ort nicht repariert werden kann! Bin mit meiner K bisher auch über 100000 gefahren, allerdings in 14
    Jahren...

  • Gerd M. (Sonntag, 24. Juli 2016 14:44)

    Na dann Hardy,
    Dir eine gute Fahrt Richtung Norden. Dass Deine Duc und Du wieder heil und wohlbehalten zu Hause ankommt!!
    Werde täglich Deine Berichte verfolgen!
    Gruß
    Gerd

  • Klaus-Dieter Fritzsche (Sonntag, 24. Juli 2016 10:33)

    Ich wünsche Dir eine glückliche Reise und viel Spaß ohne große Hürden.

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